
Wyatt Mason
bricht eine Lanze für den amerikanischen
Dichter Frederick Seidel, dessen Rang nicht ganz unumstritten zu sein scheint: Für die einen ist er der derzeit beste amerikanische
Dichter überhaupt, für andere höchstens der furcherregendste. Oder der "
Darth Vader der zeitgenössischen Poesie". Mason hält ihn für einen Poeten der großen Offenheit: "Sein Ton, aber auch sein Sujet, lassen seine Leser perplex zurück. Ein maßgeblicher Zug seiner Dichtung ist, wie er die Bandbreite an Inhalten erweitert hat, die einem poetischen Prüfung würdig scheinen. 'I live a life of
laziness and luxury' beginnt sein Gedicht 'Frederick Seidel', eines von vielen Selbstporträts vor einem bestimmten Hintergrund: Hotels wie das New Yorker
Carlyle ('The chandeliers were Faberge sleighs / Flying behind powerful invisible horses, / Powerful invisible forces'), Restaurants in Manhattan ('I mean every part I play. / I'm drinking my lunch at Montrachet ) oder die seltenen Motorräder, die er sein Eigen nennt ('Red/As a Ducati 916, / I'm crazed, I speed, / I blaze, I bleed' ). Gewisse Kritiker haben die
poetische Anständigkeit solcher Einsprengsel in Frage gestellt."
In der
Sunday Book Review widmet sich Michael Meyer den sechs- bis siebenstelligen
Vorschüssen, die Verlage mittlerweile ihren Autor zahlen, obwohl höchstens drei von zehn Büchern einen entsprechenden Gewinn abwerfen. "
Vorschussneid ist weit verbreitet: 'Autoren, die nicht einmal ihre eigene Sozialversicherungsnummer wissen, können auf den Penny genau
beziffern, was für einen Vorschuss
ihre Nemesis bekommen hat', sagt Elissa Schappell, unter anderem Herausgeberin der Anthologie 'Money Changes Everything', in einer Email."