Im
Interview mit
Zeit online erklären die Forscher Andreas Thiel und Claudia Giesecke-Thiel, warum
vergangene Erkältungen vielleicht vor einem schweren Corona-Verlauf schützen könnten: "Unsere Ergebnisse sind ein Startpunkt, um das herauszufinden (MedRxiv: Braun et al., 2020)", sagt Claudia Giesecke-Thiel. "Ein Teil der Lösung könnte in der sogenannten
Kreuzimmunität liegen. Bei einem Drittel der von uns untersuchten gesunden Menschen haben wir bestimmte T-Gedächtniszellen im Blut gefunden, die das neue Coronavirus erkennen können. Und das, obwohl diese Menschen bisher noch gar keinen Kontakt zu Sars-CoV-2 hatten. Wir vermuten, dass diese Zellen vorhanden sind, weil sich der Körper dieser Personen früher schon einmal mit
anderen Coronaviren auseinandergesetzt hat, die nur Erkältungen auslösen. Nach so einer Infektion könnten die T-Zellen im Körper verbleiben und bei erneutem Viruskontakt sofort eine
effiziente Immunantwort in Gang setzen." Jetzt führen die beiden, die nur wenige Menschen untersucht haben, aber dabei die kreuzreaktiven T-Zellen in Blutproben messen konnten, "
große Nachfolgestudien" durch, um ihre Ergebnisse zu überprüfen.