Die
taz macht mit
Deniz Yücel und den
anderen 151 Journalisten in türkischen Gefängnissen auf. Chefredakteur Georg Löwisch
schreibt im Kommentar: "In der Türkei wird die freie Presse schon lange zensiert, blockiert und drangsaliert. Dennoch ist die Entscheidung, dass Deniz Yücel in Haft bleibt, selbst im Sultanat des Recep Tayyip Erdogan
ein Einschnitt. Er will nun auch gegenüber der
internationalen Presse Stärke zeigen. Sie prägt das Bild des Machthabers in der Welt. Und dieses Bild ist relevant für die Frage, wie groß der Spielraum bleibt, den Erdoğan bei politischen Geschäften mit dem Ausland hat."
In einem
taz-Hintergrundartikel
informiert Ali Celikkan außerdem über Bestimmungen der
türkischen Justiz und erklärt, warum er glaubt, dass die Ermittlungen gegen Yücel selbst nach türkischen Maßstäben gesetzeswidrig seien.
Auch die
Welt hat etliches zu Deniz Yücel. Unter anderem
fürchtet Can Dündar Schlimmes für alle inhaftierten Journalisten: "Vor dem Referendum am 16. April gibt es meines Erachtens keine Chance auf Freilassung. Die Kollegen wissen, dass die türkische Regierung sie
als Geiseln genommen hat. Recht und Gesetz sind ausgeschaltet. Jetzt richten sich alle Augen auf den Ausgang des Referendums. Wir müssen diesen politischen Kampf gewinnen."
Als stark cholesterinhaltige beleidigte Leberwurst
schreibt FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube über die
#Freedeniz-Kampagne und beschwert sich zumal, dass ein
FAZ-Herausgeber in der Kampagne fälschlich genannt wurde und dass die meisten
FAZ-Redakteure überhaupt erst
aus der Zeitung davon erfuhren. Und darum hat die
FAZ auch anders als die
SZ keinen Raum für eine - natürlich kostenlose - Anzeige der Kampagne freigeräumt. "Wer ernsthaft gewollt hätte, dass Journalisten dieser Zeitung per Unterschrift
das Selbstverständliche bekräftigen, Angriffe auf die Meinungs- und Pressefreiheit für unerträglich zu halten, wäre anders vorgegangen. Die Mailadressen des Hauses sind gut bekannt. Es gibt sogar Telefone."
In der
SZ weist Mike Szymanski daraufhin, dass sich Deniz Yücel nach dem
Besuch von Angela Merkel in Ankara freiwillig der türkischen Justiz gestellt hat.: "Die Regierung in Ankara erlaubt sich den Luxus, die einzige, wirklich mächtige EU-Politikerin zu brüskieren, die überhaupt noch bereit ist, mit Erdoğan zu reden."
Sogenannte "
Hyperpartisan Websites" haben im amerikanischen Wahlkampf eine große Rolle gespielt und eine Menge Klicks erzeugt - sie bedienten die Filterblasen politisch dezidierter Kreise - Republikaner oder Demokraten - und scheuten zuweilen vor "Fake News" nicht zurück. Craig Silverman
zeigt in einer faszinierenden Recherche für
Buzzfeed, dass die Firma
American News LLC parallel extrem demokratische und extrem konservative Websites betreibt und Meldungen zuweilen durch
bloße Negationen für die jeweiligen Filterblasen präpariert: "Es ist unklar, ob American News LLC die selben Autoren oder getrennte Teams für ihre konservativen und linksliberalen Websites einsetzt. Klar ist aber, dass zumindest eine der Websites
gefälschte Autorenfotos benutzt. Die Auorenseite für
God today gibt zwei Autoren an, Henry Freeman and John Sullivan. Die Fotos für diese Autoren sind Bilderdiensten entnommen. Sullivans Video stammt aus einen Shutterstrock-Video mit dem Titel 'Reifer Mann spielt Golf'. Freemans Foto kiommt aus Material mit dem Titel 'Junger Mann im Park schreibt auf seinem Laptop.'"