"Herzlichen Glückwunsch, China (jetzt brauchst du ja wohl keine Hilfe mehr)", titelt der
Economist. Leider dürfen wir die Geschichte über den ersten Chinesen im All nicht lesen, sondern nur einen anderer
Artikel, in dem wir erfahren, warum China nach seinem
erstem bemannten Flug ins All lieber mit der bemannten Raumfahrt aufhören sollte.
Traurig aber wahr, es ist
der Blick zurück, der die
EU zusammenhält. Die Franzosen hatten
Napoleon, Großbritannien und Spanien riesige Kolonien, die Österreicher ihr Kaiserreich, die Italiener waren einmal
Römer, die neuen Griechen waren einmal
alte Griechen usw. Doch da jedes Land seine ganz eigene Geschichte und seine eigene glorreiche Vergangenheit hat,
so der Economist, sind auch, was die
glorreiche Zukunft angeht, die Vorstellungen verschieden. "Deutschlands Anlauf zur Weltmacht endete in einem Desaster und in Ungnade; für moderne Deutsche stellt Europa eine Anstrengung dar, die traditionelle Realpolitik zu überwinden, so dass die EU mehr mit
Frieden und Wohlstand als mit Machtprojektionen zu tun hat. Die Franzosen beklagen sich daher manchmal, dass 'die Deutschen aus Europa bloß
eine große Schweiz machen wollen'. Ihrerseits allerdings wollen die Franzosen, dass die EU
ein großes Frankreich wird. (..) Doch da das moderne Frankreich nicht alleine zur Supermacht werden kann, wünscht sich die französische Elite die
EU als Ersatzbefriedigung."
Weitere Artikel: Auf den
Friedensnobelpreis für die iranische Juristin
Shirin Ebadi sind die iranischen Frauen zwar sehr stolz,
weiß der
Economist, doch mangelt es immer noch an breiter Unterstützung für die Frauenrechtsbewegung. Der
Economist hat einen
Wandel im britischen Bildungssystem, aber vor allem in der Haltung der regierenden
Labour-Partei bemerkt. Während Old Labour auf private Schulen eher allergisch reagierte - "Ihr seid
ein Haufen Biester, die bloß die Reichen ausbilden. Wir würden euch abschaffen, wenn wir könnten" - zeigt sich New Labour offener: "Ihr führt ausgezeichnete Schulen, Ihr habt eine soziale Aufgabe, wir nehmen Euch beim Wort." Die von George Bush geplanten Reformen der
amerikanischen Zuwanderungspolitik nennt der
Economist eine
"Kultur des Nein" und prophezeit, dass sie wegen mangelnder Umsetzungsfreudigkeit versanden werden.
Außerdem lesen wir,
dass Robert Hughes in seinem Buch
"Goya" beweist, dass er nicht Goya-Mythen, sondern
Goya liebt,
dass Saudiarabien erste Reformen in Richtung Demokratie unternommen hat,
dass mit der irischen Nonne und Schriftstellerin
Felicitas Corrigan eine ungewöhnliche Frau gestorben ist, und schließlich,
dass es den
deutsch-französischen Reformbemühungen an wirklichem
politischen Willen mangelt.
Nur im Print zu lesen: Mein ist die Rache, spricht
Clint Eastwood.