Klimawandel, Krieg in Europa, drohender Stromausfall im Winter mit allen Konsequenzen, die das für die Wirtschaft und den Einzelnen nach sich zieht - und worüber diskutieren wir?
Winnetou,
Habecks Kinderbücher und
Gendern, ärgert sich Hilmar Klute (
SZ) in einem großen Rundumschlag gegen das "
Espressogeschwätz" in Kultureinrichtungen und Medien: "So betreiben Zeitungen, Sender und Agenturen die
eigene Kernschmelze. Eine Zeitung, die nicht mehr selbst bestimmt, was relevant ist, und eine Sprache dafür findet, die sich deutlich abhebt vom Einerlei der TV-Bauchbinden und Push-Meldungen, ist
dem Tode geweiht. Ein Depeschendienst, der eine sprachliche Ungeschicklichkeit zur ernsthaften Nachricht erklärt, karikiert seine eigene Dienerschaft an der Wahrhaftigkeit. TV-Nachrichten, die die Horrorbilder aus der Ukraine mit trauriger Klaviermusik unterlegen, verhöhnen die Opfer. Wir bekommen gerade politische Realität in einer Wucht zu spüren wie kaum je zuvor."
Was würde gegen das Espressogeschwätz helfen? Klare Worte, wie die Dichterin
Amanda Gorman sie in ihrer Rede für eine
neue Klimapolitik vor der UN fand. Die war gut, lobt Felix Stephan in der
SZ. Nur eins war sie nicht: Lyrik. "Dem hartnäckigen Beharren auf dem lyrischen Charakter ihrer Reden liegen in diesem Zusammenhang wahrscheinlich zwei
Fehlschlüsse über die Dichtkunst zugrunde. Dass nämlich Lyrik erstens schon da anfängt, wo etwas
schön gesagt wird. Und dass es zweitens für die
moralische Richtigkeit einer bestimmten politischen Handlung spricht, wenn sie schön ausgedrückt werden kann. ... Die Rede, die
Peter Handke beispielsweise am Grab von Slobodan Milošević gehalten hat, hätte den Gipfel abendländischer Dichtkunst markieren können, sie wäre moralisch und politisch trotzdem
nicht haltbar gewesen."