
"Ist Boris ein Fake",
fragt das Magazin auf dem Titel.
Boris Johnson kandidiert als Konservativer gegen
Ken Livingston für das Amt des
Londoner Bürgermeisters. Es sieht gut für ihn aus, und das nur deswegen, wie Brian Cathcart notiert, weil der flamboyante
Johnson sich permanent selbst verleugnet. "Wie ein Mann, der sein Stottern überwindet, hat Johnson seinen fast
pathologischen Hang überwunden, jeden aber auch jeden, mit dem er spricht, zu verwirren und zu schockieren. Immer wieder hat er deshalb Unsagbares ausgeplaudert. Zudem hat er es sich abgewöhnt, entweder zu spät oder gar nicht zu Terminen aufzukreuzen. Nicht nur der Kandidat strengt sich an, auch die Menschen um ihn herum geben das Letzte. Im Wahlkampfteam kursiert der Witz, dass Chefstratege Lynton Crosby bei jedem öffentlichen Auftritt Johnson im
Visier eines Scharfschützengewehrs hat, bereit, ihn sofort auszuschalten, falls sein Mundwerk wieder mit ihm durchgeht."
In einem weiteren Artikel
untersucht Sholto Byrnes die Biografie des Mannes, dessen
Urgroßvater Ali Kemal der letzte Innenminister des Ottomanischen Reichs und dessen Ur-Urgroßmutter möglicherweise eine
tscherkessische Sklavin war.
Die darstellende Kunst in
China wird stagnieren,
meint der chinesische Schriftsteller
Xiaolu Guo nach einem Besuch der Ausstellung
"China Design Now" im Londoner Victoria and Albert Museum, solange der Sozialismus verdrängt und der Konsumismus umarmt wird. "'Unschuldige' Menschen behaupten immer, Kunst könne und solle unbeeinflusst sein von den Schatten der Politik und der Geschichte. Aber als ich vor den Video-Clips von Wong Kar-wais Film 'In the Mood for Love' stand, die ebenfalls in der Ausstellung gezeigt wurden, erschien es mir, als sei die wichtigste Aussage des Films Maggie Cheungs exotisches 'qipao'-Kleid. Ich ging weiter, ließ den melancholischen Soundtrack des Films hinter mir und fragte mich: Kann hier und jetzt kommerzielle
Werbung die Hauptkunst einer ganzen Nation werden? Wenn ja, dann ist China diese Nation."