Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AWIG) hat eine Umfrage unter den 2.500
Studierenden islamischer Theologie gemacht, deren Berufswünsche noch ziemlich unklar zu sein scheinen. Für die
taz spricht Ralf Pauli mit einigen Autoren der Studie, denen der Wunsch der Politik, dass die künftligen Islamlehrerinnen (es sind viele Frauen unter ihnen) zur Integration beitragen, als Anspruchsdenken erscheint. Der Pädagogikprofessor
Constantin Wagner beklagt, dass die Politik einerseits davon ausgehe, "dass
antidemokratische Tendenzen in der muslimischen Community dominieren würden, andererseits überfrachtet sie die Absolvent:innen mit einer doppelten Erwartung. Muslime, die beispielsweise als Religionslehrer:innen arbeiten, sollen nicht nur ihren Fachunterricht gestalten und (religiöses) Wissen vermitteln, sondern
auch noch für die gesellschaftliche Integration zuständig sein. Geht man davon aus, dass Muslime durch den Religionsunterricht integriert werden sollen, werden sie als bisher außerhalb der Gesellschaft stehend imaginiert." Einen reibungslosen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht beobachtet Wagner nur in einigen Bundsländern und warnt: "Nur in einigen Bundesländern läuft der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht reibungslos. Die Politik sollte aufpassen, dass sie junge Muslime, die sich in die Gesellschaft
einbringen möchten, nicht ausbremst."
Bremen ist eine Hochburg der
Evangelikalen in Deutschland,
schreibt Herbert Thomsen bei
hpd.de: "Innerhalb des Kirchenparlaments stellen die Evangelikalen etwa 15 Prozent der Delegierten. In Bremen ist die größte evangelikale Schule und das größte evangelikale Sozialwerk Deutschlands angesiedelt. Die
Hälfte der sonntäglichen GottesdienstbesucherInnen lauschen in den evangelikalen Gemeinden. In vielen anderen 'normalen' Gemeinden kommen neben Grauhaarigen noch einige KonfirmandInnen. Je eine Abgeordnete der SPD, der FDP und der CDU im Bremischen Landesparlament sind engagierte Evangelikale, außderdem gibt es zwei AnhängerInnen des politischen Islam."