
"Sehr wenig öffentliche Ereignisse sind derzeit dazu angetan, einem
Intellektuellen Mut zu machen",
schreibt Mona Anis und erklärt, warum sie sich
gerade als Ägypterin über den Nobelpreis für
Harold Pinter freut. Sie erinnert sich an ein Interview, in dem Pinter darüber sprach, wie obszön es sei, sich nicht politisch zu engagieren, wenn so viele Menschen leiden. "Gut zwanzig Jahre, nachdem ich erstmals mit Pinters Werk in Berührung kam, wurde ich wieder süchtig nach ihm, denn er gab mir die Gewissheit, dass große Künstler im
Kampf gegen die Grausamkeit in der Welt eine Rolle spielen müssen und dass sie dabei
bessere Künstler werden, auch wenn viele, die vom Status quo profitieren, das Gegenteil behaupten. Für die Auszeichnung Pinters geht mein tiefempfundener Dank an das Nobel-Kommittee, das mir gezeigt hat, dass andere diesen Standpunkt teilen. Vor allem weil viele Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler
in Ägypten sich organisieren in einem Versuch, ein kulturelles Establishment zu verändern, das von
Korruption und
Schwindel durchsetzt ist, das Intellektuelle als Apologeten des Regimes engagiert und das nichts fördert außer verkrüppelte Propaganda."
Homer wird zu Omar, Bart zu Badr, Marge zu Mona - und die
Simpsons werden als Familie
Al-Shamshoon auf den ägyptischen Fernsehbildschirmen zu sehen sein, allerdings in einer arabisierten Version, wie Hicham Safieddine
informiert: mit den Stimmen bekannter ägyptischer Schauspieler, und ohne Anspielungen auf
Sex und Alkohol.

Die neue Ausgabe der
Cairo Review of Books widmet sich vor allem
politischen Büchern: David Tresilian
bespricht Thomas Deltombes gründliche Studie über die Repräsentation des Islam in den französischen Medien (
L'Islam imaginaire, la construction mediatique de l'islamophobie en France, 1975-2005). Rania Khallaf
lobt und kritisiert Mervat Abdel-Nassers Liebeserklärung an die ägyptische Zivilisation und ihr Denken. Imam Hamam
begrüßt Beth Barons Untersuchung der Rolle von Frauen in der jüngeren ägyptischen Geschichte (
Egypt as a Woman: Nationalism, Gender, Politics).
Außerdem
berichtet Fayza Hassan von einem
Überraschungserfolg auf dem amerikanischen Buchmarkt: die
englische Übersetzung einer Auswahl ägyptischer Folktales mit dem populären Antihelden und "weisen Narren"
Goha. Eine davon steht
hier.