Am 31. Mai wurde
aus Südkorea 20 Heißluftballons mit Propagandamaterial gefüllt Richtung Norden geschickt. Das löste eine diplomatische Krise aus. Wer waren die Initiatoren und stehen die Südkoreaner hinter ihnen,
fragt Hoo Nam Seelmann in der
NZZ. "Drei
nordkoreanische Flüchtlinge - zwei davon sind Brüder - stehen im Zentrum dessen, was im Süden als 'Nordkorea-Flugblatt-Geschäft' bezeichnet wird ... Die Nordkoreaner im Süden sind gespalten, aber die Mehrheit steht dem Ganzen skeptisch gegenüber. Sie sagen, es sei eine
reine Geschäftemacherei, gefährde die Versöhnungspolitik und schüre nur Spannungen. Zudem würden solche Aktionen überhaupt nicht dazu beitragen, die Menschenrechtslage im Norden zu verbessern. Was die
Aufklärung betreffe, so seien die Nordkoreaner inzwischen besser informiert, als man es von außen vermute. Südkoreanische Fernsehserien, Filme, Mode und Pop-Musik seien
im Norden bekannt und sehr populär." Auch die Südkoreaner sind mehrheitlich gegen diese Aktionen.
In
China verschwinden immer mehr alte Stadtviertel zugunsten
neuer Wohnanlagen, die lückenlos überwacht sind,
erzählt Thomas Baumann in der
NZZ. "Dass die Preise dieser Wohnungen mittlerweile
astronomisch hoch sind, ist umso besser: Die Lokalregierung verdient an diesem Geschäftsmodell mit, und Leute, die von früh bis spät arbeiten müssen, um die Hypothek abzuzahlen, haben
keine Zeit,
zu demonstrieren." Auch dass der Zugang nur durch Sicherheitskontrollen möglich ist, stört kaum jemanden. "Im Gegenteil: am besten vollautomatisch oder gar
biometrisch aufgerüstet. Solche technischen Spielereien steigern den Wert der Immobilie. Was vordergründig dem Schutz der Bewohner dient, erlaubt es aber auch der Regierung, gegebenenfalls ganze Quartiere
schnell abzuriegeln. Und dass zwischen diesen Hochhaussiedlungen kreuz und quer breite Schnellstraßen verlaufen, ist praktisch für die dort wohnenden Pendler - und gegebenenfalls
auch der Armee von Nutzen."