Auch der Politologe
Constantin Huber wendet sich in
hpd.de gegen die "
Hufeisentheorie", die eine Nähe von Links- und Rechtsextremismus behauptet, auch weil die Linke
so viel weniger gefährlich sei: "Nur wenn die verschiedenen Ursachen und die Problematiken in den Strukturen und Ideologien an den Rändern differenziert betrachtet werden, können funktionierende Lösungsstrategien eruiert werden. Und nur dadurch kann auch die Einsicht einkehren, dass der rechte Rand real sehr viel schädlicher für die Demokratie und ihre Institutionen ist als etwa das
weichgespülte Schreckgespenst des Kommunismus, welcher von keiner relevant großen Gruppe aktuell eingeführt werden möchte respektive kann."
Auf
Zeit online denkt Maximilian Probst in einem Essay über den
Coronavirus als Metapher nach und was sich damit über China sagen lässt: Die Bekämpfung des Virus erfordert Meinungs- und Informationsfreiheit. Der chinesische Staat setzt statt dessen auf noch mehr Überwachung. "Geht aber der
Überwachungsstaat gestärkt aus der Coronakrise hervor, wäre eine düstere Vision Foucaults bestätigt. Ihm zufolge haben Seuchen wie die Pest bereits im 17. Jahrhundert den Herrschenden 'die Probe auf die ideale Ausübung der Disziplinierungsmacht' gegeben. Sie '
träumten vom Pestzustand, um die perfekten Disziplinen funktionieren zu lassen'. ... Damit gewinnt die Frage, wer in China gewinnt - das Virus, das kommunistische Regime oder die Mittelschicht -, eine neue Bedeutungsebene. Gewinnt das Regime, wird es seinen Überwachungsstaat mit neuem Schwung als Erfolgsmodell propagieren. Daraus kann
ein Exportschlager werden. Auch in Europa und Amerika ist die liberale Demokratie mittlerweile geschwächt genug, um sich am Virus der Überwachung im Namen einer effizienten Ordnung infizieren zu können."