"Eine Revolution ist kein Rosenbett":
Fidel Castro, charismatischer Revolutionsführer und starrsinniger Autokrat, der über Kuba mehr als fünfzig Jahre herrschte, ist tot. Die
New York Times weiß ihn in ihrem Nachruf als Amerikas
hartnäckigsten Plagegeist zu würdigen: "Am Freitag starb Fidel Castro, der feurige Apostel der Revolution, der 1959 den
Kalten Krieg in die westliche Hemisphäre trug, ein halbes Jahrhundert lang den USA trotzte, elf amerikanische Präsidenten plagte und zwischenzeitlich die Welt an den Rand
eines Atomkriegs führte." Der frühere Korrespondent Richard Eder
erinnert sich in einem Video an seinen Besuch bei Castro 1964.
Bereits zu seinem neunzigsten Geburtstag im August
schrieb Jon Lee Anderson im
New Yorker auf
Castros Langlebigkeit, die ihn auch die zahllosen Attentatsversuche der CIA und die Invasion in der
Schweinebucht überstehen ließ.
Der
Guardian hat schon
ein Dossier zu ihm zusammengestellt und alle ikonischen
Bilder der Revolutionszeit aus dem Archiv
geholt. Außerdem
verlinkt er auf Raùl Castros Auftritt im kubanischen Fernsehen. Eine
große Bilderstrecke bringt auch
Slate.fr.
Libération
kommentiert Castros Tod schon sehr nüchtern:
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Als "eine Art Erlösung" begrüßt Andreas Kilb die Berufung des Historikers
Raphael Gross zum neuen Direktor des
Deutschen Historischen Museums, das unter der unglückseligen Ägide des Vorgängers
Alexander Koch in eine existenzielle Krise geraten war: "Das Personal des Hauses spaltete sich in Gegner und Anhänger des Direktors. Ein aufwendig erarbeitetes 'Leitbild' schlug
falsche nationale Töne an. Der Ausstellungsbetrieb degenerierte zusehends, bis hin zu einer Schau über das Kriegsende 1945, in der die Geschichten von Tätern vor die ihrer Opfer rückten." In der
SZ setzt Franziska Augstein ihre Hoffnungen auf den neuen Mann, der bis 2015 das
Jüdische Museum in Frankfurt leitete: "Der neue Direktor ist ein zurückhaltender Mann. Ungern gibt er Interviews. Soll heißen: Er macht es nur, wenn er es für absolut nötig hält. Derzeit meint er: Erst mal muss man zeigen, was man kann; dann darf man sich
für Komplimente oder Kritik bedanken."