
Porträts und Sachbücher beherrschen diese Ausgabe. Zwei exzellente
neue Biografien widmen sich legendären
Seestrategen:
Edgar Vincent hat mit "Nelson" (
erstes Kapitel) ein Buch geschrieben, dass Hilary Spurling "in jeder Hinsicht bemerkenswert"
findet, "technisch, historisch und psychologisch". Was sie aus dem meisterhaften Poträt gelernt hat: Horatio Nelsons "Entschiedenheit, zusammen mit seiner unglaublichen
strategischen Kühnheit und Einfachheit, ließ ihn auf See praktisch
unbesiegbar erscheinen. Hinter den Kulissen war er ebenso unwiderstehlich: sanft, höflich, überlegt, herzlich und
phänomenal effizient." Wie eine Abenteuergeschichte liest sich
Evan Thomas' "John Paul Jones" (
erstes Kapitel) über Nelsons gleichnamigen amerikanischen Widerpart,
schreibt Nathaniel Philbrick. Trotz seiner
dunklen Vergangenheit schaffte es Jones, erster Lieutenant in der jungen amerikanischen Kontinentalmarine zu werden. Er verstand, "dass das Meer einen Weg bot, um den Krieg zum Ufer des Feinedes zu bringen", und "unternahm eine Serie von
gewagten Kommandounternehmen". Er tat auch, was "herzlich wenige amerikansiche Marineoffiziere bisher versucht hatten - ein Schiff der
Royal Navy angreifen".
Bill Keller
verweist auf zwei
politische Essays , die das andere Amerika jenseits der internationalen Arroganz der Bush-Regierung aufscheinen lassen.
"Rogue Nation" von
Clyde Prestowitz und
"At War With Ourselves" von
Michael Hirsh. "Beide Bücher sind multilateralistische Widerlegungen der herrschenden 'Wir über alles'-Doktrin. Beide Bände sind kurz und für eine
breite Leserschaft gedacht. Beide kommen zu dem Schluss, dass der Unilateralismus der Bush-Regierung falsch ist, nicht weil er irgend einen abstrakten moralischen Code verletzen würde, sondern weil er den
amerikanischen Interessen schadet."
Außerdem: Faszinierend
findet Bernard Weinraub "When Hollywood Had a King" (
erstes Kapitel),
Connie Brucks Biografie des letzten großen Hollywoodmoguls
Leo Wassermann. Auch wenn der Rezensent Brucks Stil als oft schwerfällig kritisiert, hat ihre Recherchearbeit ihn beeindruckt. Bruno Maddox
empfiehlt Jasper Ffordes bizarren Roman "Lost in a Good Book"
(
erstes Kapitel) - der zweite Band mit der literarischen
Detektivin Thursday Next - als "
immens vergnügliches Lesererlebnis". Next muss sich in Klassiker hineintelepotieren, um ihren Ehemann zu retten. Taylor Antrim
lobt Heidi Julavits für ihr Talent zum kreativen Detail, das sie in ihrem zweiten Buch
"The Effect of Living Backwards" voll auslebt. Ihre Heldin etwa lässt sie ob der Frage, ob sie und die Passagiere die Flugzeugentführer
a la 9/11 überwältigen wollen, die wunderschöne Bemerkung machen: "Wir können die Möglichkeit einer guten altmodischen Entführung nicht ausschließen. Wir dürfen die
Retro-Strömungen innerhalb des Terrorismus wirklich nicht unterschätzen."