In Amerika wird immer noch über das
Buch des Evangelikalen Larry Taunton diskutiert, der behauptet,
Christopher Hitchens sei auf seinem Sterbebett
zum Christentum übergetreten. David Frum ist in
Atlantic erstaunt, wie positiv dieses Buch aufgenommen wurde, dessen Schema bekannt sei: "Hitchens selbst hatte wiederholt und
mit Nachdruck gewarnt, dass Behauptungen wie die Tauntons aufkommen würden und dass man ihnen nicht glauben solle." Frum zitiert
Hitchens'
Statement dazu aus einer Podiumsdiskussion, die ausschnittsweise bei Youtube
zu sehen ist: "Es wird in dieser Gesellschaft als absolut normal angesehen, dass Leute
zu Sterbenden gehen, die sie gar nicht kennen und die ungläubig sind, und ihnen sagen: 'Und, was ist jetzt, ändern Sie Ihre Meinung?' ... Es gibt hier eine
lange Geschichte des Betrugs. Leute behaupten, Darwin sei auf seinem Sterbebett fromm geworden. Es gibt Lügen über Thomas Paine. So geht's die ganze Zeit weiter. Es ist eine sehr hässliche Geschichte."
Es gibt nicht "
die"
Scharia, schreibt in der
SZ Cefli Ademi vom Institut für Islamische Rechtswissenschaft an der Uni Münster: "Ja, es gibt Gewalt im Namen der Scharia. Und nein, die Scharia gibt es nicht, sondern
mehrere Scharia-Verständnisse, die sich naturgemäß auch aus den Lebensumständen speisen. Und wir Muslime müssen alles daransetzen, schöpfungsverachtende und
realitätsfremde Narrative theoretisch und praktisch zu überwinden. Ich bin wie
Navid Kermani davon überzeugt, dass sich solche Verständnisse weniger aus der Tradition des Islam speisen. Eher wirken sie wie ein Bruch mit ihr."
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt werden in immer mehr Bundesländern an den Unis Institute für
Islamische Theologie gegründet, die zu demokratisch kompatiblen muslimischen Religionslehrern führen sollen, berichten Matthias Drobinski und Johann Osel in der
SZ. Insgesamt 1800 Studenten sind in Deutschland schon eingeschrieben. Alle machen brav mit, auch die
Islamverbände, weil Einfluss und Posten winken. Aber "inhaltlich blieben die Differenzen bestehen: Die türkisch-islamische
Ditib, der größte Verband, versuche, möglichst viel
türkisches Personal an die Unis und möglichst viel türkische Positionen in die Lehrinhalte zu bringen. Der Islamrat und der Verband der islamischen Kulturzentren in Deutschland wiederum wollten ihre sehr
konservativen theologischen Positionen vertreten sehen." Das größte Problem seien allerdings
Studenten und Studentinnen, die nicht glauben wollen, dass es unterschiedliche Lesarten des Korans geben könne.