
Das
Social-
Media-Zeitalter gibt den Terroristen von
Isis Möglichkeiten wie nie zuvor in die Hand, Menschen direkt zu agitieren - sei es, um Gesellschaften über Schreckensbilder zu erodieren oder um zahlreiche neue Mitglieder zu rekrutieren,
schreibt Brendan I. Koerner in einer lesenswerten, detailliert aufgefächerten Darlegung der
Online-
Aktivitäten des islamistischen Terrornetzwerks. Und dieses gewinnt den
Kampf um die Aufmerksamkeit derzeit schon alleine deshalb, weil es sich ziemlich clevere Strategien einfallen lässt, auf die amerikanische Behörden aufklärerisch, aber reichlich ungelenk reagieren. Was wäre stattdessen zu tun? "Zuerst und zuvorderst müssen sich die westlichen Nationen darauf konzentrieren,
die Geschichten der Flüchtlinge zu streuen, erzählt in deren eigenen Worten. Worte, die das 'wir bleiben, wir expandieren'-Narrativ, das für die Identität des Islamischen Staates so grundlegend ist, widerlegen. In seiner digitalen Selbstdarstellung zeigt sich das Kalifat als
veritabler Garten Eden ... Was, wenn wir den Flüchtlingen die digitalen Werkzeuge und den Internetzugang an die Hand geben, den es braucht, um Inhalte zu produzieren, die diese Darstellungen nicht nur widerlegen, sondern auch den alltäglichen Schrecken in einer Gesellschaft vermitteln, in der
herzlose,
gewalttätige Männer die Strippen ziehen. ... Wenn es uns ernst damit ist, dieses Medienscharmützel zu gewinnen, ist Zeit von zentraler Bedeutung", meint Koerner mit Verweis auf Libyen, wo die nächste Katastrophe droht.