Der EU-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff
weist griechische Forderungen nach
Reparationszahlungen in der
Welt entschieden zurück: "Während die historische und moralische Aufarbeitung vergangenen Unrechts nicht enden kann und soll, muss es die juristische und finanzielle sehr wohl. Die
heutige Generation junger Deutscher muss die deutsche Geschichte kennen, sie auch als handlungsleitend anerkennen - für Nazi-Verbrechen
zahlen muss sie hingegen nicht mehr."
Dagegen
weist die grüne Exbundestagsvizepräsidentin
Antje Vollmer im
taz-Gespräch mit Pascal Beucker auf einen Präzedenzfall hin: "Ich habe mich seit den 80er Jahren mit der Zwangsarbeiterentschädigung befasst. Da wurde auch immer gesagt: Bitte nicht an diese Frage rühren,
das wird teuer. Im Jahre 2000 gab es dann heftige Angriffe gegen deutsche Konzerne in den USA. Das führte zu dem Zwangsarbeiterfonds in Höhe von 10 Milliarden Mark. Das heißt: Es geht doch noch etwas, wenn der
entsprechende politische Druck da ist. Den haben die Griechen natürlich nicht." Lambsdorff macht allerdings auf den Unterschied aufmerksam, dass sich die Ansprüche der ehemaligen Zwangsarbeiter nicht an den Staat, sondern an deutsche Privatunternehmen richteten.
Hundert Jahre nach dem türkischen
Völkermord an den Armeniern fragt eine internationale Historikertagung in Berlin nach der Rolle Deutschlands in dem Verbrechen,
berichtet Frank Nordhausen in der
FR. Unzweifelhaft ist, dass die Berliner Regierung wusste, das sich die geplante Deportation der Armenier zu einem Massenmord entwickelte, und
nichts dagegen unternahm: "So beklagte der armenierfeindliche Botschafter Wangenheim plötzlich die "Vernichtung der armenischen Rasse". Als er im Oktober 1915 an einem Schlaganfall starb, wurde er von Paul Graf Wolff Metternich abgelöst - dem einzigen Deutschen, der von einer hohen Position aus das Morden stoppen wollte, doch er wurde schnell wieder aus Konstantinopel abberufen. Die Angst, den
wichtigen türkischen Verbündeten zu verlieren, gab den Ausschlag dafür, nichts zu tun - gemäß dem berüchtigtem Diktum des Reichskanzlers Theobald von Bethmann-Hollweg von Ende 1915: "Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber
Armenier zugrunde gehen oder nicht.""