Vergangene Woche verteidigte
Max Czollek im
Tagesspiegel die Programmleiterin des Jüdischen Museums Berlin,
Yasemin Shooman, nachdem ihr Thomas Thiel in der
FAZ vorgeworfen hatte, unter ihrer Leitung sei das Museum zu einem Forum "für Israel-Kritiker und BDS-Sympathisanten mit Querverbindungen zum politischen Islam" geworden. (Unsere
Resümees). Nun springen, ebenfalls im
Tagesspiegel,
Clemens Heni, Direktor des International Center for the Study of Antisemitism Berlin, und der Islamwissenschaftler
Michael Kreutz Thiel zur Seite: Es gelte "bei
BDS das Gleiche
wie bei Nazis: null Toleranz. Thomas Thiel trifft den Kern des Problems: Jene, die Antisemitismus mit Islamophobie vergleichen oder analogisieren, möchten vom spezifisch
muslimischen Antisemitismus, dem zumal in Ländern wie Frankreich gefährlichsten Antisemitismus unserer Tage, ablenken. Denken wir an den Jihadisten Anis Amri und die von ihm ermordeten 12 Menschen am 19. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Es ist seit den Anschlägen von 9/11 Mode, Kritik am Islamismus als rechts zu diffamieren."
Gleich zwei Artikel schickt Robert Mappes-Niediek in der
FR aus der kroatischen Hafenstadt
Rijeka, der
Kulturhauptstadt 2020. Hier entstand der
erste faschistische Staat,
erinnert er: "Als Österreich-Ungarn 1918 auseinanderfiel, sprachen die Siegermächte die Stadt dem neuen 'Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen' zu, dem späteren Jugoslawien - zum Ärger Italiens und seines Königs, die Fiume und die ganze östliche Adria für italienisch oder gar für 'italianissimo' hielten. Auf eigene Faust sammelte der Dichter
Gabriele D'
Annunzio tausend schwärmerische Anhänger um sich und ging 'über die Grenzen', nicht mehr nur im übertragenen, poetischen Sinne, sondern ganz wörtlich. Die 'Arditi', die Verwegenen, nahmen die Stadt im Handstreich und richteten dort ihre '
Reggenza italiana' auf." Heute ist in Rijeka, anders als im Rest von Kroatien, Nationalismus kaum noch ein Thema,
schreibt Mappes-Niediek in einem zweiten Artikel.