
David Matthews
untersucht die Beziehung
afro-karibischer Briten zu den
Konservativen. Im Augenblick stimmen bei Wahlen ca. 80 Prozent für Labour. Doch sobald sie die soziale Leiter etwas höher gestiegen sind, könnte sich das ändern, denn Afro-Kariben und Afrikaner sind "in vieler Hinsicht
maßgeschneidert für die Tories", meint Matthews. "1962 kamen meine Eltern von British Guayana (heute Guayana) nach England. Sie waren klassische Immigranten: hart arbeitend, unabhängig, Hausbesitzer. Maßgeschneiderte Tories. Kulturell ist die Diaspora immer noch konservativ. Die Einstellung zu kindlicher Disziplin, Abtreibung und Homosexualität ist
tief reaktionär. Vor ein paar Jahren zeigte eine Umfrage, dass 96 Prozent aller Jamaikaner gegen die Legalisierung der Homosexualität sind. Die afrikanische Diözese der Anglikanischen Kirche ist jetzt so rechts, dass sogar Gott sich fühlt wie ein schuldiger weißer Liberaler. Aber bedeutet sozialer und kultureller Konservatismus auch politischer Konservatismus?" Noch nicht, aber es könnte dazu kommen, denn nach über 50 Jahren, in denen er Labour gewählt hat, fragt sich zum Beispiel mancher schwarze Brite: Wo sind die
schwarzen Parlamentarier auf den vorderen Labour Bänken?
Ein gewisser Neid
erfüllt Kira Cochrane, wenn sie nach
Schweden sieht: "Die Schweden scheinen ohne jede Anstrengung in praktisch allem, das erstrebenswert ist, auf den
ersten Platz zu rutschen, stimmt's? Sie sind
gesund - sie haben eine der längsten Lebenserwartungen in der Welt. Sie sind
freundlich - sie wurden gerade als das beste Land in Europa genannt, wenn es darum geht, Immigranten zu begrüßen und ihnen zu helfen, sich niederzulassen. Sie sind
intelligent - sie haben den höchsten pro-Kopf-Anteil an Nobelpreisträgern. Sie gaben uns
Abba, die karaokefreundlichste Popgruppe aller Zeiten.... Und als ob das nicht genug wäre, wurden sie jetzt zum zweiten Mal als das Land ausgezeichnet, das am meisten für die
Gleichberechtigung getan hat."
Weiteres: Besprochen werden die
neue CD von Burial (hier ein paar
Hörproben) und
Thomas Schüttes Skulptur am Trafalgar Square.