Heute in den Feuilletons
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
02.05.2011. In der
NZZ schreibt
György Dalos über das Problem der ungarischen Regierung mit der nicht zu steuernden
Außenwahrnehmung. Die
FAZ porträtiert den bekanntesten türkischen Popstar
Tarkan. In der
SZ staunt
Horst Bredekamp über die verschlungenen Wege der
sexuellen Auslese. Für die
taz besucht
Gabriele Goettle einen Fachmann für Wohnungauflösungen. Wir sammeln erste Links zum Tod
Osama bin Ladens.
30.04.2011. Nicht Romane sind die interessantesten Bücher der Saison, fndet die taz, sondern literarische Reportagen - zum Beispiel Wolfgang Büschers "Hartland". Die Berliner Zeitung lernt vom Primatenforscher Frans de Waal: Irgendwie gibt es das Gute im Menschen (und im Primaten!) doch. Die NZZ liest den Bericht einer polnisch-russischen Historikerkommission zur finsteren Beziehung der beiden Länder im 20. Jahrhundert. In der FAZ empfiehlt der amerikanische Autor Daniel Suarez gegen die Unbilden des digitalen Kapitalismus, Salatköpfe stets an Ort und Stelle zu verzehren.
29.04.2011. Die Welt stellt den neuen Stern am Kunsthimmel vor: Cyprien Gaillard. In der Berliner Zeitung rät Hans Küng von der Seligsprechung Johannes Pauls II. ab. Die NZZ geht in die Neuköllner Oper. Die FAZ sorgt sich weiter um die digitale Privatsphäre. Der FR graust beim Anblick von Ai Weiweis nackten Bäumen in einer Berliner Galerie. Und in der SZ gibt Barbara Gärtner zu: Sie setzt sich nur für Ai Weiwei ein, weil ihr das ein gutes Gefühl macht.
28.04.2011. In der FR schildert Ai Weiweis Mitarbeiterin Liu Yanping die Umstände, unter denen der Künstler verhaftet wurde. Alle Zeitungen berichten außerdem von der Berliner Diskussion zur Aufklärungsausstellung, auf der Bernd Neumann den Dresdener Museumschef und Ober-Appeaser Martin Roth scharf kritisierte. Der Tagesspiegel erinnert den deutschen Kulturbetrieb daran, dass er öffentlich gefördert wird, damit die Kunst frei ist. Die taz berichtet, wie China Hongkongs Filmindustrie stranguliert. Die FAZ untersucht Vor- und Nachteile einer Kulturwertmarke. Und die Zeit versucht zu verkraften, dass Neukölln jetzt genauso hip sein soll wie Kreuzberg.
27.04.2011. In der taz will Egon Bahr nichts auf die Chinesen kommen lassen. Sie haben doch den Hunger abgeschafft.. Die Welt erzählt, wie im chinesischen Netz gegen das Verschwindenlassen Ai Weiweis protestiert wird. Die NZZ klärt auf: Bio ist nicht Öko. Im Guardian bringt Martin Amis eine Hommage auf Christopher Hitchens. In Slate ruft Hitchens: "Go after Qaddafi!"
26.04.2011. Der Chaos Computer Club will alle Probleme der kulturellen Ökonomie mit einem neuen System lösen, der Kulturwertmark. In der NZZ verteidigt die Psychoanalytikerin Elisabeth Roudinesco Freud gegen den Anti-Freud Michel Onfrays. In der FR sieht Markus Beckedahl zur Zeit nicht "das Hammerthema" für seine "Digitale Gesellschaft e.V.". Die SZ kann die Klagen der Burgtheater-Stars über ihren Direktor Matthias Hartmann nicht nachvollziehen. Und Tschernobyl ist überall.
23.04.2011. Die taz empört sich über die Kuratoren der Kunstbiennale von Sharjah, die sich von Einschränkungen der Kunstfreiheit auch noch beflügelt sehen. Die Welt erzählt vom Sturz der Charity-Ikone Greg Mortenson. Die FAZ berichtet von heftigen Gefechten zwischen Frankreichs Intellektuellen um den Krieg in Libyen. In der FR freut sich Jurko Prochasko über die Befreiung der Ukrainer vom Stigma der Ungeschicktkeit. Der SZ wird vor den Bildern Jean Simeon Chardins ganz religiös zumute. Die NZZ empfiehlt dringend, Gamal al-Ghitanis großen Roman 'Seini Barakat" zu lesen. Und damit wünschen wir schöne Ostern!
21.04.2011. Die Deutschen sollten nicht nur ihr Verhältnis zum Islam überdenken, meint Hamed Abdel-Samad im Freitag: "Es ist nicht einzusehen, warum der Staat für die christlichen Kirchen Steuern eintreibt." In der NZZ spricht ein syrischer Dissident: "Das syrische Volk ist eins." Die FR schildert die gefährliche Arbeit der Journalisten in Libyen. Die taz berichtet über die Furcht chinesischer Künstler, dass es zu einer Intellektuellenjagd wie zuletzt unter Mao kommen könnte. In der FAZ plädiert Salman Rushdie für Ai Weiwei.
20.04.2011. Die FR war nochmal in der Pekinger Aufklärungsausstellung, die nach Auskunft einer Dame vom Informationsstand aber gar keine richtige Ausstellung ist, "sondern ein kommerzielles Projekt, für das die Deutschen bei uns einen Raum gemietet haben". In der Welt warnt Ian Buruma vor der Verflechtung von Wirtschaft und Bürokratie in Japan. Die FAZ berichtet über den von Tayyip Erdogan persönlich angeordneten Abriss des Mahnmals für die ermordeten Armenier in der türkischen Stadt Kars.
19.04.2011. In der Welt protestert der chinesische Autor Ma Jian gegen die Inhaftierung Ai Weiweis. Die Berliner Zeitung liest chinesische Propagandaäußerungen zu Ai Weiwei. Die FR beklagt den Konkurs des Philadelphia Orchestras. Und Neues von den Öffentlich-Rechtlichen: ARD und ZDF werden die Hochzeit des Prinzen William parallel übertragen, und die GEZ wird noch fetter.