
Seit drei Jahren versetzt die neue
Gentechnologie Crispr-Cas9 die Biologie in Aufregung,
berichtet Amy Maxmen: Dank dieser wird es möglich, Gencodes präzise und mit wenig Aufwand aufzutrennen, einzelne Gene zu isolieren oder sie durch neue zu ersetzen. Den Möglichkeiten sind schier keine Grenzen gesetzt - genau wie den Gefahren: "Bio-Ingenieure haben Crispr bereits genutzt, um die Gene von Hefe so zu ändern, dass sie pflanzliche Stoffe aufnehmen und Ethanol ausscheiden, was ein
Ende der Ölabhängigkeit in Aussicht stellt. ... Je nachdem wer du bist, lässt Crispr Dich eine glänzende Zukunftswelt sehen, eine Nobelpreisauszeichnung oder Dollarzeichen. Die Technik ist revolutionär und wie alle Revolutionen ist sie riskant. Crispr übersteigt alles, was 1975 auf der Asilomar-Konferenz unter Biologen diskutiert wurde. Sie könnte es Genforschern zumindest gestatten, all das in die Welt zu setzen, von dem irgendwer mal glaubte, dass sie es tun würden - Designer-Babys, angreifende Mutanten,
spezies-
spezifische Biowaffen und ein Dutzend weiterer Science-Fiction-Ideen. Damit gehen
komplett neue Regeln für die Forschungspraxis in den Lebenswissenschaften einher. Doch keiner weiß, welche das im einzelnen sind..."
Man macht sich ja in Zeiten von
GoogleMaps und Smartphones keinen Begriff mehr davon, mit welch kräftezehrenden Aufwand es insbesondere im
Kalten Krieg verbunden war, detaillierte Karten von der Welt zu erstellen. Eine Ahnung davon
vermittelt Greg Miller mit einer großen Reportage über das Phänomen der (verhältnismäßig) hochauflösenden
Sowjet-
Karten, mit denen die Sowjetunion einst ihr eigenes und ihr erhofftes zukünftiges Gebiet jenseits des Eisernen Vorhangs kartografiert hat: Mehrere Millionen durften erstellt worden sein, die, als einstiges
Militärgeheimnis, beim Zusammenbruch der UdSSR von geschäftstüchtigen Offiziere
kiloweise verscherbelt wurden und nun im Liebhaber-Handel kursieren. Sie sind erstaunlich kleinteilig, gerade auch, was amerikanische und europäische Städte betrifft. "Vermerkt sind auch Fakten wie die exakte Angabe von Straßenbreiten, die Belastbarkeit von Brücken und die verschiedenen Arten von Fabriken. Jene Sorte von Hinweisen also, die nützlich sind, wenn man eine
Panzerinvasion plant..." Mehr zu sowjetischen Karten auf
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