Hartmut Bomhoff ist Lehrkraft am Abraham-Geiger-Kolleg, wo Rabbiner des liberalen Judentums ausgebildet werden. Er soll Fotos von sich mit
erigiertem Penis an seine Lieblingsstudenten verschickt haben. Das gab Ärger in der Jüdischen Gemeinde, hat Alan Posener für die
Welt recherchiert, die dann auch gleich mit drohenden Schreiben von
prominenten Anwaltskanzleien behelligt wurde. Der Fall wird heruntergespielt, so Posener, denn Bomhoff ist der Ehemann einer der
einflussreichsten Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Deutschland,
Walter Homolka, der in zahllosen Gremien sitzt und beste Beziehungen in die politische Sphäre hat. Mithilfe seiner Stiftungen und Institutionen könne der katholisch aufgewachsene Homolka "Posten verteilen, Karrieren machen und ruinieren. Seine Verbindungen zur Politik sind unerlässlich für viele jüdische Einrichtungen, die ohne
staatliche Hilfsgelder nicht überlebensfähig wären. Dafür freuen sich Politiker über
Fototermine mit der Person, die sie für den wichtigsten Repräsentanten des jüdischen Lebens in Deutschland halten." Homolka hat nach dem Artikel in der
Welt seine Aufgaben in der jüdischen Gemeinschaft und an der Universität Potsdam vorerst ruhen lassen. In der
FAZ berichtet heute Thomas Thiel.
Im Windschatten des Ukraine-Krieges erlassen die auf Hilfe aus dem Westen angewiesenen
Taliban immer repressivere Regeln für die Öffentlichkeit,
berichtet Oranus Mahmoodi bei
hpd.de. Die
Burka ist für Frauen wieder weithin vorgeschrieben. "Die meisten neuen Regeln betreffen erwartungsgemäß
Mädchen und Frauen: Sie sind aus der Regierung und der gesamten Verwaltung ausgeschlossen, sie dürfen
keinen Sport treiben oder 'westliche' Kleidung tragen, sie dürfen nur
in männlicher Begleitung Distanzen über 72 Kilometer zurücklegen - selbstverständlich im Hidschab. In Kabul und Umgebung dürfen Frauen zwar Freizeitparks besuchen, aber
nur an drei Tagen in der Woche, im Hidschab und ohne Mann. Die Männer haben an den übrigen vier Tagen Zutritt. Im afghanischen TV dürfen beliebte Serien
keine Schauspielerinnen mehr zeigen. Es kommt auch vor, dass Frauen, die bei der Regierung gearbeitet hatten, einfach verschwinden."
Und Mädchen dürfen die Schule
nur noch bis zur sechsten Klasse besuchen, berichtet Markus Wanzeck in einem jetzt online freigestellten Artikel für die
Zeit. "Katastrophal für ein Land, das einer Bildungswüste gleicht. In dem nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung lesen und schreiben kann, zwei Drittel der Frauen Analphabetinnen sind. In dem nach Schätzungen sowieso schon bis zu vier Millionen Kinder den Schulen fernbleiben, weil sie bei der Feldarbeit helfen müssen. Weil manche Eltern weltliche Schulen für gottlose Orte halten. Weil der Schulweg in manchen Gegenden für Mädchen zu gefährlich ist. Weil radikale Islamisten Anschläge auf Schulen verübt haben." Weitere Sanktionen würden die
Taliban nicht beeindrucken, lernt Wanzeck: "Viele von ihnen haben ihre
Familie im Ausland, erzählt Naim Ziayee [Vorsitzender der Afghanischen Kinderhilfe Deutschland]. Dort schicken sie
ihre Töchter auf Schulen und Universitäten."
In der
SZ berichtet Peter Laudenbach von
Angriffen auf Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, die in Deutschland jeden Monat stattfinden: "Sie wirken wie aggressive Gesten der Verdrängung und Verhärtung, wie der Versuch, sich der Geschichte dieses Landes nicht stellen zu müssen. Das hat viel mit Abwehr, Täter-Opfer-Umkehrung,
Gefühlskälte und blankem Hass zu tun und sehr wenig mit aufgeklärtem Patriotismus."