Sascha Lobo
macht in seiner
Spiegel-online-Kolumne zum
Facebook-Skandal eine Randbemerkung, die für die Debatte nicht ohne Belang ist: "Jede Zeile, die man auf
Spiegel online lesen kann, also auch diese hier, ist
letztlich werbefinanziert. Das ist normal - die weitaus meisten privaten Massenmedien sind werbefinanziert. Bei der weltweiten Debatte in Medien spielt das eine nicht geringe, seltener thematisierte Rolle: Facebook ist beim
Kampf um Werbegelder ein Konkurrent."
Und noch einen problematischen Aspekt an der Debatte über die
Internetriesen thematisiert in
politico.eu William Echikson, ein ehemaliger Google-Manager, der für den "
Tranparency report" der Firma zuständig war: Ursprünglich legte dieser Bericht dar, wieviele
Behörden welche Anfragen
an Google stellten. Heute sieht es anders aus: "Legaler Inhalt wird zensiert", schon um möglichen Strafen, wie sie etwa im deutschen
NetzDG angedroht werden, zu entgehen. "Das Tempo
privater Zensur ist erstaunlich - und wächst exponenziell." Und die Transparenzberichte dienen dazu, "
die Behörden in Europa und anderswo zu überzeugen, dass der Internetriese die Niederschlagung illegalen Inhalts ernstnimmt. Je mehr er gelöscht hat, desto besser."
Verwundert
beobachtet Ingo Dachwitz für
Netzpolitik die
Reaktion der deutschen Politik auf den Facebook-Skandal: "Betrachtet man den Diskurs in Deutschland, sticht zunächst ins Auge, wer daran nicht teilnimmt. Kein einziges Wort zum Thema ist bislang von dem Minister zu hören, in dessen Ressort Datenschutz schwerpunktmäßig fällt:
Horst Seehofer. Aber auch andere Unionspolitiker halten sich auffällig zurück. Das ist kein Wunder, stehen CSU und CDU doch wie keine andere Partei in Deutschland für den Kurs, Datenschutz pauschal als
Wirtschaftshemmnis zu verteufeln und nach Möglichkeit abzubauen."
Außerdem:
Techcrunch meldet, dass
Facebook seine Kooperation mit Drittanbietern zur Auswertung von Verfeinerung von
Nutzerdaten schließt. Und die Soziologin und
New York Times-Kolumnistin Zeynep Tufekci
fürchtet im Gespräch mit Adrienne Fichter von
republik.ch, dass gegen Faceebook nicht einmal die Idee der
Datenportabilität (Nutzer verwalten ihre Daten selbst) hilft.