
Im Mai feiert die Zeitschrift
Le Debat ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass
sprach Le Point mit dem Historiker und Chefredakteur von Debat
Pierre Nora über die Bedeutung der Geisteswissenschaften und die heutige Rolle des
Intellektuellen. Nora, auch Herausgeber des ambitionierten Projekts "Lieux de memoire" (mehr Informationen und Leseproben
hier), sei einer der wenigen Intellektuellen, die fähig sind, "
Generalist zu sein, ohne bei Allem und Jedem mitreden zu müssen". Nora ist überzeugt, dass seine Aufgabe darin bestehe, komplizierte Probleme klar und einfach darzustellen und zu zeigen, dass vermeintlich einfache Probleme viel komplexer sind, als man meine. Über die vielgeschmähten
"Medien-Intellektuellen" sagt er: "Ich glaube, dass man sich von dieser Figur nicht hypnotisieren lassen sollte. Sie verdankt sich eher der Persönlichkeit von
Bernard-Henri Levy, und der ist
ein Sonderfall: 'schön, reich und intelligent'. Man findet für seine Tochter nicht immer eine so
gute Partie. Für die Medien auch nicht." Gleichzeitig gesteht er: "Stimmt schon, dass ich oft den Eindruck habe, dass wir so etwas wie die
letzten Dinosaurier sind. Das ist deprimierend und anregend zugleich: die vom Aussterben bedrohten Arten haben
Seltenheitswert. Dann muss ich aber immer wieder denken, dass es immer ein paar geben wird, die die
Staffel weitertragen. Jene 'paar', wie Gide gesagt hat, 'durch die die Welt gerettet wird'."
Nicht online lesen dürfen wir leider den Titel über
le choc - die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst.