Heute in den Feuilletons

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

Umworben werden müssen die konstruktiven Kräfte

03.01.2011. Die FAZ erzählt, was passieren kann, wenn in China ein Dorfvorsteher energisch protestiert. Die Blogs machen sich Sorgen um den RSS Feed. Die SZ rät im Fall der Journalisten Marcus Hellwig und Jens Koch zur Beschwichtigungspolitik. In der Berliner Zeitung veröffentlicht der ivorische Autor Venance Konan einen Brief an seinen abgewählten, aber nicht weichenden Präsidenten  Laurent Gbagbo. Die taz interviewt Monika Piel. Die FR interviewt Monika Piel. Die SZ interviewt Monika Piel. Die Welt interviewt Monika Piel.

All diese Liebesworte im Vietnamesischen

31.12.2010. Die NZZ denkt über Freiheit nach: Vorsicht, anstrengend, warnt Rüdiger Safranski. Wo ist die Freiheit auffindbar?, fragt Peter Nadas. Die taz erscheint heute als Erzähl-taz mit Geschichten von 20 SchriftstellerInnen. In der Welt plaudert Christian Thielemann über seine bevorzugten Drogen. Die FAZ erzählt, warum Renzo Piano das Pariser Kino Le Gaumont-Gobelins Rodin in einen Insektenpanzer verwandelt. In der SZ erzählt der Comic-Künstler Stephane Heuet, wie man seinen Proust vom Sockel holt. Wir wünschen allen Lesern einen guten Rutsch und viele Liebesworte im neuen Jahr!

Am Abgrund nervenstark

30.12.2010. In der FR empfiehlt Timothy Garton Ash etwas weniger Hysterie und Dogmatismus und etwas mehr Pragmatismus in der Integrationsdebatte. Die FAZ guckt zum 150. Geburtstag auf Italien und findet: immer noch die fidelste Suite im europäischen Haus. Die taz lernt einiges über Onlinebanking beim Kongress des Chaos Computer Clubs.

Glück in Zahlen

29.12.2010. In der FR erklärt die Sopranistin Simone Kermes, von wem Händel geklaut hat. In der taz beklagt Paul Lendvai das Fehlen einer echten Opposition in Ungarn. In der Welt erklärt Avishai Milstein, warum das israelische Theater so lebendig ist: Es gibt kaum staatliche Subventionen. Die NZZ fürchtet, dass Leser digitaler Bücher einem Fundstellen-Fetischismus frönen. Die FAZ durchschaut den Angriff der Pandas auf das Empire State Building.

Machodiskurs

28.12.2010. In der Welt erklärt Frederick Wiseman, warum man beim Filmen besser nicht über die Wahrheit nachdenkt. Die FR entdeckt bei der Lektüre der Magna Carta den Rousseauisten in sich. Sind wir im Pop schon in der postrassistischen Gesellschaft angekommen, fragt die taz. Die FAZ liest im Internet, wie Al Qaida potentiellen Selbstmordattentätern etwas mehr Selbstbeherrschung nahe legt.

Wir brauchen totale Sanktionen

27.12.2010. In der taz lässt sich Gabriele Goettle erzählen, wie man als 67-Jährige mit 287 Euro Rente und vier Putzjobs über die Runden kommt. Junge libanesische Literatur interessiert sich nicht mehr für Politik, berichtet die NZZ. Mit Bhutan geht's aufwärts, meldet die Architektin Ingeborg Flagge in der FR: Jetzt haben auch buddhistische Mönche ein Handy. In der SZ fordert die weißrussische Kulturszene von der EU totale Sanktionen gegen die Regierung Lukaschenko. In der FAZ erklärt Daniel Bayaz, warum die "Mehmet-Scholl-Türken" nicht über Integration debattieren wollen.

Asche und Schnee

24.12.2010. Im Guardian schimpft Orhan Pamuk auf Europa, das die Türken nicht integrieren will. In der FAZ diagnostiziert Thilo Sarrazin überbordenden Opportunismus und kriecherische Feigheit in Politik und Medien. Die NZZ auch. Der Freitag gibt Sarrazin rechter als ihm recht sein. Die SZ stellt die Frage "Wie leer wäre die Welt doch ohne Hausmusik?" Die FR erzählt das Leben eines gewissen Jesus von Nazareth. Angesichts derart guter Nachrichten wünscht der Perlentaucher seinen Lesern und Leserinnen ein schönes Wochenende!

Riesiger weißer Eber

23.12.2010. In der Welt äußert sich der deutsch-iranische Filmemacher Ali Samadi Ahadi entsetzt über die Verurteilung seines Kollegen Jafar Panahi. Die FR fragt, ob Filmfestivals zu intensiv mit dem iranischen Regime zusammenarbeiten.  Die NZZ empfiehlt Japan-Reisenden Schutzmaßnahmen gegen Waldgötter. In der FAZ rumort es noch mal sehr heftig gegen das Buch "Das Amt". 

Medea kann das!

22.12.2010. Der iranische Regisseur Jafar Panahi wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. La regle du jeu und die Welt erzählen, warum das Regime ihn hasst. Der Tagesspiegel bringt ein Gespräch mit Bei Ling, dem Freund und Biografen Liu Xiaobos. Die SZ besucht Julian Assange auf Ellingham Hall. Er klagt über Schweden und den Feminismus. Die Zeit war dabei, als Sophie Rois in einem Restaurant die Weingläser zum Klirren brachte. In der FR feiert Jan Wagner den italienischen Lyriker Mario Luzi.

Die Kinder harrten mit Verlangen

21.12.2010. Spiegel Online berichtet über einen Plan der britischen Regierung zu rigoroser Internetzensur. In der Welt artikuliert  Riccardo Chailly seinen ganzen Frust über Sänger. Die SZ verteidigt das Regietheater gegen heute Abend zu erwartende Buhrufe in der Münchner Oper. Die FR sieht Gespenster des Bürgerkriegs in Italien.