Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.06.2024 - Film

Andreas Scheiner unterhält sich für die NZZ mit Lea Wohl von Haselberg und Bernd Buder, dem Leitungsduo des Jüdischen Filmfestivals Berlin, das sich zu seinem 30. Jahrgang und angesichts der aktuellen Weltlage erst recht selbstbewusst behauptet. Warnhinweise von der Polizei, weil das Festival in Kreuzberg, einem Hot-Spot des propalästinensischen Milieus stattfindet, gab es keine, sagt Buder. "Das wäre, wie wenn die Polizei raten würde, nicht mit einer Kippa durch Neukölln zu gehen: So einen Vorfall gab es ja vor einigen Jahren, aber das darf nicht sein. Dieses jüdische Filmfestival gehört in die Festivallandschaft, es beschäftigt sich mit jüdischen Themen und zeigt Perspektiven auf, die an anderen Festivals übersehen werden. ... Früher war es angesagt, israelische Filme im Programm zu haben, am besten immer auch einen queeren israelischen Film. Damit haben sich die Festivals und auch viele Weltvertriebe gerne geschmückt. Jetzt ist eine allgemeine Zurückhaltung zu spüren." Claus Löser führt in der Berliner Zeitung durchs Programm des Festivals.

Szene aus Thomas Arslans "Mach die Musik leiser" von 1994


Lukas Foerster empfiehlt auf critic.de die Retrospektive Thomas Arslan, die heute im Berliner Kino Arsenal beginnt. Die Reihe ist mit "In Bewegung" überschrieben und das legt "nahe, den Titel nicht nur auf die zahlreichen Bewegungen in Arslans Filmen zu beziehen, sondern auch auf die Bewegung, die sein Werk als Ganzes darstellt. ... Ein paar Linien sind durchaus zu erkennen: hin zur Abstraktion, zur Reduktion, zu autonomen Wahrnehmungsbildern. Die ersten beiden Langfilme, 'Mach die Musik leiser' (1994) und 'Geschwister - Kardeşler' (1997) sind noch stark in der Konkretion verankert. Zwei Variationen übers Jungsein: einmal deutsche, Metal hörende Jugendliche in Essen, der Stadt, in der Arslan vorwiegend aufwuchs, einmal deutsch-türkische, Hip-Hop hörende Jugendliche in Berlin. ... Danach wird es filigraner, stilisierter.  ... Im ultraminimalistischen Vater-und-Sohn-in-Nordnorwegen-Stück 'Helle Nächte' (2017) gibt es dann kaum noch mehr etwas anderes als die Immanenz der Bewegung, die zugleich eine Entfremdung von der Welt ist."

Weitere Artikel: In "Bilder und Zeiten" der FAZ erinnert Dietmar Dath ausführlich an das weitgehend in Vergessenheit geratene filmische Schaffen des Schriftstellers Christian Geissler. Arne Koltermann befasst sich für den Filmdienst mit dem Einfluss des Kinos auf Kafka und dem Einfluss Kafkas aufs Kino. In der FAZ gratuliert Frauke Steffens dem Schauspieler James Belushi zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden Jafar Panahis "No Bears" von 2022 (Standard, unser Resümee zur Premiere beim Filmfestival in Venedig), die ARD-Serie "Wo wir sind, ist oben" (Welt, FAZ), die ARD-Serie "Die Zweiflers" (Jungle World) und die neue Staffel der Netflix-Serie "Hacks" (Presse).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.06.2024 - Film

Die Schriftstellerin Pascale Kramer denkt in der NZZ über den langanhalten Widerstand in Frankreich gegenüber #MeToo nach und warum gerade dort die Einforderung eines respektvollen Miteinanders und die Ansprache von Übergriffigkeiten auch als Angriff auf die französische Lebensweise angesehen wird - wovon sie sich selbst im übrigen gar nicht mal ausnimmt. Im Zuge dessen holt sie auch Bertrand Bliers Erotiksatire "Les Valseuses" von 1974 mit Gérard Depardieu aus dem Regal. "Zweifellos hat der französische Widerstand gegen #MeToo auch etwas mit dem Widerwillen zu tun, sich der amerikanischen Moral anzupassen", wofür dieser Film das beste Beispiel ist. "Depardieu ist in dem Film genial, heiss, mächtig, furchteinflößend, grenzenlos, selbst in seinen Rissen. Ich habe ... mich ungläubig vor dem Bildschirm gefragt, wie ich gegenüber einer jungen Frau von heute das Vergnügen rechtfertigen kann, das ich beim Schauen erneut empfinde. Es gibt keine Rechtfertigung. Außer dass man das Glück, das man dabei erlebt hat, sich so sehr von Moral und Verboten befreit zu fühlen, nie ganz verleugnen kann. Ein bestimmtes Frankreich dieser Zeit hat sich in der derben Geschichte gerne wiedererkannt. Depardieu selbst ist nie wirklich aus seiner Figur herausgekommen und wurde nach und nach zu ihrer schrecklichen Karikatur."

Der "Barbenheimer"-Effekt des letzten Jahres ist verflogen, den Kinos geht es nach einem desaströsen Mai nicht gut, schreibt Barbara Schweizerhof im Freitag. "Der Mai hat für das Box Office in den USA besondere Bedeutung, denn wenn im Frühsommer viele Menschen ins Kino gehen, sehen viele die Trailer für all die Filme, die den Rest des Jahres ins Kino kommen. Und gerade weil der Kinobesuch, wie überall betont wird, sowohl ein kulturelles wie ein soziales Ereignis ist, könnten leere Kinos im Mai einen dämpfenden Effekt auf die Stimmung des ganzen Jahres haben. ... Mittlerweile kalkuliert das potenzielle Publikum schon selbst, dass nur bestimmte Filme wirklich im Kino erlebt werden müssen, während man bei anderen getrost die paar Wochen abwarten kann, bis sie sich streamen lassen. Aber ob sich dieser Prozess wieder rückgängig machen lässt durch mehr Exklusivität der Kinoauswertung?"

Die Academy hat nach der Kritik, dass in ihrem Academy Museum in Los Angeles die jüdischen Gründungsväter von Hollywood keine Rolle spielen, ihre Ausstellung ergänzt - und erntet damit erneut Kritik, berichtet Susan Vahabzadeh in der SZ: "Die Ausstellung erscheint einigen Besuchern als Aneinanderreihung antisemitischer Stereotype. Es sei, heißt es in einem Brief der United Jewish Writers, der einzige Teil des Museums, der die Menschen, von denen er erzählt, nicht feiert. Stattdessen, so lautet der Vorwurf der Kritiker der Ausstellung, ginge es nur um ihre dunklen Seiten - Machtmissbrauch, autoritärer Führungsstil, Rassismus gegen Schwarze, Frauenfeindlichkeit. So seien sie nun einmal gewesen, verteidigen die einen die Ausstellung. Andere wundern sich aber, dass die Gründung Hollywoods nur unter diesen negativen Aspekten betrachtet werde, die Verfehlungen der jüdischen Studiochefs vorkämen, die aller anderen aber nicht." Das Los Angeles Magazine bringt mehr.

Außerdem: Die deutschen Filmproduzenten schlagen in Sachen Reform der Filmförderung mal wieder Alarm, berichtet Christian Meier in der Welt. Für die Welt plaudert Bari Weiss mit Jerry Seinfeld. Rüdiger Suchsland verabschiedet sich auf Artechock von Françoise Hardy als Schauspielerin (Nachrufe auf sie als Musikerin haben wir hier gesammelt).

Besprochen werden Daniela Völkers Dokumentarfilm "Der Schatten des Kommandanten" (Artechock, FAZ, mehr dazu bereits hier), Julio Torres' "Problemista" (Artechock, unsere Kritik), der neue Pixar-Animationsfilm "Alles steht Kopf 2" (FAZ, Artechock), Xavier Gens' Horrorfilm "Im Wasser der Seine" über einen Haifischangriff auf Paris (critic.de), die neuen Folgen der Netflix-Serie "Bridgerton" (NZZ), die neue "Star Wars"-Serie "The Acolyte" (Tsp), die zweite Staffel des "Game of Thrones"-Prequels "House of the Dragon" (TA) und die Serien-Neuverfilmung von "Aus Mangel an Beweisen" (Freitag).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.06.2024 - Film

"Der Schatten des Kommandanten" von Daniela Völker

Daniela Völkers Dokumentarfilm "Der Schatten des Kommandanten" lässt die Tochter der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch und die Nachfahren des KZ-Kommandanten Rudolf Höß in den Auschwitz-Gedenkstätten aufeinander treffen. Dessen Sohn Hans Jürgen Höss (Schreibweise des Nachnamens geändert) verbrachte seine Kindheit in einem Haus neben Konzentrationslager und konfrontiert sich in diesem Film offenbar zum ersten Mal überhaupt mit den Taten seines Vaters, nachdem er sie sich sein Leben lang vom Leib gehalten hat. Der Regisseurin geht es dabei "um die verstörende und aufwühlende Frage: Wie hat es der Sohn des Massenmörders geschafft, sich ein Leben lang an die Illusion von der eigenen Unbefangenheit zu klammern", schreibt Stefan Willeke in der Zeit. "Die frappierende Unmündigkeit, die sich in der Haltung des Sohnes zeigt, würde man einem Außerirdischen zugestehen, der nie von Auschwitz gehört hat. Aber einem Kind des Schlächters?"

"Diese Art der grotesken Verdrängung war und ist in Deutschland keine Seltenheit, und obwohl mit Sicherheit ein extremer Fall, gibt es in vielen Familien ähnlich widersprüchliche Erzählungen", schreibt Nicolas Freund in der SZ. "Die Dokumentation ist in dieser Hinsicht auch exemplarisch. 'The Zone of Interest' zeigte die Täter in ihrer Lügenidylle, 'Der Schatten des Kommandanten' zeigt nun die Lügen, mit denen sich die folgende Generation zum eigenen Schutz immunisierte. 'Es belastet einen doch gewaltig', sagt Hans Jürgen Höss dann schließlich einmal." Diesen Momenten im Film hätte FR-Kritiker Daniel Kothenschulte "mehr Leinwandzeit und eine tiefere psychologische Betrachtung" gewünscht. "Was macht es mit Kindern, die ihren Vater durch eine Hinrichtung verlieren? Man staunt über die leuchtenden Augen, wenn der greise Höß-Sohn seine Erinnerungen teilt. Wer würde tatsächlich mit einer vorsichtigen, immer noch etwas kindlichen Stimme sagen: 'Ich hatte eine wirklich schöne Kindheit in Auschwitz'?"

Außerdem: Patrick Heidmann spricht für den Tagesspiegel mit Julio Torres' (bei uns besprochenen) Debütfilm "Problemista". Annett Scheffel erzählt in der SZ von ihrem Besuch bei den Pixar Studios in Kalifornien, deren neuen Animationsfilm "Alles steht Kopf 2" Tim Caspar Boehme (taz), Katrin Nussmayr (Presse) und Daniel Kothenschulte (FR) besprechen.

Besprochen werden Nele Wohlatz' "Sleep With Your Eyes Open" (Perlentaucher), Otto Teischels essayistisches Filmbuch "Im Kino des Lebens" (FD), Henning Beckhoffs Dokumentarfilm "Fossil" über Tagebaukumpels (Zeit), Nikolaj Arcels Historiendrama "King's Land" mit Mads Mikkelsen (Freitag) und das Apple-Gerichtsdrama "Aus Mangel an Beweisen" mit Jake Gyllenhaal (Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.06.2024 - Film

Zwischen Nähe und Enge: "Ein Schweigen" von Joachim Lafosse

Joachim Lafosse tastet sich in "Ein Schweigen" an die Aufarbeitung eines Missbrauchs an (basierend auf dem Fall des Dutroux-Anwalts, der seinerseits des Besitzes von Kinderpornografie überführt wurde) und ebenso tastet sich Ekkehard Knörer (taz) an diesen Film heran, der seine Zusammenhänge erst allmählich zu erkennen gibt. Lafosse ist ein Regisseur, der "auf engem Raum viel Platz für subtile Darstellungen" gibt. "Emmanuelle Devos und Daniel Auteuil geben ihren Figuren eine enorme Intensität, Devos aus oft großer Nähe, .... Auteil dagegen von Anfang bis Ende auf Abstand, als wäre etwas Entscheidendes noch bei voller Präsenz seltsam verdeckt. ... Dazu die vielen Autofahrten, die geradezu ein Leitmotiv sind. Nicht als Bewegung ins Freie, sondern als Abkapselung gegen das Außen, als Verdichtung von Nähe und Enge, aber so, dass der Blick nie ganz an die Körper herankommt." Andreas Kilb von der FAZ dagegen war enttäuscht: "Das Problem des Films liegt darin, dass er in der Perspektive der Frau keinen Halt findet." Es "ist trotz allem die Geschichte des Anwalts, auch wenn Lafosse sie nicht erzählen will. Um die Leere im Zentrum des Familienporträts zu füllen, hat er den Schauspieler vor die Kamera geholt, der diese Leere besser als jeder andere im Kino verkörpern kann: Daniel Auteuil. Sein Auftritt rettet Lafosses Film davor, in Betroffenheit zu ersticken. Statt eines Unholds spielt er einen Bürokraten, der seine Perversion zu den Akten genommen hat, um sie nachts wieder herauszuholen."

Morgen beginnt in Frankfurt am Main die Reihe "Kino & Lyrik", für die zeitgenössische Lyrikerinnen und Lyriker Filme in Bezug zu ihrer literarischen Arbeit setzen. Die Schriftstellerin Ronya Othmann hat die vom Filmkollektiv Frankfurt organisierte Reihe kuratiert, wir dokumentieren ihren Einführungstext: Lyrik scheint "auf den ersten Blick die literarische Gattung zu sein, die vom Kino am weitesten entfernt liegt." Wie findet beides zusammen? In ihrer eigenen Arbeit "hat das Kino, der Film immer eine Rolle gespielt, in mehrerlei Hinsicht. Das was ich gesehen hatte, schrieb sich ein. Das konnte ein Bild sein, ein Mann trägt seine Frau auf dem Rücken durch den Schnee, ein Hubschrauber durchkreuzt das Blau des Himmels, eine Frau steht, hat die Gardine ein wenig beiseite geschoben, sieht aus dem Fenster und wartet. Das konnte eine gewisse Ästhetik sein, eine Langsamkeit im Erzählen, eine Schnittfolge. Das konnten auch Sätze sein, die eine Protagonistin sagt. Meist blieb das Gesehene und Gehörte eine Weile, bis nur noch die Erinnerung daran übrig war, bis es also von der Erinnerung überschrieben war und bis es durch sie zur Sprache kam. Und das Gesehene und Gehörte brachte weitere Bilder hervor, sie schreiben sich fort."

Besprochen werden Daniela Völkers Dokumentarfilm "Der Schatten des Kommandanten" über die Begegnung zwischen der Auschwitz-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch mit den Nachkommen des KZ-Leiters Rudolf Höß (BLZ), David E. Kelleys auf Apple gezeigtes Serien-Remake seines Gerichtsfilmklassikers "Aus Mangel an Beweisen" ("echte Wertarbeit", lobt Matthias Hannemann in der FAZ), der Animationsfilm "Alles steht Kopf 2" (Presse, Standard, Welt). die Disney-Serie "Becoming Karl Lagerfeld" mit Daniel Brühl in der Titelrolle (TA), Xavier Gens' Netflix-Horrorfilm "Im Wasser Serie" über Haifische, die Paris angreifen (Zeit Online) und die Netflix-SF-Serie "3 Body Problem" (Jungle World).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.06.2024 - Film

Für den Filmdienst spricht Josef Lederle mit dem Regisseur Marcus Vetter über dessen in Jenin entstandenen Dokumentarfilmzyklus, der jetzt mit "War and Justice" fortgesetzt wird. Die Zahl der Menschen, die sich an Themis, die Vertrauensstelle für Film- und Musikschaffende zu Fragen von sexueller Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz, wenden, nimmt aktuell rasant zu, berichtet Christiane Peitz im Tagesspiegel. In der Presse empfiehlt Lukas Foerster die Julien-Duvivier-Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum.

Besprochen werden die Buddy-Actionkomödie "Bad Boys 4: Ride or Die" mit Martin Lawrence und Will Smith (FAZ-Kritiker Daniel Haas fragt sich, "ob die letzten fünfzig Jahre Feminismus überhaupt stattgefunden haben") und die zweite Staffel der Netflix-Serie "Tour de France" (SZ).
Stichwörter: Feminismus, Netflix

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.06.2024 - Film

Die Plattform Showrunner wirbt für sich als "Netflix der KI" und verspricht: Hier kann man sich angeblich die eigenen Wunsch-Serien einfach per Texteingabe erstellen lassen und sehen (mit dem Manko allerdings, dass derzeit nur Zeichentrickoptiken zur Verfügung stehen). "Für die pathologischen Binge-Watcher klingt das wahrscheinlich nach einer sehr nahen Entsprechung des Paradieses", schreibt Michael Moorstedt in der SZ. Doch angesichts bisheriger Ergebnisse "sollte man seine Erwartungen nicht allzu hoch ansetzen." Mitunter "scheinen Serien nur aus Standbildern zu bestehen, die Animationen sind schief, die Stimmen ton- und die Ideen einfallslos. Trotz allem handelt es sich natürlich um ein prima Geschäftsmodell: In Zukunft sollen die Nutzer nicht nur eine Abo-Gebühr für die Inhalte-Plattformen bezahlen, sondern diese auch noch selbst befüllen."

Harald Staun relativiert in der FAS das Werbeversprechen weiter: "Statt mit einem einzigen Prompt ganze Folgen oder Staffeln zu erzeugen, eignen sich die KI-Tools eher dazu, kürzere Szenen oder Clips zu entwerfen, 30 Sekunden, maximal einige Minuten. Mit komplexen Erzählbögen über mehrere Staffeln wie bei 'Breaking Bad' sind sie eher überfordert. ... Auf den ersten Blick wirken die Ergebnisse beeindruckend und dank der Fähigkeit, bestehende Stilmerkmale perfekt nachzuahmen und neu zu kombinieren, gelegentlich fast originell. Sogar Pointen funktionieren manchmal, weil ja auch diese oft auf bewährten Regeln beruhen. Und doch meint man früher oder später immer die Formelhaftigkeit der Skripts zu erkennen." Hier die erste Episode der an "South Park" angelehnten "Terminator"-Variante "Exit Valley":



Außerdem: Leo Geisler setzt im Filmdienst seine Essayreihe über "Kuchenfilme" fort. Besprochen werden der Katalog zur Ausstellung "Der deutsche Film. 1895 bis Heute" (FD), Matt Johnsons "Blackberry" (FAZ), Mahalia Belos Katastrophenfilm "The End We Start From" (FAZ), Ishana Shyamalans Horrorfilm "They See You" (Standard, unsere Kritik) sowie Cameron und Colin Cairnes' Horrorfilm "Late Night with the Devil" (Jungle World).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.06.2024 - Film

Im NZZ-Gespräch mit Andreas Scheiner erinnert sich Jessica Chastain unter anderem an ihre beschwerlichen Anfänge als Schauspielerin. Für die WamS hat Gunnar Meinhardt ausführlich mit dem Schauspieler Joe Bausch gesprochen. Pascal Blum verzweifelt im Tagesanzeiger darüber, dass Haifisch-Horrorfilme immer beknackter werden. Eine Britin verklagt Netflix auf 170 Millionen Dollar wegen Verleumdung, weil sie sich in der Stalkerin in "Rentierbaby" wiedererkannt haben will, berichtet Susan Vahabzadeh in der SZ. Johann Thöming (FAZ) und Harald Eggebrecht (SZ) gratulieren Donald Duck zum 90. Geburtstag. Seinen ersten Auftritt hatte er in Disneys "Silly Symphony"-Cartoon "Wise Little Hen":



Besprochen werden die Netflix-Serie "Eric" mit Benedict Cumberbatch (NZZ) und Balojis "Omen" (Standard).
Stichwörter: Netflix, Chastain, Jessica

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.06.2024 - Film

In seiner Artechock-Wochenkolumne trauert Rüdiger Suchsland um Ruth Maria Kubitschek: Es ist "die alte Bundesrepublik, von der mit ihr wieder ein kleines Stück gestorben ist. Und es war der Ort München, mit dem sie untrennbar verbunden war, mit dem München des Regisseurs Helmut Dietl und dieser Münchner Lässigkeit." Sie "spielte starke Frauen, als sie noch nicht so genannt wurden. Frauen, die das Kommando haben, selbstbewusste Frauen, Frauen, die den Männern überlegen sind, auch an Ironie, an verstecktem Wissen. ... Göttlich, wie fassungslos die Kubitschek blicken konnte! Fassungslos ob der Dummheit und des Wahnsinns der Welt."

Außerdem: Georg Seeßlen verneigt sich im Freitag vor Donald Duck, der dieser Tage seinen 90. Geburtstag feiert. Im Standard gratuliert Karl Fluch dem Sänger und Schauspieler Voodoo Jürgens zur Auszeichnung mit dem Österreichischen Filmpreis.

Besprochen werden Ishana Shyamalans Horrorfilm "They See You" (Perlentaucher), Klaus Sterns Dokumentarfilm "Watching You" über die Überwachungsfirma Palantir (Artechock), der Dokumentarfilm "Don't Worry About India" des Nama Collectives (Artechock), Keiichi Haras Animationsfilm "Lonely Castle in The Mirror" (critic.de), Nikolaj Arcels Historienfilm "King's Land" mit Mads Mikkelsen (FAZ), Cameron und Colin Cairnes' Horrorfilm "Late Night with the Devil" (critic.de), die Disney-Serie "Becoming Karl Lagerfeld" mit Daniel Brühl in der Titelrolle (FAZ), die Wiederaufführung von Christopher Nolans Debütfilm "Following" (Artechock), Sander Burgers "Mein Totemtier und ich" (Artechock) und der vierte Teil der "Bad Boys"-Actionkomödienreihe mit Martin Lawrence und Will Smith (NZZ, Standard, Presse, Artechock).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.06.2024 - Film

Stadt ohne Hoffnung: "Critical Zone" von Ali Ahmadzadeh

Das Filmforum im Museum Ludwig in Köln zeigt am kommenden Sonntag im Rahmen des Filmfestivals "Visions of Iran" Ali Ahmadzadehs klandestin produzierten, letztes Jahr in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichneten Film "Critical Zone", der später im Jahr auch regulär in die Kinos kommt. Für den Perlentaucher bespricht Alice Fischer den Film über einen Drogendealer, der mit einem Taxi durch die Nacht von Teheran streift. "Immer scheinen durch das Dunkel der Nacht die bunten Lichter Teherans - allerdings transportieren sie keinen Hoffnungsschimmer, halten keine Erlösung bereit für die existenzielle Einsamkeit, an denen die Figuren des Films leiden. Diese Stadt und dieses Land, regiert von Fanatikern, haben den Menschen nichts mehr zu bieten. Sie fliehen, bewegen sich unter dem Radar und suchen nach der kleinen Freiheit im Rausch. Die Verzweiflung schlummert unterschwellig und bricht sich nur ganz selten Bahn, vielmehr hat sich Abgestumpftheit und Sprachlosigkeit breit gemacht."

Weitere Artikel: Daniel Gerhardt plaudert für Zeit Online mit Daniel Brühl über seine Rolle als Karl Lagerfeld in einer (im Freitag besprochenen) Disney-Serie. Patrick Heidmann spricht für die taz mit den Brüdern Bill und Turner Ross, deren Roadmovie "Gasonline Rainbow" gerade auf Mubi läuft. In seiner Textreihe zur Geschichte des Heist-Movie erinnert Leo Geisler im Filmdienst an John Flynns "Revolte in der Unterwelt" von 1973. Beim österreichischen Filmpreis konnten Veronika Franz' und Severin Fialas "Des Teufels Bad" acht Auszeichnungen einheimsen, berichtet Valerie Dirk im Standard.

Besprochen werden unter anderem Klaus Sterns Dokumentarfilm "Watching You" über den Überwachungskonzern Palantir (FAZ), Leslie Frankes und Herdolor Lorenz' Dokumentarfilm "Sold City" über den Irrsin auf dem Wohnungsmarkt (Freitag), die DVD-Ausgabe von Jérémie Périns Animationsfilm "Mars Express" (taz), Ishana Shyamalans Horrorfilm "They See You" (FR), Nikolaj Arcels Historienfilm "King's Land" (taz), Marcus Vetters und Michele Gentiles Dokumentarfilm "War and Justice" (FR), die neue "Star Wars"-Serie "The Acolyte" (Tsp, online nachgereicht von der Welt) und Michael Klofts NDR-Doku "24 h D-Day" über die Landung der US-Streitkräfte in der Normandie heute vor 80 Jahren (Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.06.2024 - Film

Ihr krieg uns hier nicht raus, das ist unser Haus: "Yellowstone"

Im Tagesanzeiger versucht Marie Schmidt, den sagenhaften Erfolg der Neowestern-Serie "Yellowstone" mit Kevin Costner aufzuschlüsseln. Suchte der klassische Western noch Richtung Horizont nach der Weite der Welt, handelt diese Serie über eine Ranch "von der letzten Verteidigung einer kleiner werdenden Welt im Angesicht ihrer ständig drohenden Zerstörung." Der "Zirkelschluss der Gewalt imprägniert jede Sekunde jeder Folge, jedes Detail der Kulisse, jede Totale der unbändigen Natur Montanas, jedes Komma des Drehbuchs. Das Pathos der Dialoge lässt jede ihrer geraunten Sentenzen wie ein Fallbeil sausen." So bricht die Serie die politische Wirklichkeit der gegenwärtigen USA "herunter auf Minimalelemente des amerikanischen Mythos - ein Pferd, eine Waffe, ein Mann, eine Frau, meine Herde, deine Gier, in meine Fresse, in deine Fresse - und permutiert sie, bis die nackte Existenzangst dahinter nicht mehr zu verdrängen ist."

Außerdem: Christoph Heim ärgert sich im Tagesanzeiger über das diesjährige Plakat des Filmfestivals von Locarno. Martin Walder gratuliert in der NZZ dem Schweizer Regisseur Richard Dindo zum 80. Geburtstag. Aljoscha Begrich schreibt im Freitag zum Tod von Thomas Heise.

Besprochen werden Leandro Kochs und Paloma Schachmanns halbdokumentarischer Film "Das Klezmer-Projekt - In mir tanze ich" ("charmant", findet Katharina Granzin in der taz), Nikolaj Arcels Historiendrama "King's Land" mit Mads Mikkelsen (Tsp), Katrin Rothes Legetrickfilm "Johnny & Me - Eine Zeitreise mit John Heartfield" (Standard), Güner Balcis ZDF-Porträtfilm "Die Nummer auf meinem Arm" über den ostfriesischen Shoah-Überlebenden Albrecht Weinberg (FAZ) und der vierte Teil der "Bad Boys"-Actionkomödienreihe mit Will Smith (Welt).