
Die
Rolling Stones haben ihre offizielle Chronik herausgebracht, einen opulenten, "sehr unterhaltsamen" Bildband, wie Joe Queenan recht angetan
bestätigt. In
"According to the Rolling Stones" (
Audio-Dia-Show) geht es fast nur um die Musik, meist kommentieren die Gründungsmitglieder
Mick Jagger,
Charlie Watts und
Keith Richards die Abbildungen. "Die erste Hälfte des Buches ist bei weitem die beste. Hypnotisiert von Muddy Waters, Howlin' Wolf und Chuck Berry entscheiden sich zwei
schüchterne Teenager (Jagger and Richards), ihre eigene Pop-Combo zu gründen. Im Handumdrehen werden sie die
zweitgrößte Band der Welt; dann, nachdem die Beatles sich trennen, die allergrößte." Wie in jeder offiziellen Geschichtsschreibung wurde aber auch hier einiges ausgelassen. "Das Buch hat einige nennenswerte Lücken. Der frühere Gitarrist der Gruppe Mick Taylor, der
beste Musiker, der je in diesem nun geriatrischen Ensemble gespielt hat, wurde nicht interviewt. Und fast nichts wird gesagt über die
feige Verantwortungslosigkeit der Band auf dem Altamont Konzert 1969 (mehr
hier und
hier)."
Einen interessanten Einblick in die religiöse Diskussion innerhalb der USA bekommt man in der
Besprechung von Leon R. Kass'
"The Beginning of Wisdom", in der der Theologieprofessor Phyllis Trible die Behauptungen des
Konvertierten Kass verärgert zurückweist. In
Colson Whiteheads Essaysammlung
"The Colossus of New York" erkennt Luc Sante die Umrisse eines großen, noch zu schreibenden Romans über New York und die Menschheit an sich, in der Art von Balzacs ''Comedie humaine". Auch wenn "Burning Tigris",
Peter Balakians Untersuchung und Schilderung des
Genozids an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs meist im Deskriptiven verharre, werde damit den Leugnern des Völkermordes endgültig der Mund gestopft,
glaubt Belinda Cooper. Mit ihrem tragischen, aber nicht langweiligen Roman
"She is Me" (
erstes Kapitel) hat
Cathleen Schine uns "so ein reichhaltiges Porträt normalen Lebens" gegeben,
seufzt schließlich Claire Dederer.
Das
New York Times Magazine macht auf mit einem 11-seitigen
Porträt des nordkoreanischen Diktators
Kim Jong Il. Eine Seite lang zeichnet
Peter Maass den
"Geliebten Führer" als lächerliche Figur, um dann umso wirkungsvoller die Richtung zu ändern: "In der Tat, der Geliebte Führer, der dieses Jahr 62 wurde,
weiß einiges über die Welt
um ihn herum. Und nach Jahrzehnten der Ahnungsosigkeit, lernt die Welt auch ein bisschen was über den Geliebten Führer. Die Bush-Regierung versucht herauszufinden, wie sie Kims Regime beenden oder wenigstens neutralisieren könnte. Dies erweist sich als außerordentlich schwierige Aufgabe, denn das Regime ist
sehr viel stabiler als irgendjemand erwartet hätte und
sehr viel gefährlicher."
In einem weiteren Artikel
beschreibt Mim Udovitch das "nüchterne" Leben des drogenabhängigen Schauspielers
Robert Downey Jr.