Magazinrundschau - Archiv

Wired

198 Presseschau-Absätze - Seite 14 von 20

Magazinrundschau vom 03.03.2015 - Wired

Lässt sich mit der "Titanic"-Schnulze eine Revolution in Gang bringen? Oder mit der US-Sitcom "Friends"? Offenbar schon, wenn man Andy Greenbergs Reportage über nordkoreanische Dissidenten, die unter abenteuerlichen Bedingungen USB-Sticks und Festplatten mit amerikanischen Filmen und Serien ins Land schmuggeln, glauben kann. Schmuggler wie Kang zielen vor allem darauf, die Propaganda in den streng reglementierten, abgeschirmten nordkoreanischen Medien zu konterkarieren, erklärt Greenberg: "Für Kang ist jeder dieser begehrten Flash-Drives daher eine selbstangetriebene Waffe im Informationsaufstand. "Jetzt gerade wissen etwa 30 Prozent der nordkoreanischen Bevölkerung etwas vom Ausland", sagt Kang. "Bei 50 Prozent werden es genügend Leute sein, um Forderungen nach Veränderungen aufzustellen." Und wenn dieses erleuchtete Publikum auf 80 Prozent anwächst? Oder gar 90? Kang lehnt sich nach vorne: "Dann gibt es für die nordkoreanische Regierung keine Möglichkeit mehr, in ihrer jetzigen Form weiterzubestehen.""

Magazinrundschau vom 24.02.2015 - Wired

Die neue Ausgabe von Wired widmet sich dem Thema Sex im digitalen Zeitalter. Und dieser ist auch einigen Begriffs- und Identitätsbildungen unterworfen, wie wir in Kat McGowans Reportage über halb- und asexuelle Menschen erfahren, die sexfreie Beziehungen oder solche, in denen Sex eine untergeordnete Rolle spielt, suchen. Die Definitionen sind dabei noch reichlich fluide: "Wenn diese Begrifflichkeiten lose oder vielleicht sogar verwirrend wirken, liegt das daran, dass die Begriffe nahezu ausschließlich online geprägt wurden, in den Foren von Videospiele-Websites und einem Nest vernetzter Tumblrs, Blogs und Reddit-Subforen. Sie beschreiben nicht notwendigerweise fixe Identitäten, sondern dienen den Leuten eher als Signalfeuer, um einander im Netz ausfindig zu machen. Während der Rest der Welt das Netz nutzte, um neue, aufregende Perversionen zu erfinden und zu bedienen, nutzten diese Leute es als Schlupfloch aus einer unbarmherzig sexuellen Kultur. Es könnte sich dabei um die einzige Ecke im Netz handeln, die nicht von Pornografie durchsetzt ist."

Zeit, die Scham endlich abzulegen, ruft uns Mat Honan zu: Künftig wird es ohnehin ganz selbstverständlich Nacktfotos von uns allen im Netz geben. Und die Pornoindustrie beobachtet mit zunehmendem Interesse die Möglichkeiten von Virtual-Reality-Systemen wie Oculus Rift, erklärt Peter Rubin: "Die virtuelle Realität ist mehr als nur eine neue technologische Iteration. Sie ändert nicht bloß den Rahmen. Sie löscht sie aus. Sie erlaubt es uns, uns innerhalb der Umgebung zu verhalten. Den NSFW-Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt."

Magazinrundschau vom 10.02.2015 - Wired

Eine außer Kontrolle geratene, aber harmlose Drohne, die auf dem Rasen des Weißen Haus in Washington gelandet ist, hat den chinesischen Hersteller DJI dazu bewogen, in Eile ein Firmware-Update seines unter Privatnutzern beliebten Fabrikats Phantom 2 zu Wege zu bringen, das es per GPS unmöglich macht, eine Drohne in die Nähe anschlagsrelevanter Ziele zu manövrieren, erklärt Kevin Poulsen. "Geofencing" nennt sich diese Vorgehensweise, die die Geräte bislang auch schon in der Nähe von Flughäfen streiken lässt. Viele der notorisch regulierungsunfreudigen Amerikaner halten das für einen unzulässigen Eingriff, auch Poulsens bezieht Stellung: "Man kann sich leicht vorstellen, wie sich die Gesetzemacher und Regulatoren auf DJIs Update stürzen und es als heilsames Mittel preisen werden, um Geofencing für die ganze Industrie zum Standard zu erheben. Sobald dies eintritt, wird man damit rechnen dürfen, dass die Umgehung der Drohnen-Firmware aus welchem Grund auch immer für genauso illegal erklärt werden wird, wie dies bereits für das Hacken der Firmware des eigenen Wagens gilt. Eines aber ist gewiss: Niemanden, der die Absicht hat, eine Bombe an einer Spielzeug-Drohne anzubringen, wird dies davon abhalten."

Ethisch gesinnte Roboter-Hersteller fordern ein internationales Verbot der Entwicklung automatisierter Kriegsroboter, berichtet Robert McMillan. Twitter ist schwer zerrissen zwischen der Macht seiner Power-User und den Interessen seiner Investoren, erklärt Marcus Wohlsen.
Stichwörter: Drohnen, Geofencing, GPS, Roboter, Spielzeug

Magazinrundschau vom 20.01.2015 - Wired

Obwohl die NSA regelmäßig als neue Stasi apostrophiert wird, muss Andrew Curry dieser Gleichsetzung vehement widersprechen - und das nicht allein deshalb, weil die NSA schon technologisch der Stasi in jeglicher Hinsicht haushoch überlegen ist: "Die beiden Dienste unterscheiden sich enorm. Bei dem Versuch, die DDR zu kontrollieren, machte sich die Stasi in jedem Aspekt des Alltags bemerkbar. Ihre Macht lag nicht allein in den durch Überwachung gewonnenen Informationen, sondern in der Angst und dem Misstrauen, die von dieser Sammlung ausging. Die NSA wiederum agiert am besten aus dem Dunkeln heraus, während ihre Ziele davon keine Notiz nehmen, geschweige denn von ihrem Dargnet-System zur Datenakquise. ... Deshalb ist dieser Vergleich so trügerisch. Er verniedlicht den Schrecken der Unterdrückung, auf den die Stasi abzielte, und spielt die Bedrohung, die die geheime Überwachung der NSA für unsere Demokratie darstellt, herunter.

Gerade in den US-Kinos gestartet, im Februar dann auch bei uns im Kino: Michael Manns neuer Film "Blackhat", ein Hacker-Actionthriller, der schon seiner Thematik wegen ein gefundenes Fressen für das Geek-Magazin Wired darstellt. Hier befragt Angela Watercutter den Altmeister des intellektuellen Actionfilms, wie er sich der Thematik angenähert hat: Ihm ging es vor allem um ein Maximum an Realismus, erklärt er. Dies scheint ihm geglückt zu sein, jedenfalls fielen die Reaktionen bei einer Vorführung vor Sicherheitsexperten der größten IT-Unternehmen - trotz einiger Lacher bei dramaturgischen Freiheiten, die sich Mann auch nimmt - im wesentlichen positiv aus, wie Cade Metz berichtet: "Viele im Publikum klatschten Beifall, wenn bei Mann die Spione von der NSA als Idioten - und beinahe schon Bösewichte - dastehen und die Chinesen als die Guten. Es ist nicht nur so, dass Mann viele Details auf den Punkt bringt. Es ist nicht nur so, dass er Klischees vermeidet. Er stellt sie auf den Kopf. Ist "Blackhat" also der beste Hackerfilm, der je gedreht wurde? Vielleicht. ... Man kann jedenfalls nicht leugnen, dass Manns neuer Film eine Meute von IT-Spezialisten, die gekommen waren, um ihn auseinanderzupflücken, glänzend unterhalten und, das kann man wirklich sagen, beeindruckt hat. Keine kleine Leistung!"

Dass die USA in den vergangenen 30 Jahren die Hysterie rund um Hackerfilme immer wieder dazu genutzt hat, um die - zur Aufspürung von Sicherheitslücken notwendige - Arbeit von Hackern juristisch zu erschweren, erfahren wir von Kevin Poulsen, der Michael Mann bei der Produktion als Berater zur Seite stand. Nun hofft er, dass die Regierung sich diesen Film, der mit einem explodierenden Kernkraftwerk in China beginnt, niemals ansehen wird: "Jedem Politiker, der dies liest, sei von einem, der daran beteiligt war, dass "Blackhat" sich so authentisch wie möglich anfühlt, gesagt, dass keine Kernkraftwerke explodieren werden. Und falls Sie das doch denken, dann sollten Sie ihre Mühen darauf verwenden, anfällige Systeme vom Netz zu nehmen. Stecken Sie Geld in die Forschung, bieten Sie Organisationen Anreize, in Sicherheit zu investieren, verabschieden Sie Offenlegungsgesetze, die dazu verpflichten, Dateneinbrüche öffentlich zu machen, damit die Öffentlichkeit saumselige Firmen zur Rechenschaft ziehen kann. Blindlings Haftstrafen für die paar Hacker zu erhöhen, die geschnappt werden, wird nichts bringen. Und Sicherheitstools zu kriminalisieren, nur weil man sie auch missbrauchen kann, wird nur den echten Blackhats in die Hände spielen."

Außerdem lesenswert: Joao Medeiros" detaillierte Reportage über die neueste Soft- und Hardware, die Stephen Hawking sprechen lässt (hier zudem Medeiros" Gespräch mit dem berühmten Astrophysiker). Und Lizzie Wade berichtet von Communities im mexikanischen Hinterland, die sich mit Antennen Marke Eigenbau ans mobile Internet anschließen.

Magazinrundschau vom 23.12.2014 - Wired

Mit Buzzfeed, News-Apps wie Circa oder dem Portal First Look ist der traditionelle Kampf der Nachrichtenbranche um die Aufmerksamkeit des Publikums in eine neue Eskalationsphase getreten, erklärt Mat Honan. Die Strategien der Startups fallen dabei denkbar unterschiedlich aus: Geschwindigkeit, Shareability oder persönliche Bindung durch profilierte Autoren sind jeweils entscheidende Faktoren im Kampf darum, welche App sich auf welchen Geräten am längsten hält und am meisten genutzt wird. Dabei gilt es eine sorgfältige Balance zu halten, um zu verhindern, dass die Nutzer die App löschen, weil sie nervt. "Bei Circa dreht sich alles um die Geschwindigkeit auf mobilen Endgeräten - sowohl hinsichtlich der Zeit, die es zum Lesen einer Story braucht, als auch, wie lange es dauert, eine Story online zu kriegen und sie viral gehen zu lassen. Statt ausformulierter Artikel - und in Circas Welt gelten schon sieben Absätze als lang - veröffentlicht Circa etwas, was die Leute dahinter Punkte nennen: Faktenkracher, die so geschrieben sind, dass sie unabhängig von dem funktionieren, was davor oder danach kommt, und auf Grundlage dessen, was jemand zuvor gelesen hat, neu arrangiert werden können. ... Das bedeutet, dass Circa im Gegensatz zu anderen Nachrichtenfirmen nicht erst veröffentlichen, wenn sie die ganze Story haben. Sie schicken einfach raus, was sie schon haben, und ergänzen es später mit weiteren Informationen."

Außerdem: Der sagenhafte Erfolg des "Serial"-Podcasts, der in zwölf, im Stil einer TV-Serie veröffentlichten Episoden journalistisch über einen realen Mordfall berichtet, könnte weitreichende Folgen für den Audiojournalismus haben, meint Nathan Mattise. Im hauseigenen Wired-Podcast "Geek"s Guide to the Galaxy"-Podcast unterhält sich Naomi Klein über den Trend zur Dystopie in Literatur und Film und warum sie das besorgniserregend findet. Außerdem fordern Wired-Autoren die Köpfe etablierter Filmregisseure: Hier will Ethan Gilsdorf Peter Jackson ans Leder, an dieser Stelle bittet Jordan Crucchiola Ridley Scott darum, sich künftig doch bitte woanders auszutoben.

Magazinrundschau vom 02.12.2014 - Wired

Den eh schon etablierten Mega-Sellern liefert der Streamingservice Spotify überschaubare Nebeneinkünfte, der Nachwuchs wird mit lachhaften Brotkrumen abgespeißt - so die gängige Einschätzung, die Ben Berry allerdings überhaupt nicht gelten lassen will: Ohne Spotify wäre seine 2013 gegründete Band Moke Hill bei weitem nicht dort, wo sie heute steht. Ihr allein schon über 300.000 mal gestreamte Song "Detroit" machte sie zwar nicht reich, aber bekannt - und Geld verdient man heute eh auf der Bühne. Und während viele Musikkonzerne einen Großteil der Spotify-Tantiemen je nach Deal selbst behalten, kann Berrys unabhängige Band einen Großteil der Ausschüttungen auf dem eigenen Konto verbuchen. Vor allem aber sieht er im Streaming enorme Wachstumschancen: "Spotify steckt noch in den Kinderschuhen. Die Ausschüttungen fallen jetzt also noch deutlich niedriger aus als in Zukunft, wenn der Service wachsen sollte. Man stelle sich nur vor, Spotify würde von angesehenen Musikern wirklich geschätzt und der Umsatz würde um das Zehnfache steigen (und damit auch die Menge an Streams per Song). Die oben erwähnten Singles [von Megasellern] könnten zwischen 9 und 17 Millionen Dollar abwerfen - und das für einen Song. Moke Hill sind praktisch keine Kosten entstanden, um unsere Songs von Spotify streamen zu lassen, und der Service hat zehntausende Menschen auf der ganzen Welt mit unserer Musik bekannt gemacht, die sonst niemals von uns Notiz genommen hätten. Spotify zahlt uns also nicht nur, sondern baut uns auch eine Fanbasis auf, was es uns schlussendlich einfacher macht, Konzerttickets zu verkaufen."

Außerdem: Wer noch schwankt, ob er die "Tribute von Panem" verschenken oder maulende Teenager unterm Weihnachtsbaum riskieren soll, dem versichert Devon Maloney, dass dystopische Science-Fiction-Reißer trotz ihrer Drastik Jugendlichen dabei helfen, ihre ethischen Werte auszubalancieren. Brendan I. Koerner erzählt die Geschichte, wie der Ur-Computer ENIAC vor dem Schrottplatz und für die Zukunft gerettet wurde. Und Alex French und Howie Kahn haben die Oral History zur Entstehung des Astronauten-Drama-Klassikers "The Right Stuff" (1983) aufgeschrieben.

Magazinrundschau vom 04.11.2014 - Wired

Dass Google Künstliche Intelligenz entwickelt, die mit jedem Treffer und jedem Klick ein bisschen komplexer und qualitativ hochwertiger wird, ist ein offenes Geheimnis. Überhaupt, so meint Kevin Kelly mit Blick etwa auf die Erfolge von Schach-Computern, deren Leistungen wiederum bessere menschliche Spieler hervorbringen, steht uns bald der lang beschworene Siegeszug der Künstlichen Intelligenz und damit mutmaßlich ein gehöriger Entwicklungsschub ins Haus. Ablegen müsse man dabei allerdings die Vorstellung von einer allwissenden Super-Intelligenz: Die K.I. von morgen wird streng inselbegabt und wenig menschenähnlich sein. "Im Lauf der letzten 60 Jahre, in denen mechanische Prozesse Verhaltensweisen und Begabungen nachgestellt haben, die zuvor als allein den Menschen vorbehalten galten, mussten wir das, was uns von Maschinen abgrenzt, neu denken. ... Es ist eine gewaltige Ironie, dass der größte Segen einer alltäglichen, zweckdienlichen Künstlichen Intelligenz nicht in größerer Produktivität oder einer Ökonomie des Überflusses bestehen wird - auch wenn dies so kommen mag. Der größte Segen der Ankunft einer Künstlichen Intelligenz besteht darin, dass K.I.s uns helfen werden Menschlichkeit zu definieren. Wir brauchen K.I.s, um uns zu sagen, wer wir sind."

Magazinrundschau vom 28.10.2014 - Wired

Dass Facebook, Google und Co. die Uploads ihrer Nutzer nach Nacktheit und Gewalt scannen und im Zweifelsfall eher voreilig als nachsichtig löschen, ist bekannt. Auch, dass diese Arbeit zum großen Teil an tausende von Arbeitern an der globalen Peripherie outgesourct wird. Von den seelischen Belastungen, die mit dieser Arbeit einhergehen, macht man sich allerdings keinen Begriff. "Es lohnt sich, über die langfristigen psychischen Folgen dieser Arbeit nachzudenken", meint Adrian Chen und hat für eine große Reportage bei Wired bei ehemaligen Netz-Zensoren nachgefragt. "Da sie solchen grausamen Sex-Videos dauerhaft ausgesetzt waren, entwickelten einige Mitarbeiter enorme Paranoia. Sie sehen sich täglich den Beweisen für die unendliche Vielfalt menschlicher Verkommenheit ausgesetzt. Bei Begegnungen mit Leuten im echten Leben mutmaßen sie zusehends darüber, welche Abgründe in ihnen schlummern, welche Geheimnisse sich auf ihren Festplatten verbergen. Zwei von Marias Kolleginnen sind so misstrauisch geworden, dass sie ihre Kinder keinen Babysittern mehr überantworten."

Außerdem: Adam Rogers hat sich erkundigt, wie Christopher Nolan in seinem kommenden Science-Fiction-Film "Interstellar" mithilfe modernster Computertechnologie und Ratschlägen aus der Forschung die Effekte eines Schwarzen Lochs glaubhaft auf die Leinwand bringt. Caitlin Roper erklärt in aller Ausführlichkeit, wie Pixar Disney aus der kreativen Talsohle geholt hat.

Magazinrundschau vom 19.08.2014 - Wired

Mit einigem Werbeaufwand (inklusive Werbevideo und Begleitartikel hier und hier) lanciert Wired James Bamfords große Reportage über Edward Snowden und dessen Entscheidung, der NSA den Rücken zu kehren und zum berühmtesten Whistleblower der Geschichte zu werden. Sogar echte Neuigkeiten finden sich in dem Text: So legt Snowden die Existenz eines Programms namens MonsterMind offen, das Cyberattacken noch in ihrer Anbahnung unter Rückgriff auf enorme Datenmassen automatisiert erkennen und abschießen soll. "Und das stellt laut Snowden ein Problem dar, denn die ursprünglichen Angriffe werden oft durch Computer in unbeteiligten Ländern geschleust. ... Neben dem Potenzial, zufällig einen Krieg auszulösen, hält Snowden MonsterMind für die ultimative Bedrohung der Privatsphäre, weil sich die NSA für den Betrieb des Systems geheimen Zugang zu mehr oder weniger der gesamten Kommunikation zwischen Übersee und den USA verschaffen muss. .... "Dies stellt eine Verletzung des Vierten Zusatzartikels der Verfassung der USA dar. Damit wird die gesamte private Kommunikation abgegriffen, ohne Durchsuchungsbefehl, ohne Angabe eines Grundes, ja sogar ohne Verdacht auf ein vorliegendes Verbrechen.""

Außerdem bei Wired: Eine Mini-Debatte darüber, ob es sich die Science-Fiction angesichts weltweiter Krisen und Katastrophenszenarien leisten kann, weiterhin Dystopien zu zu schreiben. Nein, meint Michael Solana, denn Science-Fiction legte immer schon den Nährboden für zukünftige technologische und gesellschaftliche Entwicklungen und die "dystopische Obsession" der Gegenwarts-Science-Fiction führe zu nichts Gutem. Devon Maloney widerspricht: Dystopien sind ein wertvoller Bestandteil kritischer Kultur und damit für den Fortschritt unabdingbar. Denn "eine gesunde Dosis Skepsis und die Befähigung, intelligent Kritik zu üben, zählen zu den wichtigsten, basalsten Qualitäten, über die eine gebildete Öffentlichkeit verfügen muss, um ihre Autonomie und Macht in einer sich rasant wandelnden Welt zu bewahren."

Magazinrundschau vom 22.07.2014 - Wired

Auch die bislang beste Mailverschlüsselung gestattet der NSA und anderen Schnüfflern noch immer den Zugriff auf die wertvollen Metadaten der Korrespondenz, aus denen etwa hervorgeht, wer mit wem in Kontakt steht. Dem wollen nun Stephen Watt und Ladar Levison mit ihrem Projekt Dark Mail etwas entgegen stellen, berichtet Kim Zetter. Das System orientiert sich vom Konzept her am Anonymisierungsservice Tor: "Es gibt in erster Linie zwei Hauptserver, die mit der Übermittlung der Mails zu tun haben: Die Domain des Absenders und die des Adressaten. Und obwohl der Server des Absenders die Quelle identifizieren kann, von der aus die Mail geschickt wurde, kennt er den Empfänger nicht, nur dessen Domain. Der Server des Adressaten wiederum dechiffriert das "to:"-Feld, um die Mail dem richtigen Konto zuzuordnen, weiß aber nicht, wer die Mail geschickt hat - nur die Domain, von der aus sie kommt. Wenn die NSA passiv den Internetverkehr abfängt, kann sie zwar ein Paket verschlüsselter Daten beobachten, das von einer Domain zur nächsten geschickt wird, ohne dabei aber in Erfahrung zu bringen, zwischen wem."

Weitere Artikel: Issie Lapowsky porträtiert Kosta Grammatis, der die Welt mit seinem Start-Up Oluvus gratis ans Internet anschließen möchte. Robert McMillan hat einen Blick in das Gehirn von Google geworfen, das immer besser darin wird, Hausnummern fotografisch zu identifizieren. Zur Identifizierung von Sicherheitslücken in der Online-Software dritter Parteien greift Google allerdings immer noch auf Hochleistungs-Hacker zurück, die der Konzern für teures Geld in der Szene anwirbt, berichtet Andy Greenberg. Außerdem: Endlich wird erforscht, wie Bier mit im All gezüchteter Hefe schmeckt.