Traditionsverbundene,
abgehängte Landbevölkerung? Gibt's gar nicht,
meint Nils Markwardt auf
Zeit online, die ist nur eine Erfindung der Konservativen. Und wo es sie doch gibt, sind die
Konservativen schuld an der Misere, die immer versichert hätten, unregulierter Kapitalismus und Globalisierung würden am Ende schon alles richten: "Da die politische Thematisierung dieses Umstands aber die konservative Mitverantwortung offenlegen würde, passiert das, was man schon aus Kohls 'geistig-moralischer Wende' in der Wirtschaftskrise 1982 oder von den US-Republikanern kennt: Statt
ökonomische Strukturprobleme anzusprechen, werden Konflikte kulturell überdeterminiert. Um zu überdecken, dass die eigene wirtschaftspolitische Agenda mitverantwortlich für die Abgehängtheit vieler Wähler ist, wird ein
kultureller Ersatzkonflikt geschürt, der sich dann wahlweise auf Minderheiten oder vermeintliche Kultureliten in den Städten bezieht."
Der
Spiegel-online-Kolumnist Christian Stöcker
hält Verbote zur Bekämpfung der Klimakrise für richtig. Verbote seien nichts anderes als Gesetze. Die Kritik von
Liberalen an dieser Idee zeige eher, dass Liberale über ihren nationalen Tellerrand nicht hinausblicken, so Stöcker: "In unserer globalisierten Welt wird das Konzept des Liberalismus ziemlich hohl, wenn man individuelle Freiheit immer nur innerhalb der
aktuellen Staatsgrenzen einfordert - und nur mit Blick auf die eigene Generation. Genauso hohl übrigens wie ein
linkes Denken, das sich nur für Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich im nationalen Rahmen interessiert."
Mimetisches Begehren, dass man also etwas begehrt, weil ein anderer das auch tut, gibt es nicht nur in der Liebe,
erklärt der 2015 verstorbene französisch-amerikanische Denker
René Girard in einem
NZZ-Interview, das Robert Pogue Harrison 2005 mit ihm führte. "Die mimetischste Institution von allen ist
eine kapitalistische: die Börse. Man will eine Aktie nicht, weil ihr etwas objektiv Begehrenswertes eignet. Man weiß überhaupt nichts über sie, aber man ist allein darum auf sie erpicht, weil andere Leute sie auch haben wollen. Und wenn alle sie haben wollen, steigt ihr Wert ins Unermessliche. So betrachtet, ist das mimetische Begehren eine Art
absoluter Herrscher."
Ebenfalls in der
NZZ schreibt Rainer Stadler zum 50. Todestag
Theodor W.
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