Vor achtzig Jahren begann mit dem Massaker von Babi Jar bei Kiew (heute meist Babyn Jar geschrieben) der Holocaust. Über 30.000 Juden wurden in einigen Tagen von den Deutschen und Helfern erschossen und verscharrt. Später fanden weitere Massaker statt. Es gibt eine wenig auffällige, von Artur Solotarenko geleitete Gedenkstätte des Nationalen Historischen Memorial-Komplexes Babyn Jar, berichtet Bernhard Clasen in der taz. Und es gibt ein äußerst umstrittenes Konkurrenzprojekt von zwei Oligarchen: "Nach Angaben des Portalslb.ua haben die Oligarchen 100 Millionen Dollar für das Babyn Yar Holocaust Memorial Center zur Verfügung gestellt. 'In Russland kann man als Oligarch nur überleben, wenn man sich gut mit der Regierung und Putin stellt', sagt Solotarenko. Und in der Tat gehören German Chan und Michail Fridman vom russischen Unternehmen Alpha Group zu den Großen unter den russischen Oligarchen." Umstritten ist das Projekt auch, weil es von dem Filmregisseur Ilya Khrzhanovsky (in der taz Chrschanowski geschrieben) konzipiert werden soll, dessen "Dau"-Projekt wegen angeblich realer Folter-und Sexszenen ins Gespräch kam (mehr hier): "Als Chrschanowskis Pläne für das Babyn Yar Holocaust Memorial Center bekannt wurden, kündigten zwei Mitarbeiter ihre Teilnahme am Projekt: der als leitender Kurator der Ausstellung engagierte österreichische Kunsthistoriker und Museumsplaner Dieter Bogner und der niederländische Historiker Karel C. Berkhoff. Chrschanowskis Konzept sah vor, BesucherInnen durch interaktive Elemente in die Rolle von Opfern, von Kollaborateuren, Deutschen oder Kriegsgefangenen zu versetzen." In der Jüdischen Allgemeinenberichtet Denis Trubetskoy zum Streit.
Zum "Babyn Yar Holocaust Memorial Center" der Oligarchen gehört auch eine Synagoge auf dem Gebiet, zu der die SZ gestern ein Interview mit dem Architekten Manuel Herz führte (unser Resümee).
Natürlich muss man ins Humboldt Forum, meint Arno Widmann in der FR, die Ethnologischen Sammlungen sind einfach grandios, augenöffnend und überwältigend. In der Abteilung für afrikanische Kunst packt ihn jedoch das nackte Grauen "Das Humboldt-Forum zeigt keine afrikanische Kunst. Man zeige die afrikanischen Objekte, heißt es, in einer Magazin-Anmutung. Also so, wie sie in den Archiven der Museen stehen: zusammengepfercht. Modell: Massentierhaltung. In den Glasvitrinen stehen die unterschiedlichsten Artefakte. Keines wird erklärt. Nichts wird hervorgehoben. So stellt man seit dem Ende der Petersburger Hängung nirgendwo mehr Werke der bildenden Kunst aus. Die Kuratoren machen damit klar: Hier handelt es sich nicht um Kunstwerke. Nichts muss man sich genauer ansehen. Nichts verdient besondere Aufmerksamkeit. Alles ist gleich. Also gleichgültig... Wer den kolonialen Blick noch nicht drauf hatte, hier bekommt er ihn beigebracht."
Aber wie sieht es an den mittleren und kleineren Museen in Deutschland aus? Beim Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste (DZK) in Magdeburg können die Häuser einen Antrag auf Provenienzforschung stellen. Sabine Seifert hat in einer lesenswerten taz-Reportage unter anderem die Arbeit der Historikerin Corrie Leitz begleitet, die im Johann-Friedrich-Danneil-Museum in Salzwedel 660 Objekte mit ungeklärter Herkunft untersucht: "Ulrich Kalmbach, Leiter des Danneil-Museums in Salzwedel seit 1989, hält sich im Hintergrund, während Corrie Leitz ihre Arbeit erklärt. Wird Leitz Dinge herausfinden, die er noch nicht weiß? Kalmbach nickt. 'Bestimmt.' Und, hat er Angst, Objekte aus dem Museumsbestand rausrücken zu müssen? 'Nein.' Die zu untersuchenden Objekte gehören ohnehin nicht zur Dauerausstellung - wie bei den meisten Museen sind die Depots umfangreicher als die zur Schau gestellten Teile der Sammlung. "Es ist gut, einen bereinigten Bestand zu haben", sagt Kalmbach. 'Aber natürlich trennt man sich nicht gern. Wir sind zum Bewahren und nicht zum Weggeben da.'"
Mehr Bullerbü wagen, fordert in Berlin die Grünen-Politikerin Bettina Jarasch. In der FAZ rollt Niklas Maak mit den Augen. In Berlin-Mitte vielleicht, wenn die "weiße Oberschicht" das denn will. Aber "wie sähe eine grüne Utopie in den Plattenbauvierteln aus? In den Vorstädten? Sie zu begrünen, dort neue Schwimmbäder und Gemeinschaftseinrichtungen zu bauen und wirklich attraktive Verkehrsmittel anzubieten für den Weg ins Zentrum wäre noch etwas dringlicher, als das Innere der Städte auf das Behäbige und Enge eines Dorfs herunterzupegeln. In Berlin wie in Paris erinnern die Innenstadt-Bilder, die eine ökologische Zukunft der Städte zeigen sollen, an die falsche Idylle des Hameau, des Bauerndorfs, das sich Marie Antoinette kurz vor der Revolution im Park von Versailles bauen ließ. Die pittoreske Kulisse, in der sich die privilegierte Klasse ihren nostalgischen Träumen hingab, wusste nichts von der Not, die in den echten Dörfern jenseits des Wohlstandsgürtels herrschte."
Im Tagesspiegellobt Rüdiger Schaper Bundespräsident Steinmeier, der in seiner Rede zur offiziellen Eröffnungsveranstaltung im Humboldt Forum, an die Verbrechen des Kolonialismus erinnerte: "Der Bundespräsident spricht zur Einweihung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst - mit tiefer Verbeugung vor den Humboldt-Brüdern - in einer Art und Weise, die in die Geschichtsbücher gehört. Im Wegdrücken und Übersehen der kriminellen Vergangenheit sieht Steinmeier 'die tieferen Wurzeln des Alltagsrassismus, bis hin zu tätlichen Angriffen und furchtbaren Gewalttaten'."
In der SZapplaudiert Jörg Häntzschel der Rede Steinmeiers, der auch gesagt hat, in Deutschland lebten nicht "Menschen mit Migrationshintergrund - wir sind ein Land mit Migrationshintergrund!" Noch größeren Beifall zollte Häntzschel der Rede der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie: "Sie sagte den Zuhörern, von denen ein großer Teil den Wiederaufbau der historischen Fassade mit ihrer Spende finanziert hatten, das Schloss stehe 'für Deutschlands Sehnsucht nach imperialen Zeiten'. 'Als Wilhelm II hier lebte, töteten deutsche Soldaten Kinder, Frauen und Männer in Südwest-Afrika'". Adichie forderte ein Ende der Diskussionen der Diskussionen über geraubte Kunst und endlich Rückgaben. Sie ließ die Museumschefs Hartmut Dorgerloh und Hermann Parzinger zu Häntzschels Freude vor dem Publikum dastehen "wie von der Lehrerin gemaßregelte Schulkinder". Auf Sponfordert Ulrike Knöfel: "Die Vitrinen und Depots müssten leerer werden, dann wäre auch Platz für den Dialog der Weltkulturen, den die zuständigen Kulturpolitiker und auch die Schlossherren so gern heraufbeschwören."
Den Eröffnungsakt mit den Reden Steinmeiers und Adichies (ab 1:19:56) kann man hier verfolgen:
Hanno Rauterberg hat für die Zeit die außereuropäischen Sammlungen im Humboldt Forum besichtigt und stellt staunend fest: "Die ewig währende Debatte, der Streit um den Sinn und Zweck des Schlosses, um koloniale Schuld, alles weicht einer anderen Wirklichkeit. ... Eine Fülle tut sich auf, die einen davonträgt, ein Reichtum an schrulligen, kühnen, erhabenen, bedrohlichen, oft rätselhaften Dingen, dem sich wohl kaum jemand entziehen kann. Denn ganz gleich, welche Geschichte, welche Bedeutung sie haben, aus ihnen spricht eine ungeheure Hingabe an die Form. Und aus der Hingabe die Lust an der Verwandlung. ... Es ist ein Museum der gemischten Gefühle geworden, das macht die Stärke des neuen Humboldt Forums aus. Über weite Strecken gelingt es, die Balance zu wahren. Das Museum lässt uns die Eigenmacht der Dinge spüren, ihre Würde; zugleich bleibt die Frage nach Schuld und Verantwortung nicht außen vor."
Im Humboldt Forum, das heute Abend feierlich eröffnet wird, rächt sich, dass die Ethnologen sich selbst überlassen wurden, stellt Andreas Kilb in der FAZ fest, der in diesem Haus der Weltkulturen viele Kulturen, aber keine Welt erlebte. Den mitunter "pompös präsentierten" Sammlungen fehle der historische Rahmen, der über die postkoloniale Büßerposition hinausgeht, meint Kilb: "Die Kulturen stehen nebeneinander wie Berggipfel, hoch und einsam. Dass sie sich begegneten, bekriegten, durchdrangen und verschlangen, dass Austausch und Konflikt eher die Regel als die Ausnahme waren, geht in dieser Darstellung unter. Die Bamum von Kamerun hatten Verbindungen nach Nigeria. Der Handel von Europa ins alte China führte über die nördliche Seidenstraße. Die Stifter der Höhlenbilder von Kizil sprachen eine indogermanische Sprache. Die Kanonen der indischen Mogulkaiser wurden von türkischen Büchsenmachern gegossen. Aber um solche Zusammenhänge in museale Gestaltung zu überführen, müsste man einen Begriff von Kultur haben, der über die bloße Zurschaustellung von Objekten hinausgeht. Man müsste von Machtverhältnissen reden, wirtschaftlichen Interessen, Technologien, Imperien und Randzonen, Fetisch- und Buchreligionen, wandernden und sesshaften Völkern."
Die Objekte sind überwältigend, aber es gibt einfach zu wenig Informationen, klagt auch Swantje Karich in der Welt. In der SZ vermisst Jörg Häntzschel eine Haltung der Museen zu ihren Sammlungen: "Fast trotzig setzen die Museen auch ihre alte Politik der Vernebelung fort. In einem Wandtext heißt es etwa, die Objekte seien 'durch Kauf, Tausch, Schenkung und Gewalt' in deutsche Hände gekommen - man tut alles, um das Wort 'Raub' zu vermeiden. Besonders skandalös ist der Kamerun-Saal, wo Wilhelm Glaunig, ein Offizier der Schutztruppe, als 'begeisterter Amateur-Ethnologe' gefeiert wird."
Aber wer hat sich die Werbekampagne des Humboldt Forums ausgedacht?, fragen Priya Basil und Teresa Koloma Beck auf ZeitOnline, voller Empörung über das in ganz Berlin plakatierte "Menschheitsmosaik": "Wer kam auf den Gedanken, die karikatureske Montage eines 'Hyper-Eingeborenen' wäre ein Beitrag zum Dialog?"
Uli Figuren aus Papua Neuguinea im Ethnologischen Museum des Humboldt Forums. "Zugang unbekannt"
Am Donnerstag eröffnen die außereuropäischen Sammlungen des Humboldt Forums fürs Publikum. Die Presse war vorab schon mal eingeladen. "Dieses rund 680 Millionen teure Haus, das teuerste Kulturprojekt der Bundesrepublik mitten in Berlin, hat sich in den letzten Jahren sehr verändert", konstatiert Susanne Messmer in der taz. Der Kolonialismus werde nicht mehr verschwiegen. "Hermann Parzinger, Präsident der SPK, sprach vor Kurzem noch lieber diplomatisch von der Zirkulation der Objekte als von deren Restitution. Nun redet er scheinbar ohne Bedauern davon, dass vieles von dem, was ab Donnerstag die Ausstellungen schmückt, bald nicht mehr zu sehen sein wird. Die Benin-Bronzen beispielsweise, so viel steht fest, werden endlich im nächsten Jahr zurück nach Afrika gehen. 'Das Humboldt Forum ist kein Museum', sagt Parzinger, 'sondern ein Austragungsort.' Und damit trifft er tatsächlich mal einen Nerv."
"Das Ethnologische Museum im zweiten Stock präsentiert sich prachtvoller denn je", bemerkt dagegen unwirsch Nicola Kuhn im Tagesspiegel, die sich noch mehr Aufklärung über den Kolonialismus in den Ausstellungen gewünscht hätte. "Man könnte sich schwelgend verlieren, gäbe es nicht da und dort eine zeitgenössische Intervention wie das Foto von Greg Samu aus der Serie 'Tomorrow we become Christians', das in Leonardo-Manier 'The Last Cannibal Supper' zeigt. Eher zufällig stößt man am Rande der opulenten Inszenierung auf einen Aufsteller mit dem Wort Provenienz dick auf magentafarbenem Grund. Da war also doch noch was."
Hin und weg ist Bernhard Schulz, der für den Tagesspiegel das Museum für Asiatische Kunst im dritten Stock besucht hat. Hier kam viel als Geschenk ins Museum, erzählt er. "Insofern stellen sich die drängenden Fragen kolonialen Erwerbs, anders als im Ethnologischen Museum eine Schlossetage tiefer, hier nicht. Das heißt: Sie stellen sich bisweilen eben doch. Auch China wurde um 1900 geplündert. Und auch bei archäologischen Ausgrabungen ist im Einzelfall zu fragen, inwieweit die Standards von Grabungsgenehmigung bis Fundteilung eingehalten wurden."
Außerdem: Im Interview mit der FRerklärtHermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wie es weitergehen soll im Humboldt Forum, aber auch in der Neuen Nationalgalerie unter ihrem neuen Chef Klaus Biesenbach.
Nach Jahren des Hinhaltens haben jetzt auch die Staatlichen Museen zu Berlin angefangen, die Herkunft ihrer Bestände online verfügbar zu machen. Der Historiker Götz Aly hat für die FAZ einen Blick auf die ersten Einträge geworfen und ist äußerst unzufrieden mit den "häufig inhaltsleeren, irreführenden oder unwahren Angaben, mit denen die Staatlichen Museen das Publikum an der Nase herumführen". Vor allem das dokumentierte Nichtwissen über viele Artekfakte bezeugt ihm die Gier der Sammler, die oft genug schlicht Räuber waren. "Man stelle sich vor, der Fall läge umgekehrt. Von den Werken Tilman Riemenschneiders hätte sich lediglich ein einziges Altarfragment erhalten. Die fein geschnitzten, teilweise beschädigten Figuren zeigten die Kreuzigung Christi und stünden seltsam zusammengesetzt, eher an einen Wolpertinger als an Golgatha erinnernd im Museum von Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea, versehen mit dieser Beschriftung: "Schnitzwerk Menschenopferkult, vor 1890, Mitteleuropa, Lindenholz, Höhe x Breite x Tiefe: 174 x 113 x 47 cm, Gewicht: 94,3 kg."
Ideen und Initiativen für nachhaltigen Städtebau gibt es einige, die meisten scheitern an explodierenden Kosten, widersprüchlichen Vorschriften oder "Größenwahn", seufzt Matthias Alexander in der FAZ, mit Blick etwa auf Projekte zur "Nachverdichtung" von Städten: "Entsprechende Projekte in der Nachbarschaft stoßen praktisch immer auf entschiedenen Widerstand, mögen sie noch so nachhaltig und sozial ausgelegt sein. Dabei müsste allen klar sein, dass sich der Flächenfraß durch Neubaugebiete an den Rändern der Städte und Ballungsräume - ein Trend, den die Corona-Pandemie wieder spürbar verstärkt - nur durch dichtere Bebauung in den Städten verhindern lässt. Singapur verfolgt diesen Ansatz konsequent. Als Gegenargument wird hierzulande dann gern die steigende Zahl von Tropennächten angeführt, die das Leben auf den städtischen Hitzeinseln demnächst angeblich unerträglich machen werden. Diese Sorge erscheint doch etwas übertrieben, sieht man einmal von topographischen Sonderfällen wie Stuttgart ab."
Deutschland war nur ein "Zwerg" unter den Kolonialmächten. Deutschland hat die Afrikaner nicht als "Sklaven", sondern höchstens als "Untertanen" geknechtet. Und Deutschland "hat die Opfer seines Kolonialismus jetzt immerhin so großherzig entschädigt wie kein Staat je zuvor" - alles Lüge!, schimpft Ronen Steinke in der SZ und schaut vor allem auf die von der Bundesrepublik zugesagten 30 Millionen Euro, die Nambia pro Jahr "zur Versöhnung" erhalten soll: "Das Papier, das die Regierungsdelegationen beider Länder Ende Mai unterzeichnet haben, ist eines, in dem Deutschland sich nicht zu Zahlungen verpflichtet, sondern sie lediglich in Aussicht stellt. Von den Regierungen wird dieses Papier weiterhin unter Verschluss gehalten. Aber von der Organisation 'Mission Lifeline' ist das sechsseitige Dokument gerade geleakt worden. 'Germany commits herself', heißt es da: Deutschland binde sich selbst. Juristen wissen, was das heißt. Die Formulierung 'is obliged to', mit der Staaten echte Pflichten eingehen, ist auffällig abwesend."
Unumstritten waren die an ermordete Juden erinnernden Stolpersteine nie, auch weil ihr Erfinder Günter Demnig ein Unternehmen daraus machte, schreibt Alan Posener in der Welt: Die Steine müssen bei Demnig beantragt werden, ein Stein wird per Hand gefertigt und kostet 120 Euro plus Auslagen. Nun weitet Demnig sein Konzept aus, im luxemburgischen Lunglinster erinnern jetzt elf Stolpertsteine an Gemeindemitglieder, die im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zwangsrekrutiert wurden, so Posener weiter: "Ob junge Männer, die zum Militär zwangseingezogen wurden, in derselben Weise als Opfer zu betrachten sind wie etwa Studenten, die wegen eines Flugblatts mit dem Fallbeil hingerichtet, geistig behinderte Kinder, die in Heilanstalten vergast, Sinti, Roma und Homosexuelle, die in KZ zu Tode gearbeitet und gequält, jüdische Frauen, die nackt mit ihren Kindern in baltischen Sandgruben erschossen wurden - das darf man denn doch fragen, zumal die Luxemburger in der Wehrmacht den gleichen Sold erhielten und die gleichen Beförderungschancen hatten wie die deutschen Soldaten."
Die Zeit hat nun noch ein neues Ressort, "Umwelt". Man glaubt kaum, dass nach 59 Seiten überhaupt noch ein Feuilleton beginnt. Olaf Scholz und Carsten Brosda, Kultursenator in Hamburg, richten einen Brief an die Kulturschaffenden, die sie mit folgender Perspektive konfrontieren: "Die vor uns liegenden Aufgaben betreffen uns alle gleichermaßen und sind so groß, dass wir sie in ihrer Größe und Grundsätzlichkeit annehmen, diskutieren und bewältigen müssen. Wir können in anderen Ländern sehen, wie das gelingen kann, wenn zum Beispiel in den USA etliche Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit Michelle und Barack Obama kleine Clips produzieren, um unter dem Titel 'We the People' für die freiheitliche Demokratie zu werben." Auch um mehr Sozialstaat für die Künstler wollen sich die beiden kümmern.
Außerdem: Hubert Wetzel freut sich in der SZ über die Schleifung der monumentalen Robert-E.-Lee-Statue in Richmond, Virginia - ein Erfolg der "Black Lives Matter"-Bewegung.
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