9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturpolitik

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.03.2021 - Kulturpolitik

In der FAZ stellt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, nach den Peripatien dieser Woche noch einmal klar, dass mitnichten die Rückgabe der Benin-Bronzen entschieden wurde. Es bestehe aber der Wille zu (einzelnen) Rückgaben. Und: Die Kunstwerke werden ausgestellt: "Welch absurde Vorstellung, im Humboldt Forum gar keine Benin-Bronzen mehr zu zeigen oder nur noch Repliken zu präsentieren! Ist das wirklich der Wunsch der Herkunftsländer? Wir hören da anderes. Die Benin-Bronzen gehören aufgrund ihrer künstlerischen Qualität zur Weltkunst. Der Gouverneur des Bundesstaates Edo, Godwin Obaseki, sagte sehr treffend, dass die Objekte zwar aus Benin stammten, heute aber global seien. Als die ersten Werke dieser namenlosen Künstler zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nach Europa gelangten, waren Öffentlichkeit und Fachwissenschaft elektrisiert. Das Bild von Afrika als einem geschichts- und kulturlosen Kontinent wurde geradezu auf den Kopf gestellt und verwandelte sich in Faszination und Bewunderung."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.03.2021 - Kulturpolitik

In der Diskussion um die Benin-Bronzen in dieser Woche ist doch etwa gründlich schiefgegangen. Andreas Kilb erzählt die komplizierte Geschichte auf knappem Raum in der FAZ. Am Montag hatte Hartmut Dorgerloh, der Intendant des Humboldt-Forums in Berlin, in einem Telefonat mit der Süddeutschen Zeitung von Rückgabe gesprochen (unser Resümee). Und dann passierte folgendes: "Die Zeitung machte daraus eine Meldung, in der die baldige Restitution aller deutschen Benin-Bronzen angekündigt wurde. Die postkoloniale Internetblase, vor allem die pressure group um den Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer, jubelte, doch dann folgte die Ernüchterung: Die Meldung wurde gelöscht, der Sachverhalt korrigiert. Der Satz von Dorgerloh allerdings blieb stehen." Kilb annonciert einen längeren Prozess der Verhandlungen vor allem zwischen Museen - und empfiehlt dem Humboldt Forum unterdessen, die provisorische Ausstellung der Bronzen in die Hände eines nigerianischen Kurators zu geben.

Die Schauspielerin Katharina Kwaschik gehört zu den Initatorinnen einer Petition, die die Kultur im Grundgesetz verankert sehen will. Hintergrund  ist die existenzielle Not vieler Künstler in der Coronakrise. Im Gespräch mit Susanne Messmer sagt sie in der taz: "Uns geht es um den Schutz von Kunst und Kultur, den wir im Grundgesetz verankert wissen wollen. Die Freiheit der Kunst ist ja im Grundgesetz formuliert und stellt damit ein Grundrecht dar. Die Kunst kann aber nur frei sein, wenn ihrer Entfaltung nichts im Wege steht, ihr Achtung und Akzeptanz entgegengebracht werden und sie durch die Kulturpolitik geschützt wird. Bislang ist etwa die Kulturförderung eine freiwillige Aufgabe der Länder und Kommunen."

In der Welt sind Rainer Haubrich die ganzen Debatten um das Humboldt Forum entschieden zu "woke". Die Benin-Bronzen können ruhig zurück nach Nigeria, aber dann sollte das Projekt bitte gefeiert werden, meint er: "Es ist erstaunlich, wie es den Kritikern in den Medien gelungen ist, diesen - ohne Zweifel wichtigen - Teilaspekt zum alles beherrschenden Thema rund um das Humboldt Forum zu machen. (…) Anstatt dieses Wunderwerk nun mit Begeisterung zu vermarkten, halten die Macher des Humboldt Forums rund um Generalintendant Hartmut Dorgerloh das Haus im Würgegriff der 'Wokeness'. Sie schämen sich förmlich dafür, hinter Barockfassaden zu arbeiten, und versuchen gar, den Begriff 'Berliner Schloss' systematisch zu tilgen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 25.03.2021 - Kulturpolitik

Ijoma Mangold hofft in der Zeit, dass für die Benin-Bronzen eine Formel zustandekommt, die alle Seiten befriedigt: die Akteure in Nigeria ebenso wie das Humboldt Forum: "Jetzt ist jedenfalls der Weg für eine internationale Museumskooperation frei - so wäre es durchaus denkbar, dass die Bronzen in Berlin gezeigt werden, bis das Museum in Benin City gebaut ist, um am Beispiel dieser Objekte die Geschichte kolonialer Raubkunst exemplarisch zu erzählen. Godwin Obaseki, Gouverneur von Edo State, hat sich bei besagtem Treffen ausdrücklich zur Idee eines universellen Kulturguts bekannt: 'Ja, die Kunstobjekte kommen aus Benin', sagte er, 'aber heute sind sie global.'"

"Zu einem aufrichtigen Umgang mit der Kolonialgeschichte gehört auch die Frage der Rückgabe von Kulturgütern", sagte Außenminister Heiko Maas laut Tagesspiegel mit dpa am Mittwoch in Berlin: "'Im Fall der Benin-Bronzen arbeiten wir mit den Beteiligten in Nigeria und in Deutschland daran, einen gemeinsamen Rahmen aufzubauen.' Dabei gehe es vor allem um die Museumskooperation mit dem geplanten Museum of West African Art in Benin-City. Dort könnten nach Einschätzung von Museumsexperten Benin-Bronzen, die noch zu Beständen deutscher Museen gehören, als Leihgaben oder Restitutionen präsentiert werden."

Aber wer ist eigentlich zuständig? Höchst formal und diplomatisch klingt eine Erklärung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Thema Rückgabe der Bronzen: "Der Stiftungsrat betont, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verantwortlich für den Umgang mit und die Präsentation der ethnologischen Sammlungsbestände im Humboldt Forum ist. Dies gilt auch für den Fall von Rückgaben, über die der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu entscheiden hat. Die Länder- und Bundesvertreter*innen im Stiftungsrat sind sich einig, im Falle der Benin-Bronzen zu einer Lösung zu kommen, die auch die Rückgabe von Objekten als Option mitbetrachtet."

Die Benin-Bronzen gehören nach Nigeria, so viel ist für Swantje Karich, die in der Welt die jüngsten Ereignisse resümiert, klar. Nur wann? "2021 oder 2024? Sollte eine Restitution noch in diesem Jahr stattfinden, werden mehr als nur ein paar Leerstellen in den Sammlungen des Humboldt Forums aufreißen. Sollte man noch bis 2024 Zeit haben, bietet sich eine einzigartige Chance, der Geschichtsvergessenheit ein Ende zu bereiten und eine Sonderausstellung ganz im Sinne von Bénédicte Savoys neuem Buch aufzustellen: eine Dokumentation der britischen Strafexpedition, des Weges der Stücke nach Europa und der vergeblichen Versuche afrikanischer Länder, europäische Staaten zu kultureller Unterstützung zu bewegen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 24.03.2021 - Kulturpolitik

Gestern meldete die SZ, das das Humboldt-Forum die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgibt (unser Resümee). Heute klingt das in einer Meldung der taz schon wieder ganz anders. Dort wird Hermann Parzinger von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zitiert: "Wir unterstützen das, etwa durch Leihgaben. Aber es muss auch zu Rückgaben kommen, da bin ich ganz sicher. Das muss auf Grundlage eines Dialogs geschehen, bei dem gemeinsam überlegt wird, welche Dinge sollten zurückkehren, welche hierbleiben."

Und im Berlin-Teil der taz schreiben Susanne Messmer und Memarnia, dass eine Rückgabe wahrscheinlicher werde. Aber völlige Klarheit scheint noch nicht zu herrschen: "Noch sind keine Rückgaben beschlossen, betont Humboldt-Intendant Dorgerloh. Dennoch würden 'die Konsequenzen für die Ausstellung' aktuell mit den 'Partnern in Nigeria' diskutiert. In Rücksprache mit Letzteren sei auch denkbar, vor Rückgabe der Originale mithilfe moderner Technik exakte Kopien von Bronzen für das Humboldt Forum anzufertigen. Auf jeden Fall würden die Konzepte für die bisher geplante Ausstellung der Bronzen weiter überarbeitet. Sicher sei, dass auch die Unrechtskontexte kolonialer Zeiten thematisiert werden." Auf Twitter habe es enthusiastische Reaktionen auf die Rückgabe-Medlung gegeben, berichten die beiden auch. "Endlich - der zivilgesellschaftliche Druck hat gewirkt! An den #BeninBronzen klebt Blut", schrieb etwa der Grünen-Abgeordenete Sebastian Walter. Das gilt um so mehr, als die Bronzen nicht selten die Köpfe getöteter Feinde darstellten, hatte die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin neulich in der FAZ dargelegt (unser Resümee). In der heutigen FAZ klingt die Meldung über die Benin-Bronzen eher noch unklarer: "Das Humboldt-Forum in Berlin will seine Präsentation der umstrittenen Benin-Bronzen im Hinblick auf mögliche Rückgaben überarbeiten. Die Ausstellung sei in der Abstimmung."

Ebenfalls für die taz hat Marco Zschieck das Konzept für die Ausstellung in der Potsdamer Garnisonkirche gelesen. Dies Wiederaufbauprojekt eines Symbols des Militarismus und der des "Tags von Potsdam" ist bekanntlich höchst umstritten (unsere Resümees). Das Konzept der Ausstellung beschönigt laut Zschieck nichts an dem Ort. Aber die Gegner sind trotzdem nicht zufrieden: "Mit dem neuen Konzept habe die Stiftung 'zumindest auf den ersten Blick neue Software installiert', erklärte die Bürgerinitiative 'Potsdam ohne Garnisonkirche'. 'Die Hardware bleibt leider die gleiche.' Die unveränderte Selbstverständlichkeit des Turmbaus lasse Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 'Sinneswandels' aufkommen. Wenn die eigene Ausstellung ernstgenommen werde, müsse der Bau sofort abgebrochen werden: 'Jeder weitere Höhenmeter beim Turmbau macht die Konzeption unglaubwürdiger', heißt es von der Initiative."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.03.2021 - Kulturpolitik

Die Benin-Bronzen, die zu den kostbarsten Exponaten des Humboldt-Forums gehören sollten, werden nun wohl an Nigeria zurückgegeben, berichtet Jörg Häntzschel auf sueddeutsche.de unter Bezug auf ein Pressegespräch mit Hartmut Dorgerloh, dem Chef des Forums: "Andreas Görgen, im Auswärtigen Amt für Kultur zuständig, war in den letzten Tagen in Nigeria, um dort über die Modalitäten der Rückgabe zu verhandeln. Geplant ist offenbar ein regierungsunabhängiger Trust, an den die Stücke zurückgegeben werden sollen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.03.2021 - Kulturpolitik

Europa hat eine Chance vertan, sagt Bénédicte Savoy im Dlf-Kultur-Gespräch über ihr neues Buch "Afrikas Kampf um seine Kunst": "Auf europäischer Seite wollte man auf gar keinen Fall über Restitution nachdenken. Museumsdirektoren organisierten sich regelrecht um Restitutionsanfragen 'abzuwehren', erzählt Savoy und berichtet von gut dokumentierten Absprachen, Bestände aus nicht-europäischer Herkunft einfach nicht mehr zu veröffentlichen. Nicht nur den afrikanischen Ländern sei durch diese Haltung etwas entgangen, meint Savoy. Europa habe auf humanistischer Ebene viel verloren, betont sie. 'Europa hat den Moment verpasst - und das gekoppelt mit demütigenden Haltungen. Man hat auf Anfragen einfach nicht geantwortet oder behauptet, die Objekte sind legal in den Besitz gelangt.'"

In der FR resümiert Christian Thomas ausufernd Debatten, Historie und Publikationen zur Frankfurter Paulskirche (Unsere Resümees), um dann vage eine Idee für die Zukunft zu formulieren: "Man muss heute, 22 Jahre später, nicht für das Comeback einer historischen Kopie von 1848 sein, wenn man im Sinne einer zeitgenössischen Weiterentwicklung der Paulskirche für einen Architekturwettbewerb mit klaren Kriterien plädiert, allerdings ohne die durch die Stadtverordnetenversammlung verabschiedete restriktive Auflage. Zu den zwei Seiten dieses Baukörpers gehört, neben seiner Physis, gewiss auch eine metaphysische Dimension."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.03.2021 - Kulturpolitik

Das höchst umstrittene Aufbauprojekt der Garnisonkirche in Potsdam ist zu einem größeren Teil aus Steuermitteln finanziert als statthaft ist, hat das "Rechercheteam Lernort Garnisonkirche" herausgefunden, das unter anderem von dem Projektkritiker  Philipp Oswalt betrieben wird. Eigentlich sollte das Projekt aber vor allem aus Spenden finanziert werden, schreibt Marlene Militz in der taz: "So führte die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, 2014 aus, die öffentlichen Mittel sollten als Anreiz für potenzielle Spender wirken, 'der weitaus größere Teil der Kosten muss - so wie es auch die Initiatoren der Stiftung Garnisonkirche Potsdam stets bekunden - aus privaten Mitteln aufgebracht werden'. Doch der erhoffte Umfang des Spendenaufkommens blieb aus - wohl auch aufgrund der anhaltenden Kritik am Projekt. Bereits jetzt übersteigt die Förderquote aus staatlichen Mitteln deutlich die 50-Prozent-Marke."

Die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin erzählt in der FAZ die finstere Geschichte der Benin-Bronzen, die niemand nach ihrem Artikel einfach nur in ihrer Schönheit wahrnehmen kann: Denn sie waren Teil einer Kultur der Menschenopfer, einige der Bronzen stellen die abgeschlagenen Köpfe von Feinden dar. Die Briten eroberten diese Kunstwerke in einem kolonialistischen Krieg mit dem blutigen Edo-Regime, das seine Reichtümer auch dem Handel mit Kolonisatoren verdankte und das seine Feinde in der Region durchaus auch versklavte: "Wenn heute ein 'nigerianischer Professor' die Rückgabe dieser Bronzeobjekte mit dem Argument fordert, sie repräsentierten 'die Identität und Geschichte unseres Volkes' (FAZ vom 12. Mai 2019), dann kann damit nicht der Vielvölkerstaat Nigeria (250 Ethnien mit verschiedenen Sprach- und Religionszugehörigkeiten) gemeint sein. Vielmehr bezieht sich die Aussage des in Deutschland promovierten Historikers auf die Minderheit der Edo, der er selbst angehört. Und auch da in erster Linie auf die Aristokratie."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.03.2021 - Kulturpolitik

Recht zuversichtlich berichtet Maren Lübbke-Tidow in der FAZ über die sich mit einer Machbarkeitsstudie konkretisierenden Pläne für ein Deutsches Fotoinstitut: "Eine Machbarkeitsstudie ist noch kein Garant für eine Umsetzung. Monika Grütters jedoch hat sich bereits positioniert, folgt den von ihr eingesetzten Kommissionen und hat sich für den Standort Essen ausgesprochen. Klargestellt hat sie außerdem, dass mit der Neugründung keine Konkurrenzsituation zu bestehenden Institutionen entstehen solle. Das Bundesinstitut für Fotografie wird kein Museum werden, sondern - so Grütters in Analogie zum Literaturbetrieb - ein Marbach der Fotografie." Etwas irritiert ist die Autorin allerdings, dass dieses Marbach nur die Nachlässe von höchstens dreißig Fotografen aufnehmen soll."

Im Interview mit der NZZ erklärt der Sänger Christian Gerhaher von der Initiative "Aufstehen für die Kunst", warum die Initiative die Einschränkungen des Kulturbetriebs in Bayern juristisch prüfen lassen will. Zwei Hauptgründe nennt er: "Meine Befürchtung ist weiterhin, dass das Publikum an Hörkompetenz verliert. Gleichzeitig könnte es bequem werden, weil die vielen Live-Streams direkt ins eigene Wohnzimmer kommen." Und zum anderen möchte man "den Schutz der Kunstfreiheit, retrospektiv bewerten" lassen und "prospektiv erreichen, dass Kunst und Kultur nach der Pandemie nicht einfach beiseitegeschoben werden, weil dann die öffentlichen Haushalte knapp geworden sind".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.03.2021 - Kulturpolitik

Andreas Kilb berichtet in der FAZ über die anhaltende Denksportaufgabe einer Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der ihr unterstellten Museen mit ihrer Generaldirektion. Es zirkuliert unter anderem ein Papier der Museumschefs, das die Generaldirektion abschaffen und die Häuser in vier "Clustern" organisieren will: "Die Museen sollen, mit anderen Worten, nach föderalem Muster reorganisiert werden. Anstelle einer Generaldirektion gäbe es künftig vier Großdirektoren. Die Sprecher der Cluster, wenn sie mehr sein wollten als Funktionäre, müssten eine Art Programmrat bilden. Die Staatlichen Museen würden zur öffentlich-rechtlichen Medienanstalt der Kunst."

Als "Abriss-Erlass" bezeichnet in der SZ Gerhard Matzig - aber auch der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten - einen geplanten "Gebäudeeffizienz-Erlass" des Innenministeriums für staatliche Gebäude. Statt Klimaschutz bewirkt der Erlass "eher eine Sonderförderung für die frohlockende Dämmplattenindustrie - als eine Abkehr vom Klimawandel. Wenn alte Häuser, die man simplizistisch auf wenige Kennwerte reduziert, abgerissen und ersetzt werden (im Entwurf für den Erlass ist die Rede vom 'Ersatzneubau'), ist das in der Gesamtbilanz, die ja auch den energieintensiven Bau und viele Recyclingfragen berücksichtigen müsste, oft schädlicher für die Umwelt als ein vorsichtigeres Erhalten der Bausubstanz und des Stadtraumgefüges." Heikel ist das für Matzig auch deshalb, weil der Staat "der größte Immobilieneigentümer Deutschlands" ist.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 08.03.2021 - Kulturpolitik

In Interview mit der SZ erzählt Kulturstaatsministerin Monika Grütters, was sie alles positives für die Kultur tut und fordert ein eigenes Kulturministerium. Eine Zusammenfassung des Gesprächs kann man in der Welt nachlesen. "Ein Ministerium sei 'keine Frage von Macht', sagte Grütters nun. Es gehe um die Anerkennung durch die Länder und die Einsicht, dass man gemeinsam mehr erreiche. 'Es war richtig, das Kulturressort anfangs im Kanzleramt anzusiedeln', es habe dadurch an Statur gewonnen. 'Es gäbe gute Gründe, das Ressort nach 23 Jahren zu einem Bundesministerium zu machen - dann aber bitte als eigenständiges Haus', sagte Grütters. Nach dpa-Informationen hat sie für den Fall der Fälle bereits einen repräsentativen neuen Standort im Blick."