Andreas Stiller
analysiert bei
heise.de die neuesten Studien des
Robert-Koch-Instituts zu den
Corona-Fallzahlen (und zählt nebenbei alle Unwägbarkeiten, die diese Zahlen bieten, auf). Das Ergebnis aber ist überraschend: "Man sieht den
starken Einfluss der Schulschließung am 16. März, jedoch so gut wie keinen Einfluss durch die
Kontaktsperre am 23. März. Das vielleicht noch mal als Hinweis an die Experten der
Leopoldina-Akademie, die als ersten Lockerungsschritt eingeschränkte Schulöffnungen vorschlagen."
Inzwischen haben sich außerdem
vier Professoren der Helmholtz-
Gemeinschaft in einem Gutachten
gegen eine Lockerung der Kontaktsperren ausgesprochen - jedenfalls für die nächsten drei Wochen,
berichtet Fabian Löhe im
Tagesspiegel: "Die Maßnahmen hätten 'eine hohe Aufmerksamkeit für das Problem und ein
hohes Maß an Solidarität erzeugt.' Sie empfehlen, die Infektionsrate soweit abzusenken, dass 'die Epidemie dauerhaft kontrollierbar wird.' Eine Unterbrechung der Maßnahmen berge ein großes Risiko. 'Eine spätere Wiederaufnahme der Maßnahmen wäre der Bevölkerung wahrscheinlich schwerer zu vermitteln als eine Fortführung heute', mahnen die vier Hauptautoren im Verbund mit 15 weiteren Forschenden."
Nach dem Virus ist vor dem Virus,
warnen Christoph Rosol, Jürgen Renn und Robert Schlögl, Co-Autoren der Leopoldina-Stellungnahme, in der
SZ. Denn die Corona-Krise ist nur eine Folge des
Klimawandels und des immer mehr schrumpfenden Lebensraums für Wildtiere: "Tatsächlich schlummern noch
Tausende weiterer,
bisher unbekannter Viren in der Tierwelt und warten nur auf das Überschreiten der Artengrenze. Nach Sars-CoV-2 folgt möglicherweise Sars-CoV-3 und droht erneut Gesundheitssysteme zu überfordern und die Welt in ein wirtschaftliches Wachkoma zu versetzen. Biologen sehen daher die wirksamste Prophylaxe gegen Epidemien und Pandemien der Art, wie wir sie mit Corona gerade global durchleben, in einem
konsequenten Schutz der natürlichen Vielfalt und dem Aufrechthalten räumlicher Barrieren zwischen Wirtstier und Mensch." Und genau dafür, sowie für den Aufbau einer "
klimafreundlichen Wirtschaft", sollte jetzt Geld ausgegeben werden, fordern die Autoren.
Außerdem: In der
Welt erklärt Tilman Krause, was die
Leopoldina, die "nationale Akademie der Wissenschaften" in Halle, eigentlich genau macht.
Libération präsentiert heute eine etwas andere, ziemlich beeindruckende Statistik: Sie vergleicht die Zahl der Toten pro 100.000 Einwohnern in den verschiedenen Ländern: In
Belgien sind es 34,2, in
Deutschland 3,4.