
Der in London lehrende Kultur- und
Medienwissenschaftler Haim Bresheeth wärmt eine alte Verschwörungstheorie auf. Eine die Spitzen US-amerikanischer und europäischer Medien dominierende "
jüdische Lobby",
so seine Vermutung, verbreite pausenlos israelische Propaganda und unterstütze so auch die "schlimmsten Gewaltexzessse Israels". "Was ist nur aus den Nachfahren der Propheten und der Holocaust-Überlebenden geworden?",
fragt Bresheeth und entdeckt in meinungsbildenden "Koryphäen wie
Bernard-Henri Levy oder
Alain Finkielkraut" einen "neuen Typ des rechten jüdischen Intellektuellen": "Wie kann etwa die britische Öffentlichkeit eine korrekte und genaue Sicht der Ereignisse bekommen, wenn der Chor der Apologeten täglich einstimmig sein Lied singt, uns vor Fakten, Beweisen, der Wahrheit bewahrend und jeden Kritiker israelischer Gewalt als Antisemiten brandmarkend?"
Der
Politikwissenschaftler Hassan Nafaa überlegt, warum die
Hisbollah es vermochte, die libanesische Gesellschaft und die arabische Welt insgesamt "mit
Stolz" zu erfüllen. Zunächst mal sei es 2000 "einer Widerstandsgruppe erstmals in der Geschichte des israelisch-arabischen Konflikts gelungen, die Israelis zum Rückzug aus besetztem arabischen Territorium
zu zwingen". Und zum zweiten zeige der jetzige Krieg: "Ein Staat, der seine Bürger
nicht beschützen kann, ist seinen Namen nicht wert... In der gegenwärtigen Konfrontation mit Israel sind wir mit gegensätzlichen Bildern konfrontiert. Das eine zeigt Israel, einen
militärischen Behemoth ohne Moral. Das andere zeigt den Widerstand, der das Monster herausfordert und demütigt. Die Hisbollah geht aus dieser Konfrontation glänzender hervor als alle arabischen Regierungen zusammen. Und die Libanesen scheinen erfinderischer als alle anderen arabischen Gesellschaften."