Vor 75 Jahren fand in Berlin die
Wannsee-Konferenz statt, die sich mit der organisatorischen Umsetzung der Ermordung der europäischen Juden befasste. In der
Zeit beschreibt der Historiker
Peter Klein den Hergang. Und im Interview mit der
Berliner Zeitung erklärt der Historiker
Peter Longerich, der gerade ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, warum die Konferenz aus Sicht der Nazis
notwendig war, obwohl die systematische Ermordung der Juden bereits begonnen hatte: "Es gab 15 Teilnehmer,
Adolf Eichmann war Protokollant. Das Reichssicherheitshauptamt war dreifach vertreten. Außen-, Innen- und Justizministerium sowie die Reichskanzlei waren dabei, ferner Abgesandte von zivilen Besatzungsbehörden und SS-Dienststellen. ... Das ist das Entscheidende des Protokolls, nämlich zu verstehen, dass der Holocaust ein
arbeitsteiliges Verbrechen gewesen ist, das nicht nur von der SS, sondern auch mit der Unterstützung von
zivilen Behörden durchgeführt wurde."