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Alka Saraogi: Umweg nach Kalkutta

Ausgewählte Leseproben.
28.08.2006. Die Inderin Alka Saraogi erzählt in ihrem Roman "Umweg nach Kalkutta" die Geschichte des Kishor Babu (72), der nach einem Schlag auf den Kopf den Blick auf seine Welt verändert, die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, selbst das Kastenwesen und die ungleiche Rollenverteilung der Geschlechter stellt er nun in Frage. Seine Frau hat Angst, er könne den Verstand verloren haben ... Lesen Sie einen Auszug.
Alka Saraogi: Umweg nach Kalkutta
Roman
Aus dem Hindi von Margot Gatzlaff-Hälsig

Insel Verlag, Frankfurt am Main 2006
336 Seiten, gebunden, Euro 22,80

Erscheint am 4. September 2006

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Zum Buch: Es ist das Jahr 1997, Indien feiert den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Kishor Babu, zweiundsiebzig, hat es in seinem Leben zum wohlhabenden Geschäftsmann gebracht und wohnt mit seiner Familie in einem der besten Viertel von Kalkutta. Da ereilt ihn ein Unfall: Ihn trifft ein Schlag auf den Kopf, und von da an geht eine seltsame Veränderung mit Kishor Babu vor. Seine Geschäfte, denen er fünfzig Jahre seines Lebens nachgejagt ist, interessieren ihn auf einmal nicht mehr. Statt dessen vertieft er sich in alte Tagebücher, studiert Artikel aus vergilbten Zeitungen, streift ziellos als Beobachter durch die Armenviertel Kalkuttas und taucht immer tiefer ein in Erinnerungen an sein vergangenes Leben. Auch seine Jugendfreunde, Amolak, der Gandhi-Anhänger, und Shantanu, der revolutionäre Kämpfer im Befreiungskampf des Landes, kommen ihm wieder in den Sinn.
Durch seine täglichen Spaziergänge verwandelt sich der gestrenge Patriarch in einen unerbittlichen Kritiker der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, selbst das Kastenwesen und die ungleiche Rollenverteilung der Geschlechter stellt er in Frage - und ausgerechnet seine Ehefrau ist es, die, beunruhigt durch seinen Sinneswandel, Ärzte und Wunderheiler zu Rate zieht, in größter Sorge, das Familienoberhaupt könne den Verstand verloren haben.


Zur Autorin: Alka Saraogi lebt in Kalkutta, wo sie 1960 geboren wurde. Sie gehört den Marwari an, einer Volksgemeinschaft, die vor 100 Jahren aus Rajasthan nach Bengalen ausgewandert ist und dort zum wohlhabenden Stand der Geschäftsleute zählt, aber ihre Sprache (Hindi) und die Sitten der Vorfahren bewahrt hat. Mit Artikeln über Frauenemanzipation, mit zwei Romanen und zahlreichen Novellen wurde sie in Indien bekannt. "Umweg nach Kalkutta" wurde bereits in Englische, Französische, Italienische und Spanische übersetzt.


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