Innenminister Thomas de Maizière will
Ausweise nur noch mit aktivierter Funktion zur elektronischen Identifizierung ausgeben (derzeit kann man noch wählen). Außerdem sollen die im Ausweis gespeicherten
biometrischen Merkmale automatisch von den Geheimdiensten abgerufen werden können,
berichtet Ingo Dachwitz auf
netzpolitik. "Da die Nutzung der Biometrie von de Maizière ohnehin forciert wird, besteht die Gefahr, dass durch den vermehrten Abruf und die Auswertung der Lichtbilder und den Abgleich mit Gesichtserkennungssystemen künftig
das eigene Gesicht zum digitalen Identifizierungsmerkmal im normalen öffentlichen Raum wird. Der automatisierte Abgleich von Gesichtsbildern, wie er aktuell im Berliner Bahnhof Südkreuz erprobt wird, ist keine technische Spielerei mehr, sondern wird zu einer praktisch nutzbaren Option. Das Gesetz ist damit ein wichtiger Baustein beim Aufbau eines
Systems vernetzter Verhaltensscanner, mit denen Menschen im öffentlichen Raum automatisiert erkannt und identifiziert werden sollen."
Bei der
gestrigen Anhörung im Bundestag kritisierten Experten wie der Münsteraner Informationsrechtler
Bernd Holznagel das geplante Gesetz,
berichtet Heise, weil es faktisch eine
nationale Biometriedatenbank befördere: "
Constanze Kurz vom Chaos Computer Club (CCC) sah die geplante Befugnis ebenfalls gerade im Hinblick darauf, dass die biometrische Gesichtserkennung und Videoüberwachung zunähmen, 'sehr kritisch'. Sie ging mit Holznagel konform, dass sich hintenrum '
Schattendatenbanken bilden werden'."