
Alles schnell umkrempeln, Fragen später stellen - wenn überhaupt. Diese Leitlinie der Disruption setzt
Elon Musk mit
DOGE und seinem Team aus teils sehr jungen, im Netz rekrutierten IT-Mitarbeitern gerade konsequent um. Angeblich um die Effizienz des amerikanischen Staates zu steigern, de facto jedoch um dessen Institutionen und Instanzen bis an die
Grenze zur Handlungsunfähigkeit zu zerlegen. Bedenken bezüglich Datenschutz oder mittel- bis langfristigen Folgeschäden scheint es keine zu geben, dem
großen Recherche-Dossier nach zu schließen, das eine ganze Handvoll
Wired-Reporter zusammengetragen hat - von einem "
digitalen Staatstreich" spricht gar eine Quelle in USAID, der US-Behörde für Entwicklungshilfe. "DOGE gewann Zugang zu
unzähligen Terabyte an Daten. Trump hat Musk und seinen Mitarbeitern freie Hand gelassen, um ganz nach Belieben jegliches System ohne Verschlusssache anzustechen. ... Einem 25 Jahre alten, früheren
X-Techniker namens Marko Elez war es gestattet, nicht nur den
Code im System des Finanzministeriums zu durchleuchten, sondern auch ihn zu verändern. Mit diesem Maß an Zugang, könnte er (oder jeder, dem er Bericht erstattet) potenziell vom Kongress abgesegnete Zahlungen einstellen, was Trump oder Musik effektiv in die Lage versetzte hätte, Einzelposten mit einem Veto zu belegen. Noch viel verdächtiger war in den Augen jener Leute, die sich mit dem System auskennen, die Möglichkeit, dass Elez beim Herumspielen mit dem Code die Systeme
ganz oder teilweise lahmlegen könnte. 'Das ist in etwa so, als ob du zwar weißt, dass sich ein Hacker in deinem Netzwerk befindet, aber keiner lässt dich gegen ihn vorgehen', sagte ein Angestellter des Finanzministeriums gegenüber
Wired." In einem weiteren Fall, dem eines DOGE-Technikers namens Akash Bobba, gab es von übergeordneter Stelle Sicherheitsbedenken, die jedoch mit hartnäckigem Druck zur Seite gefegt wurden, sodass auch hier Zugang zu Millionen privater Daten eingeräumt wurde. Tiffany Flick, die Bedenken geäußert hatte, "kündigte. In ihrer eidesstaatlichen Erklärung äußerte sie ernsthafte Sorge, dass die Aufzeichnungen des US-Rentensystems 'ungewollt
übelwollenden Akteuren zugespielt' würden und dass ein 'unglaublich komplexes Systemnetz' durch 'unbeabsichtige Fehler auf Nutzerseite
zerstört' werden könnte."