In der
Welt erinnert Shila Behjat an die
zehn Frauen, die 1983 im
iranischen Schiras hingerichtet wurden, darunter Mona, die in einem
Schulaufsatz gefragt hatte, warum sie ihre Gedanken nicht frei äußern dürfe. "Die Schülerin, die diese Zeilen zu Beginn der 1980er-Jahre ihrem Lehrer vorlegte, wurde dafür nicht nur vor den Schuldirektor gebracht. Wenig später wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater inhaftiert. Und dann, am 18. Juni 1983 wurde Mona Mahmudnejad
erhängt. Sie war 17 Jahre alt. Unweit eines Polofelds in der Stadt Schiras war sie mit neun weiteren Frauen aufgereiht und hingerichtet worden. Die zehn Frauen von Schiras. Darunter auch Roya Eshraghi, die 23-Jährige junge Frau, die mitansehen musste, wie ihre Mutter Ezzat erhängt wurde. Die Wachen vollzogen die
Hinrichtungen dem Alter nach, sodass die Jüngeren den Älteren beim Sterben zusehen mussten. Oder der Krankenschwester Tahereh Arjomandi Siyavashi. Nur zwei Tage vorher war ihr Mann Jamshid bereits hingerichtet worden, als einer von sechs Bahai-Männern."
Daniel Ellsberg ist gestorben, der Mann, der das Wort "Whistleblower" auch im Deutschen bekannt machte. Ellsberg hatte 1971 mit der Veröffentlichung der "Pentagon Papers" das wahre Ausmaß der amerikanischen Beteiligung am Vietnamkrieg aufgedeckt. In der
Welt erinnert sich Angela Richter an einen Besuch bei Ellsberg 2014: "Die Welt, so schien es, wollte
nicht immer die Wahrheit hören. Und nur wenige trauen sich diese zu enthüllen. Als ich ihn darauf ansprach, dass es Millionen von Menschen gab, die über die
NSA-
Massenüberwachung ebenso Bescheid wussten wie Snowden, aber lieber den Mund hielten, antwortete er: 'Menschen tun alles, um die
Zugehörigkeit zu ihrer Gruppe nicht zu verlieren, selbst wenn ihnen klar wird, dass sich diese Gruppe nicht mehr anständig verhält, dass sie in dunkle Machenschaften verstrickt oder kriminell geworden ist. Sie können den Gedanken nicht ertragen, aus dieser Gruppe ausgeschlossen und gesellschaftlich geächtet zu werden. Kaum einer ist bereit, das auf sich zu nehmen.'" In der
FAZ schreibt Andreas Diekmann.
Für
Zeit online unterhält sich Juliane Schäuble mit der ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin
Frances Haugen, die interne Facebook-Dokumente veröffentlicht hatte, die belegen, wie wenig Facebook willentlich gegen Desinformation unternimmt. Die Freude darüber, dass jetzt viel mehr Menschen wissen, wie
gefährlich soziale Medien sein können, ist jedoch getrübt, bekennt sie: "Mich macht nervös, dass es zwei Möglichkeiten gibt, darauf zu reagieren: China verbietet soziale Medien oder reguliert sie stark. Europa versucht, das Risiko zu managen und das Machtgefälle ausgleichen. In den USA haben die Bundesstaaten
Utah und Montana nun Gesetze verabschiedet, die dem
chinesischen Weg ähneln. Im Fall von Utah haben Eltern Einblick in alles. In Montana wurde TikTok verboten."