Outlook India feiert den
10. Geburtstag mit einer prall gefüllten Ausgabe, in der die Redaktion auf die eigene Geschichte zurückblickt. Unter anderem
erzählt Chefredakteur Vinod Mehta, wie er
Outlook mit einer fulminanten ersten Ausgabe startete, nachdem er in einen
Gully gefallen war.
Einige blicken in die Zukunft:
Sir Harold Evans, der in den siebziger Jahren bei der
Sunday Times mit seinem investigativen Journalismus Furore machte und und 2002 als "Redakteur des Jahrhunderts" geehrt wurde,
findet im Gespräch mit Sugata Srinivasaraju die Meinungslust der
Blogger "sehr gesund". Ein anderer Sir, Arthur C. Clarke, ist sich
sicher: "Es wird kein Zurück geeben auf dem Weg von Citizen Kane zum '
Citizen Journalist'." Clarke schreibt: "Die Publikation von Online-Tagebüchern zeigt, wie passionierte Individuen Aufmerksamkeit erregen und Einfluss weit über ihre beruflichen und sozialen Zirkel hinaus ausüben können." Interessant ist auch Seema Sirohis
Interview mit
David Remnick, dem Chefredakteur des
New Yorker, über die Zukunft des Magazinjournalismus.
Bei der Frage, ob Indien oder China das Rennen um die künftige Supermacht macht,
greift Pulitzer-Preisträger
Thomas Friedman zu einer schönen Metapher: "Ich sehe beide als
Super-Highways, sechsspurig. Der chinesische Super-Highway ist perfekt gepflastert, hat prima Gehwege, und alle Straßenlaternen funktionieren. Aber weiter hinten bremst eine
Bodenschwelle das Tempo, auf der steht: politische Reform. (...) Indien ist auch ein Super-Highway, allerdings voller Schlaglöcher, mit Rissen im Zement, unfertigen Gehwegen und
kaputten Laternen. Weiter hinten jedoch sieht man, wie die Straße sich glättet." Und Jeremy Seabrook
ergänzt: "Man hat
Mutter Indien in Miss World verwandelt."
Andere blicken zurück:
Gabriel Garcia Marquez erinnert sich an seine Anfänge als Reportereleve vor einem halben Jahrhundert, als Journalisten noch Journalisten waren und nicht der O-Ton der Gipfel der Wahrheit, sondern die
Zeugenschaft des gewissenhaften Berichterstatters. Sheela Reddy
führt ein langes Gespräch mit einer indischen Journalistenlegende, dem 91-jährigen
Khushwant Singh.