
Adam Boniecki, Chefredakteur der liberal-katholischen Wochenzeitung
Tygodnik Powszechny, die 1945 in Krakau gegründet quasi Wegbegleiter von Karol Wojtyla war,
ehrt in einer Sonderbeilage "
Johannes Paul den Großen". "Er sprach mit allen. Er empfing Menschen, die bei weitem nicht alle heilig waren, Diktatoren und Anführer, die Blut an den Händen hatten: Pinochet, Arafat. Er wusste, dass ein Treffen und ein Gespräch mehr bewirken konnte als verachtungsvolles Urteilen und Abwenden. Er sprach im Namen derer, von denen die
freie Welt lieber nicht zu viel wissen wollte. Aber von seiner
Größe zeugen weder Worte noch Ereignisse. Diese sind das Ergebnis seiner Größe. Die Logik des Glaubens und sein grenzenloses
Vertrauen an Gott ließen Johannes Paul II die Zeichen der Zeit richtig entziffern und beantworten."
In einem anderen
Artikel wird der Verlauf der
Karwoche rekapituliert, und die "stille
Ab- und Anwesenheit und das Leiden" des Papstes unterstrichen. "Vom
Petersplatz aus schien alles so zu sein wie immer: hoch oben stand im offenen Fenster eine
weiße Gestalt mit der roten Stola. Aber die Kameras von 104 Fernsehsendern aus 84 Ländern zeigten uns von Nahem jede Geste, jede schmerzvolle
Grimasse. Sie schufen jene
Nähe, die wir wollen und die wir fürchten, um nicht Auge in Auge mit dem
Leid zu stehen."
Weitere Artikel: Anna Machcewicz
beschreibt das schwierige Leben der
vietnamesischen Einwanderer in Polen: "Sie sind auf der Straße leicht erkennbar und dadurch
Freiwild für Räuber und, leider, für die Polizei." Viele Vietnamesen seien noch in kommunistischen Zeit zum Beispiel zum
Studieren gekommen, der Rest sei größtenteils
illegal eingewandert. "Man sollte sich deshalb hinsetzen und denen helfen, die schon in Polen sind, ihnen einen Raum geben, damit sie normal leben können. Zum
Nutzen unseres Landes." Marek Cichocki vom
Center for Eastern Studies erklärt im
Interview, warum ein
Dialog mit Russland immer schwieriger wird: "Die Menschen, die so einen Dialog führen können, melden sich aufgrund der aktuellen
Stimmung nicht zu Wort. Das betrifft vor allem historische Diskussionen, die immer weniger von
Historikern und immer mehr von
Polittechnologen geführt werden."