Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Verweigerung, Krach und Depression

29.08.2011. Im Perlentaucher wettert Pascal Bruckner gegen die verklemmte Sexualmoral der Amerikaner. Die Welt  rechnet ab mit dem Tanz im August. Für die taz besucht Gabriele Goettle jenen Ort, an dem  einst der große Reichskriegsschatz gehortet wurde.  Achgut hat Einwände gegen das Leben im "Einklang mit der Natur". Die FAZ bringt John Le Carres Weimarer Goethe-Rede - einen Abgesang auf Europa.

Der beste unserer Bande

27.08.2011. In der FAZ besingt Herta Müller den chinesischen Dissidenten Liao Yiwu und die Wahrnehmung als Qual und Gnade. In der Welt würdigt Stephan Wackwitz den Intellektuellen und Bürger Adam Michnik. In der FR berichten die Filmemacher Barbara und Winfried Junge von fortschrittlicher Kultur im Kalten Krieg. Die SZ begreift die Digitalisierung auch als eine Schule der Finger. Und die taz erkennt in dem Polizeireporter David Simons den Walter Benjamin Baltimores.

Kicken und Denken, Schwitzen und Sprechen

26.08.2011. Die Welt liebt Tiere, besonders, wenn sie von Hokusai gemalt sind. In Le Monde wirft Pascal Bruckner den amerikanischen Feministinnen vor, mit der religiösen Rechten zu paktieren. Günter Kunert und Ralph Giordano protestieren gegen eine Selbstfeier des deutschen PEN-Clubs. Reuters meldet: Nachfahren ehemaliger schwarzer Sklaven der Cherokee Nation dürfen sich nicht mehr als Angehörige des Stammes betrachten. In der NZZ bringt der Islamwissenschaftler Reinhard Schulze Hintergründe zur Geschichte Libyens.

Das Iphone hat das Heimweh gekillt

25.08.2011. Alle betrachten Gesichter der Renaissance. In der NZZ erklärt Liao Yiwu, warum er heute über das Jahr 1989 schreibt. Die taz erzählt, wie es das Filmarchiv von Neuseeland schaffte, zu einem der wichtigsten der Welt zu werden. Im Freitag erklärt Douglas Coupland, warum sich alles für uns durch den Medienwandel zum Guten wendet. Die Zeit klagt über schlechte Heilungschancen in syrischen Krankenhäusern. Und, okay, Steve Jobs tritt zurück. Aber er ist nicht tot, meldet Gizmodo. Er hat einen Puls. Er atmet. Und das Erscheinen seiner Biografie wurde vorverlegt, berichtet der New Yorker.

Weder zackig noch elitär

24.08.2011. Die FAZ und alle anderen Zeitungen sprechen Loriot ihre tiefe Dankbarkeit aus. Die SZ tröstet: Die Bernard-Henri Levys erfolgreicher Einsatz für Libyen heißt nicht, dass er nicht unrecht hat. Die taz stellt richtig: Thomas Gottschalk bekommt gar nicht sechs Millionen Euro von der ARD. Meedia fragt: Gab es einen anonymen Spender beim Netzwerk Recherche? Im Guardian beteuert der Romancier Ewan Morrison: Das Buch ist tot. Der Autor auch. Und danwei.com schildert den vergeblichen Kampf chinesischer Behörden gegen Pornografie.

Alternative Formen der Sexualität

23.08.2011. Spiegel Online sondiert die Paradoxien des Retropop. Slate schlägt eine unterhaltsame Alternative zu langweiligen Sommerurlauben vor: Poesie und Prosa auf Lateinisch lesen und auf Lateinisch darüber diskutieren! Richard Herzinger erinnert in seinem Blog daran, dass Hamas und Hisbollah mit ihrem Hass auf Israel auch den Westen meinen. Die NZZ meldet: Ramadan ist in diesem Jahr langweilig, weil wegen des arabischen Frühlings der Nachschub an Ramadansoaps fehlt. Für die FAZ blickt Botho Strauß in den St.-Andreas-Graben dieses historischen Moments. Außerdem: Libyen sowie Dominique Strauss-Kahn sind frei!

Keine Berge, keine Kühe

22.08.2011. In der SZ erklärt Steve Carell, Star des Films "Crazy, Stupid, Love", einige Grundsätze des Komischseins. Der teuerste Konzern der Welt, Apple, hat nach wie vor eine goldene Zukunft, denn die Chinesen lieben ihn, berichtet die FAZ.  Die Kieler sind traurig. Sie dürfen künftig nicht mehr gemocht werden. jedenfalls nicht mittels des heutzutage so relevanten "Like"-Buttons von Facebook, meldet W & V. Der Blogger Lars Reineke echauffiert sich über diese Initiative des Schleswig-Holsteiner Datenschützers Thilo Weichert. In der FR erzählt Jan Koneffke, warum sein neuer Roman in Rumänien spielt.

Jede Veränderung ist Verschlechterung

20.08.2011. Krisen, Krachs und Katastrophen. Jetzt auch im Feuilleton. In der FAZ nehmen uns die Soziologen Jens Beckert und Wolfgang Streeck alle Hoffnung: Kein Lösungsansatz wird verfangen. Aufstände und Extremismus sind unausweichlich. In der NZZ warnt der Philosoph Michael Hampe: Die Ideologien des Marktes, aber auch der Natur sind Teil des Problems, nicht der Lösung. Wir sind ohnhin zur Zivilisation ohne Zukunftsvision geworden, meint der Historiker Philipp Blom in der FR. Und die SZ mokiert sich über mögliche Alternativen!

Was sich ein Mensch schimpft

19.08.2011. Die FR erlebte mit Liao Yiwu und Herta Müller,was Dichtung ist, wenn sie die letzte Rettung eines Gefolterten ist. Wie kreationistisch darf ein Präsidentschaftskandidat eigentlich sein?, fragt der Texas Observer nach wiederholten Verteidigungen des "Intelligent Design" durch Rick Perry. NZZ, taz und FAZ versuchen noch einmal, die Londoner Krawalle der letzten Woche zu verstehen. Techcrunch fragt: Ist Steve Jobs auf dem Weg zur Allmacht?

Zum letzten Trümmerl-Ablegen

18.08.2011. Für die NZZ  schreitet Alex Capus in Flip-Flops über die Bahnhofstraße. In der Jungle World erklärt Kenan Malik, warum die Londoner Krawalle kaum als politischer Akt zu verstehen sind. Der Freitag empfiehlt das Cafe Heine. Was hat die Sarrazin-Debatte gebracht? Nix! Meint Hamed Abdel-Samad in der Welt. Und Sie stehen nicht gerne auf? Dafür gibt's jetzt eine App, meldet Mashable.