Ahmad Mansour, der ursprünglich bei der Antisemitismus-Dokumentation Film "Auserwählt und ausgegrenzt" mitmachen sollte (und dann aus privaten Gründen absagen musste)
vermutet im Gespräch mit Ayala Goldmann von der
Jüdischen Allgemeinen politische Hintergründe hinter der Absage an den Film durch
Arte und WDR: "Es ist nicht das erste Mal, dass es Schwierigkeiten gibt, wenn wir Islamismus und Antisemitismus im Fernsehen zeigen wollen. Dann kommen immer die
Relativierer und Verharmloser und sagen, das sollte man nicht zeigen, weil es ein gefundenes Fressen für die Rechten sei, und weil es den gesellschaftlichen Frieden gefährde. Aber man muss über Probleme berichten, das ist Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks."
Nicht jeder in den
öffentlich-rechtlichen Anstalten findet gut, dass nun jeder jenen Film sehen durfte, den die öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht senden wollten, zum Beispiel Anja Reschke von der
NDR-Mediensendung "Zapp":
Spätestens als auch die
Jüdische Gemeinde sich für die Ausstrahlung der ursprünglich für
Arte gedrehten Antisemitismus-Doku "Auserwählt und ausgegrenzt" einsetzte,
schreibt Richard Volkmann bei den
Salonkolumnisten, hätte irgendjemandem bei den Sendern "diesseits oder jenseits des Rheins auffallen müssen, dass eine derart wichtige Debatte sich nicht einfach
würde aussitzen lassen und man sich darüberhinaus durch eine fortgesetzte, schwindelerregend
schlecht begründete Verweigerungshaltung in der Öffentlichkeit dem Verdacht aussetzte, den Film aus politischen Gründen zurückzuhalten. Ob dies der Wahrheit entsprach oder nicht, war dabei irrelevant, zur Rufschädigung genügte es völlig, dass die Annahme glaubhaft im Raum stand (und noch immer steht)."
Auf
Zeit online findet Mirna Funk den Film "
propagandistisch und manipulativ", auch wenn er in vielem Recht habe: "Er lässt dem Zuschauer keinen Raum, sich ein Bild von Antisemitismus zu machen. Er will die
Deutschen belehren. Er will ihnen sagen, Leute, wenn es um Israel und das Leid der Palästinenser geht, dann habt ihr völlig einen an der Waffel. Das ist das Ziel des Films. Und ohne Frage hat der Deutsche einen an der Waffel, wenn diese Themen diskutiert werden. ... Aber man kann in einem Film zu Antisemitismus in Europa nicht ununterbrochen den
Vorwurf der Besatzung delegitimieren, indem man keinen einzigen Israeli zu Wort kommen lässt, der diese für beide Seiten furchtbare Situation anspricht, sondern lediglich rechtsorientierte Stimmen. Eine Situation, die im Übrigen von einem Großteil der Israelis auch als furchtbarer Zustand wahrgenommen wird."