
Ist Ungarn verloren? Chefredakteur Zoltán Kovács,
wirft einen ernüchterten Blick auf
Viktor Orbans Regime: "Seit zehn Jahren stehen wir im Krieg mit der Europäischen Union. Der in der fieberhaften Suche nach Staatsfeinden und Wählerstimmen so erfolgreiche Viktor Orbán sucht stets die Zerreißproben: Was wird Brüssel noch ertragen? (…) Nachdem seine natürliche Parteienfamilie genug von seinen Tabubrüchen hatte, versucht er jetzt eine mehr als
fragwürdige rechtsextreme Truppe zu organisieren. Wenn es nur um seine eigene Zukunft und die Zukunft seiner Partei ginge, wäre Mitleid angesagt. Aber als Ministerpräsident zieht er das gesamte Land in eine vernebelte Zukunft. Während er sich mit Marine Le Pen und manchen verrückten nordeuropäischen Nazis verbündet, sucht er gleichzeitig
Gunst Putins und der chinesischen Führung. (…) Er fängt mit zweifelhaften defizitären Projekten an, etwa der Ansiedlung der chinesischen Fudan Universität, der Erweiterung des AKW Paks oder der chinesische Eisenbahn zwischen Belgrad und Budapest. Zugleich verjagt er die
Central European University, ein Ende der schmutzigen Regierungsgeschäften ist nicht abzusehen, der Abhörskandal Pegasus tobt, das Land versinkt in Korruption. Im Amtsblatt aber erscheint eine Regierungspublizistik, in der angekündigt wird, dass alle pandemiebedingten Maßnahmen für die Feierlichkeiten am 20. August, dem
Nationalfeiertag, ausgesetzt werden. (...) Es werden keine Impfnachweise verlangt, es wird keine Begrenzung der Teilnehmer geben,
jeder kann kommen, nur über die Delta-Variante soll kein Wort gesagt werden."