Christian Jakob
besucht für die
taz Mitglieder der
jesidischen Gemeinde in Osterholz-Scharmbeck nahe Bremen. Viele sind nach Deutschland ausgewandert, weil sie sich vor einer
Zwangsislamisierung in ihrer Heimat fürchteten. Auch in Deutschland, glaubt die Jesidin Ceylan Guli, "gehe "der Trend zur Islamisierung": Immer mehr Mädchen tragen Kopftuch. "Mich sehen sie im Supermarkt schon komisch an, weil ich orientalisch aussehe, aber
kein Kopftuch trage." Muslime würden sie als "Teufelsanbeter" beschimpfen oder "spotten, dass wir einen Pfau anbeten". Jungen Männern mit langem Bart geht Guli aus dem Weg. Vor wenigen Wochen haben islamistische Jugendliche in Herford eine Gruppe von
Jesiden überfallen."
In der
taz fragt Deniz Yücel, was die Aufregung um die
Salafisten-Polizei in Wuppertal soll. Sowas gibt"s doch schon lange: "
Kreuzberg etwa. Als in den siebziger Jahren hier wie anderswo im Lande die ersten
türkischen Lebensmittelgeschäfte eröffneten, führten die im Sortiment all das, was in deutschen Supermärkten damals nicht zu haben war: Zucchini, Oliven und Raki, den türkischen Nationalschnaps. ...
Raki steht heute auch bei Kaiser"s im Regal. In den klassischen türkischen Lebensmittelgeschäften aber, die bemerkenswerterweise dem Sterben des Einzelhandels trotzen, sucht man
vergebens danach."