Kurz vor Ultimo sind die Zeitungen voll mit Artikeln über
DVB-T2. Die Umstellung auf den moderneren Antennenempfang bedeutet für die bereits von der Haushaltsabgabe beroffenen Zuschauer, dass sie nun auch noch 69 Euro jährlich für den Empfang der Privatsender zahlen sollen. Joachim Huber vom
Tagesspiegel sieht das gar nicht ein: "Der TV-Konsument muss ins Recht gesetzt werden, über den Umfang der nachgefragten Programmleistung
selbst zu bestimmen: nicht irgendwelche voluminösen, zusätzlichen, verdeckten Paketlösungen, sondern Individualempfang und individuelle Abrechnung. Das funktioniert bei
Wasser und Strom, da sollte es beim Fernsehen auch funktionieren können."
Und dann gibt es noch die Dienste, für die die Mediennutzer mit ihrer angeblichen Kostenlosmentalität
freiwillig zahlen sollen. Der bekannte Journalistikprofessor
Jay Rosen erklärt im
Niemanlab, warum er den niederländischen Dienst
De Correspondent bei seiner Expansion in die USA begleiten will -
De Correspondent lässt sich von seinen "Mitgliedern" und Lesern bezahlen. Eines der Argument für dieses Modell ist für Rosen, dass
De Correspondent ein Autorenblatt sei - sie dürfen ihre Themen selbst setzen. Und "im Austausch für die Freiheit, ihr Tempo und ihre Passionen selbst zu bestimmen, wird von den Korrespondenten verlangt, in eine reiche
Interaktion mit ihren Lesern zu investieren. Sie haben keine Wahl. Das ist Teil des Jobs. Dieser Schritt ist entscheidend für das auf Vertrauen aufgebaute Modell von
De Correspondent und für sein Geschäftsmodell."
Dazu passt dann noch die heutzutage geradezu surreal klingende Meldung, dass der
Independent fünfzig Redakteure einstellen will. Seit seinem
Verzicht auf Print, mache die Zeitung wieder Gewinn,
berichtet Alexander Menden in der
SZ.