
Zachary Leader
bespricht ausführlich
John Updikes (
mehr)
frühe Erzählungen ("The Early Stories:1953-1975") und versucht, dem Geheimnis der Produktivität und auch des Einflusses von Updike auf die Spur zu kommen. Dazu zitiert Leader
Nicholson Baker, der sich in seinem Buch "U and I" an eine Fernsehdokumentation über Updike erinnert: "In einer Szene, als die Kamera ihn bei seinem Aufstieg auf eine Leiter am Haus seiner Mutter verfolgt ..., schleudert er mitten in diesem kniffligen physischen Akt einige erstaunlich
klare Glückseligkeiten herunter, etwas über 'diese kleinen, jährlichen Pflichten, die bla bla bla', und ich war erstaunt festzustellen, dass wir es in Updike mit einem Mann zu tun haben, der derartig selbstverständlich spricht, dass er seine beschissenen Memoiren
auf einer Leiter schreiben könnte!"
"
Downsizing is never easy", können sich die Royals von David Cannadine
trösten lassen, dem frisch gekrönten
Queen Elizabeth the Queen Mother Professor für britische Geschichte. Immerhin hat die britische Monarchie im 20. Jahrhundert nur abspecken, aber nicht abdanken müssen, wahrscheinlich auch deshalb, wie Cannadine meint, weil Großbritannien - anders als Deutschland und Österreich im Ersten Weltkrieg, und Italien und Jugoslawien - das Glück hatte,
auf der Seite der Sieger zu stehen. Es ist tatsächlich eine
schöne Ironie, dass
George VI. seinen Thron den militärischen Anstrengungen der
USA und der
UdSSR zu verdanken hat, zweier Nationen, die durch
Revolutionen entstanden sind."
Zwei Artikel beschäftigen sich mit Episoden aus der
Irisch-Gälischen Geschichte: Declan Kiberd
bespricht eine Untersuchung von P. J. Mathews ("
Revival") über das
Abbey Theatre in Dublin und die
Gaelic League, eine Gesellschaft, die 1893 zum Zwecke der Verbreitung der Irischen Sprache und Kultur gegründet wurde. Patricia Craig hat
Padraigin Ni Uallachains "A Hidden Ulster. People, songs and traditions of Oriel"
gelesen, eine "fesselnde und gelehrte Abhandlung" über die Geschichte der Kultur einer Region in
Irland, deren partielles "
Überleben als gesprochene Sprache bis ins 20. Jahrhundert" an ein
Wunder grenze. Die Autorin ist übrigens selbst eine "exquisite sean-nos-Sängerin" (
hmja), so Craig. Fiona Green schließlich
freut sich über die "exzellente" Edition der frühen Gedichte
Marianne Moores (
"Becoming Marianne Moore").