
Viele
Afghanen mögen ja die Amerikaner nicht ausstehen können, aber die
Iraner mögen sie auch nicht. Luke Mogelson
reiste für das
Magazine in den Südwesten Afghanistans, in die Provinz
Nimruz, die an den Iran grenzt. Dort versucht er in einer ebenso mutigen wie - angesichts der verwickelten Verhältnisse - fast rührenden Reportage herauszubekommen, worauf die Feindschaft basiert. Es geht um
Drogen,
Wasser und
Menschenschmuggel. Letzteren versucht der Iran seit einiger Zeit zu unterbinden. Doch da sind die Baluchis vor: "Vor einigen Jahren erklärte der Iran die Provinz an der Grenze zu Nimruz zur No-go-Area für Ausländer. Kurz darauf begann er eine 15 Fuß hohe
Mauer zu errichten, die jetzt die Hälfte der 147 Meilen langen Grenze zu Nimruz entlang verläuft. Die iranische Grenzpolizei - in bemannten Wachtürme, alle in Sichtweite des jeweils nächsten - soll sich auch verändert haben. Es gibt immer mehr Berichte über Afghanen, die von den Beamten
erschossen wurden, die sie vor nicht allzu langer Zeit noch freundlich durchwinkten. Die meisten dieser Geschichten können zwar nicht verifiziert werden, aber sie verstärken doch das Gefühl, dass die
alte Straße zu einem neuen Leben jetzt versperrt ist. Heute müssen Migranten, die nach Nimruz kommen, zehn Stunden südlich nach Pakistan reisen und dort in den Iran wechseln. Die Reise steht auf drei Schmugglerbeinen:
Afghanische Baluchis führen einen ein Stück des Wegs,
pakistanische Baluchis führen einen ein Stück weiter,
iranische Baluchis beenden den Job."
Dan Barry porträtiert in einer Serie
Elyria, eine Kleinstadt mit 55.000 Einwohnern in Ohio, die den
Niedergang der amerikanischen Mitte veranschaulicht. Die Fabrikjobs sind weg ebenso wie die dazugehörigen Managementjobs. Billige Dienstleistung bleibt. Barry stellt einige Einwohner vor und immer wenn man denkt, großartig, aber das wird jetzt doch etwas
zu capramäßig reizend, kommt eine unbehagliche Geschichte etwa über den verwirrten schwarzen ex-Footballspieler Ike, der trotz seiner sportlichen Erfolge nie eine Chance bekam, aber dafür einen
Baseballschläger auf den Kopf. Und man erinnert sich daran, warum
Donna, die nette Besitzerin des Diners, die Highschool verlassen hat: "Donna zog ganz klar die Küche der Elyria High School vor, die sie zu groß fand - eine andere Ausdrucksweise für 'zu integriert'. Sie hatte den größten Teil ihres jungen Lebens in der weißen Blase des Bay Village geführt, 15 Kilometer nordöstlich, und nun war sie plötzlich in der City High School, die einen
gesunden Anteil an schwarzen Studenten aufwies. Das ungewohnte schüchterte sie ein, so verließ sie die Schule. Sie wurde schwanger und heiratete mit 16. Auf den Hochzeitsfotos sehen sie und ihr Mann wie verkleidet aus." Die Serie hat fünf Teile:
Teil 1,
Teil 2,
Teil 3,
Teil 4,
Teil 5 und ist absolut filmtauglich.