
"Selbst zu seinem hundertsten Geburtstag steht sein Name als Synonym für Reaktion, Obskurantismus,
Bigotterie und Snobismus, und immer noch ruft er einen fast beeindruckenden
persönlichen Abscheu hervor." Die Rede ist von
Evelyn Waugh, dem selbst seine beste Biografen nur zubilligen wollten, "als Dichter ein
großartiger Stilist" gewesen zu sein, "als Mensch jedoch
ein Monster", wie Geoffrey Wheatcroft in seiner eigenen Huldigung
schreibt. Angeblich hat Waugh es abgelehnt zu wählen, weil man ja einer Monarchie nicht vorschreiben dürfe, was für ein Parlament sie unter sich zu dulden habe. "Waugh verdient seinen Ruf als
pessimistischer Reaktionär, er rechtfertig aber auch David Gilmours eindringliche Worte: 'Pessimisten und Reaktionäre sind die
besten Propheten.'"
Weiteres: Ruth Scurr
feiert Doris Lessings neue Erzählungen "The Grandmothers", besonders aber das
Lachen, das in ihnen "grimmig, sardonisch, tröstlich, zu laut, unkontrolliert, erleichtert unwillig und hysterisch" klingt, aber immer "die
Grausamkeiten der Liebe und des Krieges" anzeigt. John Mullan
lobt das letzte Werk des britischen Historikers
Roy Porter "Flesh in the Age of Reason", in dem Porter gewohnt populistisch erzählt, wie sich das 18. Jahrhundert von der Religion und ihren Priestern abwandte, um ihre Verehrung künftig dem Körper und seinen Ärzten zu widmen.
Gut amüsiert hat sich Jeremy Lewis bei den Memoiren "Where There's a Will" des
Champagner-Sozialisten, Dramatikers und Anwalts
Sir John Mortimer (
mehr), der in einigen seiner Fällen die Abgründe der menschlichen Natur kennen lernen musste - nämlich immer dann, wenn sich Erben um ein paar lumpige Schlafzimmermöbel, den
alten Bentley und das Set Golfschläger stritten. (Hier eine
Geschichte von Mortimer und hier seine
Argumente gegen ein Verbot der Fuchsjagd.)