Facebook, Google, Vorratsdatenspeicherung, Gesichtserkennung - "werden selbstbestimmte Bürger bald wieder zu
Untertanen",
fragt der Schweizer Informationstechnologe
Dirk Helbing in der
SZ und ermuntert die Leser zum Widerstand: "Es ist höchste Zeit für
digitale Emanzipation, informationelle Selbstbestimmung und digitale Aufklärung. Die transhumanistische Ideologie, die Menschen zunehmend zu Robotern machen möchte, ist ein Irrweg. Anlasslose Massenüberwachung und Geheimgesetze müssen korrigiert werden. Nur, was kann man tun? Erst einmal:
Niemand ist machtlos. Man kann sich bei
Digitalcourage informieren, das
Digital-Manifest lesen. Man kann die
Republica-Konferenz oder den
Chaos Computer Club besuchen, Verschlüsselungsprogramme benutzen, öffentlich Druck gegen den schleichenden technologischen Totalitarismus aufbauen.
Jeder Einzelne kann seine Rechte einfordern, ein digitales Upgrade der Demokratie und ein demokratisches Update der Digitalisierung, eine transparente und partizipative Gesellschaft."
Willkommen im Zeitalter der
Sozialpornografie! Und wo kann man sich der permanenten Beobachtung und Überwachung entziehen? In der Virtual Reality,
meint der Medienwissenschaftler
Norbert Bolz in der
NZZ. "Können wir in Zukunft also unbeengt
in kleinen Räumen leben, weil die Wände Bildschirme sind, die uns virtuelle Welten eröffnen? Schon heute ermöglichen sie uns ja ein Vergnügen, das man gehegte Soziallust nennen könnte. Es geht hier um ein medientechnisches Sicheinhausen, das die Trendforscherin Faith Popcorn einmal
Cocooning genannt hat - wobei uns der Bildschirm zugleich gegen die hässliche Realität abschirmt. So bekommt auch der alte Begriff Cyberspace eine neue Bedeutung: die Fiktion als
einzig lebenswerte Lebenswelt."