Zum siebzigsten Jahrestag
schildert Thomas Kielinger in der
Welt die
Zerstörung Danzigs, die er als Kind miterlebte: "Es wurde die
erste audiovisuelle Erfahrung des noch nicht Fünfjährigen. Ich schrie aus Leibeskräften, die Hände an eine Laterne geklammert, mich dem Inferno verweigernd. Die Innenstadt war eine einzige Fackel, die Nacht wolkenlos, der Vollmond hinter Rauch glutrot gefärbt.
Flammen überall, Hitze, sprühende Funken, zusammenbrechende Hausfassaden. Die Straße voller Gefährte, Panzer, Kutschen, Panjewagen, Leiterwagen mit Hausrat, totes Getier, schreiende Soldaten und Flüchtlinge."
Ebenfalls in der
Welt stellt Sven Felix Kellerhoff das Projekt
European Holocaust Research vor, das länderübergreifend 464 Archive und Einrichtungen vernetzt: "Was auf den ersten Blick nach reiner Fleißarbeit klingt, erweitert in Wirklichkeit die Möglichkeiten der Forschung, aber auch anderer Nutzer erheblich: Mit geringem Aufwand kann man künftig in der zum größten Teil in Englisch verfassten Datenbank nach
speziellen Quellen zum Holocaust in bestimmten Orten oder zu einzelnen Personen suchen."

Vor 500 Jahren führte die Schweizer Eidgenossenschaft ihren letzten Krieg - und erlebte in
Marignano eine schwere Niederlage, die ihrer Großmachtpolitik ein für alle mal ein Ende setzte. Eine Ausstellung im
Landesmuseum Zürich erinnert nun an die Schlacht,
berichtet Marc Tribelhorn in der
NZZ: "Es zeigt sich, dass die Eidgenossen der
Sprengkraft der Franzosen nichts entgegenzusetzen haben. Die verweigerte waffentechnische Modernisierung hat sie zu Fall gebracht. Die Sieger kennen
kein Erbarmen, erbeuten alles Wertvolle und schneiden den Gefallenen auch noch das Bauchfett aus dem Leib." Allerdings vermisst Tribelhorn den Bereich der Erinnerungskultur in der um historische Rekonstruktion bemühten Schau.
(Bild: Darstellung des Schlachtfeldes von Marignano durch den Augenzeugen Urs Graf, 1521)Weiteres: In der
FAZ denkt Gina Thomas über die symbolische Bedeutung der Umbettung der Gebeine
Richards III. für die Briten nach.