
Bei den
Wahlen in den Niederlanden haben die beiden großen Volksparteien schwere Einbußen erlitten, die Parteien der Ränder dagegen zugelegt. Der Autor
Leon de Winter versucht sich zu erklären, was in dem Land gerade vor sich geht: "Wie ist es möglich, dass es bei derartigem Wohlstand zu diesem Resultat kam? Ich möchte den Schock der
politischen Morde, die wir 2002 und 2004 miterlebten, nicht herunterspielen - es waren Ereignisse, wie sie in den letzten 400 Jahren nie geschehen sind. Aber die gegenwärtige Rastlosigkeit eines Teils der Wählerschaft hat nichts damit zu tun. Es besteht ein
allgemeines Missbehagen, die Leute fühlen sich unwohl, entfremdet; sie glauben, das politische Establishment habe den Kontakt zur Wirklichkeit verloren." Gar nicht verstehen kann er den Erfolg der linkspopulistischen Sozialisten: "Wie in aller Welt ist es möglich, dass ein so gut organisiertes Land - gut organisiert
wie die Schweiz -, in dem die Leute sich im Allgemeinen anständig aufführen, wo die Leute höflich sind, wo wir alle zweimal im Jahr in die Ferien reisen, ein Land mit niedriger Arbeitslosigkeit und einer ausgezeichneten Gesundheitsversorgung - wie ist es möglich, dass ein großer Anteil der Wähler für eine
maoistische Partei stimmt?"
Weiteres: Bei aller Liebe zum Eigensinn
zeigt Signer Enervierungserscheinungen gegen die
Appenzeller, die wieder einmal gegen eine sinnvolle Erneuerung gestimmt haben (der Erhöhung der Kinderzulage von 185 auf 200 Franken): "Dauernd gegen nationale Vereinheitlichung und Bevormundung zu schimpfen und auf Föderalismus zu pochen, während die
Subventionen fließen, ist widersprüchlich." Nigel Lawson
konstatiert in einem vom
Spectator übernommenen Text, dass der Klimawandel zu wenig wissenschaftlich gesichert sei, um teure Gegenmaßnahme zu treffen. Und Julian Schütt
singt eine Ode auf das
Kaffeehaus.