Der
Katholikentag ist eröffnet. Per Videobotschaft beehrte selbst der Papst die maßgeblich vom Staat finanzierte Veranstaltung.
Spiegel online berichtet mit Agenturen: "Tausende Gläubige kamen zur Eröffnungsfeier, bei der auch Bundespräsident
Joachim Gauck sprach. Der ehemalige evangelische Pfarrer würdigte das Wirken der Kirchen in Deutschland. Gesellschaft und Staat seien dankbar für den selbstlosen Einsatz vieler katholischer und evangelischer Christen für das Gemeinwesen."
Auf Druck der Katholischen Kirche ist in Polen ein Gesetz in Vorbereitung, das
Abtreibung selbst dann verbietet, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist. Agnieszka Wierzcholska
schreibt in
Zeit online: "Im Karpatenvorland gebe es schon jetzt kein Krankenhaus mehr, wo 'Ärzte Kinder töteten', also Abtreibungen vornehmen, weil die letzten Ärzte in Rzeszów eine
Gewissensklausel unterschrieben hätten, rühmte sich der Abgeordnete Robert Winnicki, zugleich Ehrenvorsitzender der nationalistischen Allpolnischen Jugend."
Die Katholische Kirche erhält für ihren
Katholikentag in Leipzig, dessen Bevölkerung zu achtzig Prozent kirchlich ungebunden ist, mehr als doppelt so hohe
staatliche Subventionen wie sie selbst für das Ereignis bezahlt. Das
findet Jan Feddersen in der
taz online nicht ganz korrekt: "Das ist, kurz gesagt, die Unterstützung einer Religion nicht allein zulasten anderer Glaubensrichtungen. Das ist Subventionierung eines
mächtigen Religionszirkels und Alimentierung ihrer Mühen um Rechristianisierung des kürzlich noch, in katholischen Zeitdimensionen gerechnet, realsozialistischen Landes."
Im Interview mit der
Zeit möchte Kulturstaatsministerin
Monika Grütters ihren Kuchen gern behalten und essen.
Religiöse Symbole im Staatsdienst ja, aber nur, wenn sie christlich sind: "Für mich gehört das
Kreuz ins Kanzleramt, denn das Christentum gehört zu unserer Kultur. Und mir persönlich ist es wichtig", sagt sie. Anders sei es mit dem
Kopftuch: "Wenn wir tatsächlich
weltanschauliche Neutralität wollen, dann gehört das Kopftuch bei Staatsbediensteten nicht in die Schule." Den Widerspruch löst sie so auf: "Das Kreuz in der Schule oder im Gerichtssaal steht heute
nicht für die Vorherrschaft einer Religion. Bei uns gilt die allseits akzeptierte Trennung von Kirche und Staat. Und doch steht das Kreuz hier für ein Bekenntnis zu einer ganz bestimmten Wertegrundlage."
Kirche und Staat sind in Deutschland so perfekt getrennt, dass man ohne Probleme gleichzeitig Funktionär in beiden sein kann: Oder, wie die Wikipedia informiert: Grütters "ist Mitglied im
Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und seit Dezember 2013 Sprecherin des
Bereichs Kultur, Bildung und Medien des ZdK."
Außerdem: In der
NZZ berichtet Katrin Schregenberger von einem Theaterprojekt der
Dominikaner zu ihrem 800. Jubiläum.